Bericht vom European Youth Shogi Championship 2018

Am 30. Juni und 1. Juli fand in der Polytechnischen Fakultät der Universität Wroclaw die diesjährige Shogiteam Jugend Europameisterschaft statt. Parallel dazu fand ein offenes Begleitturnier für Erwachsene statt.
Das Team aus Hamburg bestand aus dem Jugendspielern Ian und Niels Meinköhn und Anton Borysov, die von “Strippicus” Uwe Frischmuth und Jürgen Woscidlo begleitet wurden. Für das Hamburger Team war es das erste Turnier im Ausland. Allein die Anreise verlief nicht ohne Höhepunkte. Anton war bereits einen Tag vorher in Wroclaw eingetroffen.
Ian Meinköhn startete im Feld U12, Anton Borysov im Feld U15, Niels im Feld U18. Alle drei bekamen es neben deutschen Gegenspielern insbesondere mit denen aus Weißrussland zu tun. Die Partien waren durchweg kämpferisch bis zum letzten Zug. Das Ergebnis aber konnte sich am Ende sehen lassen: Anton Borysov belegte im Feld U12 den vierten, Ian Meinköhn den sechsten Platz. Damit bewiesen beide zum einem ihre Spielstärke, gaben andererseits auch einen Ausblick, welches Potential in ihnen noch schlummert.
Niels Meinköhn musste bis zum zweiten Turniertag warten, bis er zwei Siege einfahren konnte. Einen davon gegen einen “3 Kyu-Spieler”. Am Ende landete er auf Platz 14 und wurde mit einem 15. Kyu belohnt. Ein großer Erfolg. Herzlichen Glückwunsch ihnen allen.
Uwe Frischmuth und Jürgen Woscidlo hatten es auf dem Begleitturnier am ersten Tag durchweg mit den schweren Gegnern zu tun. Während Uwe Frischmuth immerhin einen Punkt holen konnte, ging Jürgen Woscidlo hier leer aus. Erst am Sonntag kam die Wende und es konnten Punkte eingefahren werden. Besonders die Partie Jürgen Woscidlo gegen Jacek Prochal wird lange in Erinnerung bleiben, denn bis zum letzten Zug stand die Partie auf des Messers Schneide, ehe Jürgen Woscidlo den Siegpunkt notieren konnte.
Herzliche Grüße an Jacek Prochal nach Krakau. Vielen Dank für diese spannende Partie. Am Ende kamen Uwe Frischmtuh auf Platz sieben, Jürgen auf Platz acht ein. Damit bewahrheitete sich Uwes Prognose, dass kein Hamburger Spieler mit null Punkten nach Hause fahren würde.
Am Samstag gab es dann ein kleines Janggiturnier. Während die Jugendlichen Fußball spielten, glühten im Turniersaal die Janggi Bretter. Die Pokale gingen nach Paris, Wroclaw und Warschau (Antonio Barry). Herzlichen Glückwunsch. Auch hier gingen die Hamburger Spieler (Uwe Frischmuth und Jürgen Woscidlo) nicht punktlos vom Platz. Jürgen Woscidlo gewann gegen Antonio Barra. Im Oktober 2017 war es noch umgekehrt.
Nach zwei Tagen ging die Shogi Jugend EM mit einer großen Siegerehrung zu Ende.
Was bleibt?
1) Der Eindruck von einem gut organisierten Turnier und freundlichen Gastgebern.
2) Die tollen Partien und guten Gesprächen zwischen den Partien und Samstagabend.
3) Die Begegnung mit Polen, die stets freundlich und hilfsbereit waren. Sie haben es wirklich schwer gemacht, sich fremd zu fühlen.
Besonderer Dank an dieser Stelle gilt Uwe Frischmuth. Mit der Planung der Reise und seinen Kenntnissen der polnischen Sprache hat er die erfolgreiche Teilnahme des Hamburger Teams erst ermöglicht. Dadurch stand ein Hamburger Team am Ende in Wroclaw.
Durch seine taktischen Tipps während des Turniers trug er viel zum positiven Abschneiden Hamburgs bei.
Hier die Links zu den Ergebnissen:
vom U12 Turnier
vom U15 Turnier
vom U18 Turnier

und vom offenen Begleitturnier

8. Shôgi-Turnier zwischen der Grundschule Grumbrechtstraße und der japanischen Schule in Halstenbek

Das 8. Shôgiturnier der Grundschule Grumbrechtstraße und der japanischen Schule in Halstenbek fand diesmal im Schachraum der Grundschule Grumbrechtstraße statt. Insgesamt 32 bzw. 31 Schülerinnen und Schüler beider Schulen trafen sich, um die Bretter, die für einige die Welt bedeuten, zum Glühen zu bringen.
Vor dem eigentlichen Match tauschten die Schüler Begrüßungskarten aus und die japanischen Gäste überreichten selbstgefaltete Origamikraniche. Es ist diese schöne Art des Umgangs miteinander, die dieses Shôgi-Treffen so wertvoll machen. Für viele Schüler beider Schulen war es ein Wiedersehen mit alten Bekannten und auch diejenigen, die sich zuvor nicht kannten, hatten keine Mühe in Kontakt zu kommen. Ein gemeinsames Mittagsessen rundete das Programm ab.

Die Spielerinnen und Spieler mit Begrüßungskarten. Foto: Julia Horbach

Die Spielerinnen und Spieler mit Begrüßungskarten. Foto: Julia Horbach

Gespielt wurde von 10:00 bis 13:30 Uhr nach Schweizer System. Während die Mannschaft der japanischen Schule (5./6. Klasse) nahezu unverändert antrat, gab es bei dem Team der Grumbrechtstraße doch einige gravierende Veränderungen in der Besetzung.

Blick ins Turniergeschehen. Foto: Julia Horbach

Blick ins Turniergeschehen. Foto: Julia Horbach

Neben fünf Vorschüler traten für das Team der Grumbrechtstraße, drei Anfänger aus der 2. Klasse, aber auch Routiniers wie Ian Meinköhn und Paul Geissler an. In den ersten zwei Runden dominierten die Gäste und konnten davonziehen. Nach der Mittagspause ging es dann ans Eingemachte. Aufgrund der verbliebenen knappen Zeit, wurde die restlichen Runden im Modus „5 Minuten-Blitz“ gespielt. Hier kamen die Spielerinnen und Spieler der Grumbrechtstraße deutlich besser zurecht, da sie bereits mit dem Spielen mit Schachuhr vertraut waren. Viele Partien wurden letztlich durch Zeitüberschreitung entschieden.

Blick ins Turniergeschehen. Foto: Julia Horbach

Blick ins Turniergeschehen. Foto: Julia Horbach

Im Team der Grumbrechtstraße gab es einige erfreuliche Überraschungen: Den Auftakt machte Kerem Kurucca mit einem Sieg in der ersten Runde. Danach kämpfte er verbissen um jedes Feld und jede Figur. Am Ende wurde er mit 4,5 Punkten aus fünf Runden belohnt und landete am Ende auf dem geteilten zweiten Platz. Thore Matthei, eigentlich ein Experte für das vietnamesische Commander Chess, spielte ein wirklich gutes Turnier und holte ebenfalls 4,5 Punkte aus fünf Runden. Elefetrios Pwalidis, für den es als Anfänger sein erstes Shôgiturnier war, holte fünf Punkte aus fünf Runden und landete so auf dem geteilten 6. Platz. Finlay Paul arbeitete sich aus einer fast Niederlage zu einem wahren Siegeslauf empor und holte zusammen mit Yujiro Yamatake und Ian Meinköhn den geteilten 1. Platz. Herzlichen Glückwunsch. In keiner Runde blieben die japanischen Schüler die Antwort am Brett schuldig: es folgte Schlag und Gegenschlag. Dabei blieb die Atmosphäre stets freundschaftlich und humorvoll.

Die strahlenden Sieger und Siegerinnen des Tages. Foto: Julia Horbach

Die strahlenden Sieger und Siegerinnen des Tages. Foto: Julia Horbach

Nun zur Gruppe der Vorschüler. Insgesamt traten fünf Vorschüler an und lieferten den japanischen Gästen einen guten Kampf. Ludwig Witte holte als bester Vorschüler zwei Punkte aus fünf Runden und landete auf Platz acht. Ein wirklich gutes Ergebnis, denn alle Vorschüler spielen erst seit rund drei Monaten Shôgi. Wie im Fide-Schach, so zeigte sich auch im Shôgi, dass es richtig war, die Vorschüler in die Mannschaft aufzunehmen. Es bleibt zu hoffen, dass sie möglichst lange Freude am Shôgi haben werden.
Das Shôgi-Treffen ging dann mit Verleihung der Plätze eins bis acht zu Ende, da wegen Zeitmangels Stichkämpfe nicht mehr stattfinden konnten.
Die Endtabelle findet sich auf der Homepage der Grundschule Grumbrechtstraße und der japanischen Schule in Halstenbek, sowie im hier im Anschluss.
Das nächste Shôgi-Treffen beider Schulen findet am 21. November 2018 statt. Dann in der japanischen Schule.
Großen Dank an die Frau Shimabukuro von der japanischen Schule für das Zustandekommen dieses schönen Vormittages und auch den beiden Lehrern, Herrn Yamamoto und Herrn Yamaguchi. Mit ihrer freundlichen Art haben sie die Herzen vieler Schüler der Grumbrechtstraße gewonnen.
Großen Dank auch an Julia Horbach, die mit ihren Japanischkenntnissen manche Sprachhürde überwunden half.
Vielen Dank allen Eltern der Schachgruppe der Grundschule Grumbrechtstraße, die die Shôgi Spieler mit leckerem Kuchen und Saft versorgt haben.
Jürgen Woscidlo
Hamburg, den 26.06.2018

Blick ins Turniergeschehen. Foto: Julia Horbach

Blick ins Turniergeschehen. Foto: Julia Horbach

Endtabelle des 8. Shôgi-Turnier zwischen der Grundschule Grumbrechtstraße und der japanischen Schule in Halstenbek

Player Points Result Place Bemerkungen/Notice
Rounds 1 2 3 4 5
Momoha Ucino 1 1 1 1 0 4 3
Sao Maruyama 1 0,5 1 0 1 3,5 4
Rino Yamamoto 1 0 1 0  _ 2 8 Ausgeschieden nach Runde 4
Momoka Arano 1 0,5 1 0 0 2,5 7
Yuno Izawa 1 0 0,5 0,5 1 3 6
Sakurako Hayashi 0 0 1 0 1 2 8
Miu Maeda 1 1 0 1 0 3 6
Nanami Hori 0 0 1 1 0 2 8
Ahana Murthy 0 0 0 0 0 0 10
Ananya Mathapati 0 1 0 0 0 1 9
Ian Meinköhn 1 1 1 1 1 5 1
Paul Geissler 1 1 1 1 1 4 3
Kerem Kurucca 1 0,5 1 1 1 4,5 2
Finlay Paul 1 1 1 1 1 5 1
Sven Meinköhn 0 0 0 0 0 0 10
Valentin Americo 0 0,5 0 0 0 0,5 9
Nico Petridis 0 0 0 0 0 0 10 Vorschüler
Ludwig Witte 1 0 0 1  - 2 8 Bester Vorschule !
Justus Horbach 0 0 0 0  - 0 10 Vorschüler
Jannek Woczinski 0 0 0 0  - 0 10 Vorschüler
Nimalan Aruna 0 0 0 0 -         0 10 Vorschüler
Tore Matthei 1 1 5 1 1 4,5 2
Manato Hashiguchi 1 1 0 1 1 4,5 2
Yamato Taura 1 1 0,5 1 1 4,5 2
Masayoshi  Yanagi 0 1 1 1 1 4 3
Yujiro Yamatake 1 1 1 1 1 5 1
Teissei 1 1 1 1 0 4 3
Elefterios Pawlidis 0 0 1 1 1 3 6
Rachel Jaine 0 0 0 0 0 0 10

K-Pop auf dem Brett und Tauziehen mit Riesenwürsten

Von René Gralla

Vielleicht findet sich ja im virtuellen Netz der neunzig Knotenpunkte die eine und entscheidende Schnittstelle. Nordkoreas Führung wacht streng über ihren Herrschaftsbereich, kontrolliert natürlich auch den Cyberspace. Und doch öffnet sich gerade im digitalen Paralleluniversum eine versteckte Passage für überraschende Kontakte, und die hat etwas zu tun mit einem seit Jahrhunderten auf der Halbinsel gepflegten Freizeitspaß: dem Janggi.
Denn ausgerechnet jenes strategische Spiel, in dem die beiden Kontrahenten um 90 Positionen auf dem Brett ringen – mit gewissen Anklängen an das internationale Schach – , kann online gezockt werden auf einem Server, der unter dem Label Red Star OS 2.0 firmiert und hinter dem offenbar (nomen est omen!) nordkoreanische Entwickler stecken. Ein Ausflug per Internet dank Janggi zu den Genossen des Kim Jong Un? Das ist eine Perspektive, die den Hamburger Uwe Frischmuth seit Monaten umtreibt: “Unglaublich, was ein uraltes Spiel sogar im dritten Millennium noch bewegen kann!” Und folgerichtig arbeitet der 59-jährige Sozialpädagoge hoch motiviert daran, das besagte Janggi jetzt auch nach Europa zu importieren.
Zumal Koreas Antwort auf die klassische Königsjagd westlicher Provenienz viel spannender ist als das hierzulande bekannte Gegenstück. Im Szenario des Janggi, das seinerseits verwandt ist mit Chinas Xiangqi (übersetzt: “Elefantenspiel”), kommt neben überlieferten Einheiten (Wagen, Reiter, Elefantenkorps) auch quasi futuristisches Gerät zum Einsatz. Das sind die Kanonen, die aber eher modernen Helikoptern ähneln, weil sie ihre Ziele durch den Luftraum erreichen können.

Im Jahr 2018 wird am 16. Dezember des 420. Todestages von Admiral Yi Sun-sin (geboren 28.4.1545, gestorben 16.12.1598) gedacht: der legendäre Kommodore, einer der größten militärischen Führer in der Geschichte Koreas, trotzte 1597 in der epischen Seeschlacht von Myongnyang mit nur 13 (!!) Schlachtschiffen einer drückend überlegenen japanischen Invasionsflotte, die aus 333 (!) Einheiten bestand. Foto: Shizhao, CC BY-SA 3.0

Im Jahr 2018 wird am 16. Dezember des 420. Todestages von Admiral Yi Sun-sin (geboren 28.4.1545, gestorben 16.12.1598) gedacht: der legendäre Kommodore, einer der größten militärischen Führer in der Geschichte Koreas, trotzte 1597 in der epischen Seeschlacht von Myongnyang mit nur 13 (!!) Schlachtschiffen einer drückend überlegenen japanischen Invasionsflotte, die aus 333 (!) Einheiten bestand. Foto: Shizhao, CC BY-SA 3.0

Die Koreaner waren eben schon oft ihrer Zeit weit voraus. Der legendäre Admiral Yi Sun-sin wehrte Ende des 16. Jahrhunderts vielfach überlegene japanische Invasionsflotten ab, und das Wunder möglich machten revolutionäre Turtle Ships: deren Decks waren armiert mit fiesen Eisenspitzen, und Drachenköpfe am Bug spuckten tödliches Feuer. Entsprechend lassen sich die Kanonen in der Miniaturwelt des Janggi als gewissermaßen fliegende Turtle Ships definieren.

Turtle_boat_web Dass die stolze Marine des Kaiserreichs unter dem Sonnenbanner damals derart gedemütigt wurde – nicht zuletzt wegen Koreas brutal effektiver Turtle Ships – , hat offenbar tiefe Verwüstungen in Nippons kollektiver Seele angerichtet. So dass in Japan – gewissermaßen als unbewusste Weiterdrehe des Konzepts der koreanischen Turtle Ships – genau 377 Jahre nach dem Desaster von Myongnyang die Anime-Serie “Uchu Senkan Yamato” gestartet wurde, mit einem ziemlich durchgeknallten Plot. In “Space Battleship Yamato”, so der englische Titel, soll nämlich das unvergessene Mega-Schlachtschiff Yamato (das während des Zweiten Weltkriegs zum Schrecken der US-Navy wurde, bis es am 7. April 1945 durch nordamerikanische Trägerflugzeuge versenkt wurde) die Menschheit der Zukunft vor einem Angriff aus dem All retten. Indem der Stahlkoloss wieder aufgeflitzt und umgerüstet wird – und sich anschließend dank Hypertechnik elegant in die Lüfte erhebt (!), zwecks Jagd auf die fiesen Aliens.

Die Produktion von Yomiuri TV begeisterte die Fans, gewann rasch Kultstatus in Japan, so dass die Serie anschließend zu einem Kinofilm mit realen menschlichen Darstellern verdichtet worden ist.


Die in Japan erst in den Tagen der Moderne erdachte Vision vom “Space Battleship Yamato” ist aber eben, und da schließt sich der Kreis, im Mutterland der zu ihrer Zeit hochmodernen Turtle Ships bereits als eine Art Concept Art vorweggenommen worden, nämlich im verkleinerten Maßstab auf dem Brett des Janggi in Gestalt der geradezu futuristischen Kanonen-Einheiten, sprich: der besagten Flying Turtle Ships. Und auch in der Gegenwart gehören die Koreaner wieder zur Avantgarde, was Technologie im Allgemeinen sowie Gamedesign und Spielkultur im Speziellen angeht. Nicht von ungefähr dominieren Südkoreas E-Sportler die internationale Konkurrenz, und bei Ligakämpfen in StarCraft II oder League of Legends versammeln sich tausende von Zuschauern in Arenen vor gigantischen Screens.
Last not least begeistern sich seit der 2012 produzierten viralen Tanznummer “Gangnam Style” immer mehr Fans rund um den Globus für junge und freche Unterhaltungsstars aus Fernost. Der weltweit erfolgreiche südkoreanische Chartsstürmer “Gangnam Style” … mit einem überraschenden Detail nach 52 Sekunden im Clip: Dort wird, sexy K-Pop-Girls hin oder her, von Game-Junkies heftig Janggi gezockt.
Der Norddeutsche Uwe Frischmuth liegt demnach voll im Trend, wenn er Koreas populären Denksport Janggi nun auch zwischen Hamburg, Berlin und München etablieren möchte. “Janggi ist wie K-Pop auf dem Brett”, schwärmt er und hat bereits mit dem Sinstorfer Schachlehrer Jürgen Woscidlo, der Frischmuths Leidenschaft teilt, im Oktober 2017 ein erstes Turnier in der Hansestadt organisiert.
Und einen Monat später flog das Team Frischmuth und Woscidlo – komplettiert durch den Neueinsteiger Martin Wolff – nach Seoul zu einer Janggi-WM, die dort der Fernsehsender Brain TV ausgerichtet hatte. “Das ist der Wahnsinn, bei denen schalten regelmäßig 1,5 Millionen Zuschauer ein”, berichtet der noch Wochen später sichtlich beeindruckte Frischmuth. “Das macht neidisch!”

v.l.n.r. Uwe Frischmuth, Jürgen Woscidlo, Martin Wolff und Antonio Barra, der für Italien an der WM teilnahm.

v.l.n.r.: Uwe Frischmuth, Jürgen Woscidlo, Martin Wolff und Antonio Barra, der für Italien an der WM teilnahm.

Flugtickets und Hotelkosten wurden von den Veranstaltern gesponsert: eine beachtliche Investition, bei zum Teil weit angereisten Kandidaten aus den USA, Kanada oder Polen. Warum also wollen die Südkoreaner das Janggi plötzlich weltweit promoten? Wahrscheinlich hat das etwas zu tun mit der aktuellen politischen Großwetterlage, mutmaßt Uwe Frischmuth. Schließlich ist das Schach der schwerelosen Schildkrötenboote auch jenseits des 38. Breitengrades äußerst beliebt, und da möchte man in Seoul auch auf diesem Sektor einfach schneller und besser sein als die schwierigen Schwestern und Brüder aus Pjöngjang.
Demnach wird das kein Spaziergang, die verwegene Vision des Uwe Frischmuth, in der koreanischen Dauerkrise auf einem Schleichpfad über die 90 Wegkreuze des Janggi womöglich einen eigenen kleinen Beitrag zum Wandel durch Annäherung zu leisten. Wahrscheinlich dürften für dieses ehrgeizige Projekt deutlich härtere Bandagen notwendig sein, und als Einstimmung wäre zunächst ein Aufwärmtraining im Juldarigi zu empfehlen. Das ist die koreanische Variante des Tauziehens, aber unter verschärften Bedingungen: Die Zugwerkzeuge mutieren zu unglaublichen Riesenwürsten, die aus Reisstroh geflochten werden und einen Meter Durchmesser erreichen, bei einer Teillänge von maximal 200 Metern pro Seite. Auf diese Weise zerren zwei Mannschaften, bei denen sich neben den Kerlen auch Frauen gnadenlos ins Zeug legen, an einem massiven Pflock, der die Monsterriemen verbindet, bis die Partei West oder Ost triumphiert.
Eine schöne Parabel auf den ewigen Streit um die beiden Koreas. Und sollte nach viel Polit-Juldarigi zwischen Seoul und Pjöngjang tatsächlich ein echter Dialog beginnen – der gemeinsame Auftritt anlässlich der Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang weckt zarte Hoffnungen – , bieten sich für die designierten Unterhändler als vertiefte Vorbereitung im Freien ein paar Extrarunden Biseokchigi an. Im besagten Traditionswettkampf versuchen die Aktiven, einen Holzblock (das kann auch ein Stein sein) mit Hilfe eines anderen Teils aus demselben Material umzuhauen. Das klingt simpel, aber gemeine Auflagen machen den Kandidaten zu schaffen: Bevor die Spieler ihre Attacke starten dürfen, müssen sie einen vorher markierten Punkt auf dem Spielgelände erreichen, und zwar hüpfend und die Angriffswaffe (sprich: Holz oder Stein) wahlweise zwischen die Beine geklemmt oder auf dem Kopf balancierend.

Korea Traditional Game, Tuho. Foto: Kang Byeong Kee, CC BY 3.0.

Korea Traditional Game, Tuho. Foto: Kang Byeong Kee, CC BY 3.0.

Mit Blick auf eventuelle bilaterale Gespräche hilfreich wären sicher auch Matches im Tuho, das sonst vor allem zum Rahmenprogramm des Neujahrsfestes gehört. Die Teilnehmer werfen Pfeile und versuchen aus einer gewissen Entfernung, die Geschosse in zwei kleineren und einer größeren Öffnung eines bauchigen Holzgefäßes zu versenken.
Geschickte Treffer platzieren ungeachtet diverser Schikanen: Biseokchigi und Tuho sind die Spiele der Stunde im Korea dieser Tage. Während gut zehn Flugstunden entfernt die Janggi-Enthusiasten Jürgen Woscidlo und Uwe Frischmuth unverdrossen an ihrem eigenen Beitrag zur deutsch-koreanischen Freundschaft basteln: fest terminiert für Oktober 2018 ist in Hamburg ein zweites Turnier mit tricky Turtle Ships.

Bericht: Shôgi auf dem Hamburger Japan-Festival 2018

Bei bestem Wetter fanden sich am Samstag zahlreiche Besucher beim Hamburger Japan-Festival 2018 im japanischen Garten von Planten un Blomen ein. Nachdem wir im letzten Jahr einmal ausgesetzt hatten, strömten diesmal, dem Wetter sei’s gedankt, viele interessierte Besucher zum Shôgi-Workshop. René Gralla erzählte gerne über die kulturellen Hintergründe der japanischen Variante des königlichen Spiels, während Jürgen Woscidlo, Masaomi Ishii, Rolf Müller, Nils Meinköhn und Fabian Krahe die Bretter zum Glühen brachten, als sie vielen Neulingen das Japanschach regeltechnisch näher brachten. Untermalt wurde das ganze von japanischer Musik, den Kampfschreien der Budo-Vorführungen und dem leckeren Duft japanischen Essens.
Unser Dank geht an die Organisatoren und allen, die dabei geholfen haben diesen vergnüglichen Nachmittag zu gestalten!

Japan Festival 2018-001

Japan Festival 2018-002

Japan Festival 2018-003

Fotoimpressionen vom Hangeul-Tag 2016 in Hamburg

Zur Einstimmung auf das bevorstehende Janggi-Mega-Event ein paar Impressionen von der Janggi-Präsentation während des Hangeul-Tages (Tag der Koreanischen Schrift) am 8. Oktober 2016 in der Zentralbibliothek Hamburg (Fotos: Choi / National Folk Musuem of Korea)

Bericht: 1. Janggi-Workshop in Sinstorf

Janggi Brett
Liebe Freunde des Koreaschachs,

am Donnerstag, den 27.07.2017 fand im Gemeindehaus der Ev. Kirchengemeinde Sinstorf ein erster Janggi-Workshop statt.
Mit diesem Workshop wurde zum ersten Mal in Sinstorf eine Veranstaltung zum koreanischen Schach durchgeführt – er war eine echte Premiere!
In den Gemeinderäumlichkeiten ging es für die 5 Teilnehmer dann rund um die Themen Endspiel, Bitsiang, Wertigkeit der Figuren und Regeln des Spielendes ans Eingemachte.

Blick in den Spielsaal ( Foto: Jürgen Woscidlo)

Blick in den Spielsaal ( Foto: Jürgen Woscidlo)

Teilnehmer waren Ian Meinköhn, Konrad-Leo Adler, Oscar Roca, Sven Meinköhn und Niels Meinköhn. Alle geübte Spieler in vielen Schachvarianten.
Natürlich wurden auch Partien gespielt, um das erlernte in die Praxis umzusetzen. Dabei gelang Sven Meinköhn ein schöner Sieg gegen Ian Meinköhn.
Konrad Leo Adler und Ian Meinköhn lieferten sich ebenfalls packende Partien. Im Duell gegen Jürgen Woscidlo machte Ian Meinköhn mit seinem Schachlehrer kurzen Prozess und gewann in einer schönen Mattkombination.
Der Ehrengast dieses Workshops, Oscar Roca hatte den weitesten Anfahrtsweg: er kommt aus Lima, Peru. Eigentlich wollte er nur seine drei Enkel (die Meinköhns) begleiten. Nachdem er aber ins Spiel von Niels eingewiesen wurde, packte auch ihn das Schachfieber. Dabei erzählte Herr Roca, dass es in Peru durchaus kleine Kolonien von Koreanern gibt, die dort arbeiten und leben und natürlich auch Jianggi spielen. Damit ist dem Jianggi-Boom in Peru keine Grenze gesetzt. Was würde wohl Simon Bolivar, der selbst ein guter Schachspieler war, dazu sagen?

Die Teilnehmer von links nach rechts: Niels Meinköhn, Oscar Roca, Sven Meinköhn, Konrad- Leo Adler, Ian Meinköhn (Foto: Jürgen Woscidlo)

Die Teilnehmer von links nach rechts: Niels Meinköhn, Oscar Roca, Sven Meinköhn, Konrad-Leo Adler, Ian Meinköhn (Foto: Jürgen Woscidlo)

Zum Abschluss erhielten alle Teilnehmer eine Urkunde und verabschiedeten sich bis zum 17.08.2017. Dann treffen sie sich an gleicher Stelle für einen zweiten Workshop wieder.

Für den zweiten Workshop am 17.08.2017 sind noch Plätze frei. Anmeldung bitte bei Jürgen Woscidlo, jwoscidlo@msn.com

Einen großen Dank gebührt der Ev. Kirchengemeinde Sinstorf, die den Janggi–Spielern ihre Gastfreundschaft gewährte.

Jürgen Woscidlo

Into the Great Wide Open … with a Garden Set of Xiangqi

By René Gralla, Hamburg/Germany
(photographs courtesy of Juergen Woscidlo, Hamburg, Germany)


It’s summertime, and the living is easy … – and so it is the best time for playing Xiangqi outside in the sun. But there has been a problem until now: it is nearly impossible to get garden sets of Xiangqi, at least if you do not live in China.

What to do about that? German journalist René Gralla – who works in cooperation with the Confucius Institute at Hamburg – has realized a simple, but effective concept: He has created an outdoor set of Xiangqi by transforming and mildly modifying a garden set of International Chess.

Photo by Jürgen Woscidlo

Photo by Juergen Woscidlo

The background of developing that set: Even in The People’s Republic, those sets of International Chess (with these well-known figurine pieces of Kings, Queens, Bishops, Horses, Rooks and Pawns) are nowadays getting more and more popular – because International Chess is supposed to be more modern than old-fashioned Xiangqi, at least that is the deplorable attitude of many young people in China. One striking example: On the occasion of a chat by email, René Gralla has learned from a real super star of Chinese mind sports, namely Ms. Hou Yifan (who has been China’s Lady World Champion of International Chess for some years), that – when being a child – she had made up her mind to play International Chess because she thought back then that the figurine pieces of International Chess look “more beautiful” than the traditional pieces of Xiangqi.

Photo by Jürgen Woscidlo

Photo by Juergen Woscidlo

And outside China there is the big problem that people often assume that the traditional design of pieces of traditional Chinese Chess (namely those typical discs) might indicate that Xiangqi is a very difficult game – because of those Kanji on the pieces – , whereas the 3-dimensional sets of International Chess seem to be more or less self-explanatory, due to their shape.

Since the Confucius Institute at Hamburg has launched the policy of integrating Xiangqi into its efforts to build bridges between the people of China and Germany – by means of motivating German people to learn more about Chinese culture and history (Liu Bang and Xiangyu and the Battle of Gaixia 202 B.C.) by inviting German people to meet Chinese people at the board of Xiangqi – , therefore the quite obvious fact could not be ignored that the original discs of Xiangqi are a not the most convincing way to persuade non-Chinese people to play Chinese Chess .

Therefore René Gralla came up with the idea of designing a garden set of Xiangqi that is based on the well-known features of International Chess. And now the big surprise: one can arrange 3-dimensional sets of Xiangqi by re-arranging the pieces of International Chess! In fact you have only to produce one (!) extra unit – that is the Xiangqi-Cannon – , whereas you can represent the bodyguards of the Xiangqi-Generals by letting additional pieces of the notorious “Queens” of International Chess simply take over the jobs of the Xiangqi-advisors inside the palaces of Chinese Chess. And the “Bishops” of International Chess will simply get a new label: From now on they move into battle as being the Elephants of Xiangqi.

Photo by Jürgen Woscidlo

Photo by Juergen Woscidlo

The result of that transformation: there has been created an outdoor set of Xiangqi that is the fusion of both the features of a garden set of International Chess and the basic features of Xiangqi (the latter having been adopted to the features of 3-dimensional figurine chess).

And that fusion has a deeper meaning as well: Both Xiangqi and International Chess, they are important members of the big family of chess, and therefore it is fairly justified to realize a kind of fusion like the foregoing concept.

In this context one should mention that even Chinese historians assume that there have indeed existed 3-dimensional pieces of Xiangqi during the early spring of Chinese Chess. Therefore it is no violation of the spirit of Chinese cultural tradition to replace the flat-disc pieces of Xiangqi with 3-dimensional figurine pieces.

There is one more advantage that is related to that 3-dimensional garden set of Chinese Chess that has been created by the author René Gralla: it is more easy to play with those 3-dimensional pieces outside in the open rather than being forced to handle flat discs. The Hamburg-born set has already been tested on the occasion of several Xiangqi events at Hamburg’s Confucius Institute in scenic Yu Garden, and that has always been great fun, for the kids, but for adults as well.

The corresponding photos (that have been taken by Mr. Juergen Woscidlo during the 1st Xiangqi Youth World Championship in Hamburg 2016) demonstrate the innovative features of that very garden set, and there one can see the Xiangqi-Cannon, in particular. That is the only extra piece that has to be added, but everybody can do that and produce the additional Xiangqi Cannons. You do not need to be a seasoned craftsman: You have just to fix an outdoor-figurine piece of Pawn (International Chess-style) on top (!) of a flat outdoor-piece of Checkers (!), and the result of that combination convincingly looks like a Cannon, no doubt about that!

Photo by Jürgen Woscidlo

Photo by Juergen Woscidlo

One more advantage of that concept: you can easily mark a “board” of Xiangqi on the ground – by using the colours green, red, blue for the two opposing territories and the river that divides the warring armies.

The author René Gralla is deeply convinced that his project of representing Xiangqi in squares and parks throughout China and the rest of the world has the potential to generate more public awareness for The Game of Games that has been born in The Heart of Asia. Therefore René Gralla hopes for that the World Xiangqi Federation (WXF) and the Chinese Xiangqi Association (CXA) might consider his proposal to launch that garden set as being a joint effort by WXF and CXA to promote Xiangqi all over the globe.

Turnierausschreibung: 1. Hamburger Open im koreanischen Schach – Janggi

Janggi Steine

JANGGI – Turnier am Samstag, den 14. Oktober 2017
1. Hamburger Open im koreanischen Schach – Janggi
Die „Spielgemeinschaft Hamburg von 1989“ ist sehr erfreut, ein erstes Turnier im Janggi (Koreanisches Schach) auszurichten.


Dieses Turnier soll der vorläufigen Höhepunkt der vorausgegangenen Aktivitäten der „Spielgemeinschaft Brettspiel Hamburg von 1989“ sein.
Seit einigen Monaten widmet sich die Spielgemeinschaft dem koreanischen Schach Janggi, welches in Korea eine lange Spieltradition als lokales Schachspiel aufweist. Besonders stolz sind wir auf die bereits erhaltenen Zusagen von Teilnehmern aus Russland und Polen, welches uns veranlasste, das Turnier offen für alle Interessenten als OPEN zu veranstalten.

Turnierausschreibung

Termin:
Samstag, der 14. Oktober 2017
Anmeldeschluss: 09.30 Uhr vor Ort

Spielmodus:

Offenes Haupt-Turnier: 5 Runden im Schweizer System
Jugendturnier nach Bedarf (U18); ebenfalls über 5 Runden

Spielzeit
30 Minuten + 30 Sekunden Byoyomi für alle Turnierformen

Zeitplan:

09.00 h – 09.30 h Anmeldung

09.30 h – 09.45 h Begrüßung
10.00 h – 11.30 h Runde 1
11.45 h – 13.15 h Runde 2

13.15 h – 13.45 h Mittagspause

13.45 h – 15.15 h Runde 3
15.30 h – 17.00 h Runde 4
17.15 h – 18.45 h Runde 5

Ca. 19.00 h Siegerehrung

Anmeldung:
Die persönliche Registrierung vor Ort kann für Teilnehmer bis unmittelbar vor Turnierbeginn um 10:00 Uhr erfolgen, sofern sich diese bis zum Freitag, den 13. Oktober 2017 vorangemeldet haben. Dies könnte Anreisewege auch von größeren Distanzen ermöglichen.
Es gibt bereits eine ausreichende Anzahl an vorangemeldeten Teilnehmern.
Wir freuen uns auf Euer Kommen und Eure Aufmerksamkeit.

Startgeld:
Dies ist ein reines Amateurturnier, deren Ausgaben ohne weitere Geldgeber aus den Startgeldern bestritten werden müssen.
Die erwachsenen Teilnehmer finanzieren mit ihrem Beitrag die Ausgaben für den Jugendbereich mit.

Erwachsene: 10.- Euro ; Reduzierungen möglich
Kinder- und Jugendliche unter 18 Jahre: kein Startgeld
Teilnehmer aus dem Ausland: kein Startgeld

Schiedsgericht:
Dieses Turnier wird ausgewertet anhand der bereits bestehenden Rangliste für europäische Spieler. Es werden die derzeit gültigen Regeln der Korea Janggi Association angewandt, nach denen es in einer Partie immer eine siegreiche Partei gibt.
(siehe auch https://en.wikipedia.org/wiki/Janggi)
Hauptschiedsrichter ist Uwe Frischmuth, der im Vorfeld des Turniers die wichtigsten Regeln im Turnier-Janggi erklären wird.

Spielmaterial:
Die Turnierleitung stellt ausreichend Spielmaterial zur Verfügung. Es ist aber für alle Beteiligten von Vorteil, eigenes Spielmaterial mitzubringen, um Überraschungen durch eventuell erhöhte Teilnehmerzahlen zu vermeiden.

Preisränge:
1. Platz Trophäe, Sachpreis, Urkunde
2. Platz Sachpreise und Urkunde
Weitere Preise, insbesondere für die Jugendsektionen U14 und U18, sind möglich

Spielort:

Dieses Turnier wird in Kooperation mit unserem Partner veranstaltet, demJohannes-Brahms-Konservatoriumwelches unter anderem eigene Räumlichkeiten zur Verfügung stellt.

In den Wochen vor dem eigentlichen Turnier wird es an gleicher Stelle noch Gelegenheit geben, an Workshops zum koreanischen Schach seine Kenntnisse in diesem traditionsreichen Spiel zu vertiefen.

Teilnehmer aller Veranstaltungen zum koreanischen Schach Janggi begeben sich zum:

Johannes-Brahms-Konservatorium, Ebertallee 55, 22607 Hamburg Nähe S Bahn Othmarschen A-7 Ausfahrt Bahrenfeld – Metrobus I – Bus 186 – Schnellbus 37 http://www.brahms-konservatorium.de/index.php?id=home

Voranmeldungen und Anregungen bitte an die Turnierorganisatoren im Namen der „Spielgemeinschaft Brettspiel Hamburg von 1989“

Kontakt:

Jürgen Woscidlo, jwoscidlo@msn.com, Mobil: 0175 – 75 63 860, bzw.

Dr. Rene Gralla, renegralla@gmx.net, Mobil: 0173 – 230 87 15, bzw.

Uwe Frischmuth, uwefrischmuth@gmx.de, Mobil: 0163 – 79 86 436

Flyer 1. Hamburger Open im Janggi 2017

Janggi Workshops im Sommer

Janggi Brett

Liebe Janggi-Freunde,

am 14.10.2017 wird in Hamburg ein Janggi-Turnier stattfinden.

Es wird dafür zwei Vorbereitungs-Workshops geben, am

  • Donnerstag, 27.07.2017,16:00-18:00 Uhr, und am
  • Donnerstag, 17.08.2017,16:00-18:00 Uhr.

Die Teilnehmeranzahl ist auf maximal 10 Personen begrenzt; eine Anmeldung ist daher erforderlich. Die Anmeldungen werden in der Reihenfolge der Eingänge berücksichtigt. Schüler der Grundschule Grumbrechtstraße sind bevorzugt Teilnahmeberechtigt.

Es wird um frühzeitige Anmeldung per E-Mail gebeten an:
Jürgen Woscidlo
jwoscidlo@msn.com

Ort:
Gemeindehaus der Ev.-luth. Kirchengemeinde Sinstorf
Sinstorfer Kirchweg 21
21077 Hamburg

Virtueller Ausflug nach Korea mit Janggi – Uwe Frischmuth und Jürgen Woscidlo wollten’s wissen

The Glorious Three: Uwe Frischmuth (li.), und Jürgen Woscidlo (Mitte), die Duellanten der Hamburger Janggi Battle um "The Eltz-Stronghold-Commander-Award 2017" mit Preisstifter René Gralla (re.) am Schauplatz des historischen Treffens in Planten un Blomen. Foto: Wolfgang Reher

The Glorious Three: Uwe Frischmuth (li.), und Jürgen Woscidlo (Mitte), die Duellanten der Hamburger Janggi Battle um “The Eltz-Stronghold-Commander-Award 2017″ mit Preisstifter René Gralla (re.) am Schauplatz des historischen Treffens in Planten un Blomen. Foto: Wolfgang Reher

Sie gehören zu den Frontleuten im norddeutschen Shôgi: Uwe Frischmuth, der bester Hamburger geworden ist beim “Toyotomi Hideyoshi Shôgi Memorial” am 11. März 2017, und Jürgen Woscidlo, der viele Chess-Kids für das Japanschach begeistert hat.
Aber das genügt den beiden Boardgame Junkies schon lange nicht mehr – und als ihre neueste Leidenschaft haben sie jetzt das koreanische Schach Janggi entdeckt. So dass sich nach ersten Testmatches in der Uni-nahen Kultkneipe “Arkadasch” unweigerlich die Frage gestellt hat, wer eigentlich im Janggi die Nr. 1 der Hansestadt ist: Uwe “FrISHIDA” Frischmuth oder “Mr. Multi-Kulti-Chess” Jürgen Woscidlo?
Mit Wolfgang “WolfDAN” Reher als Schiedsrichter kam es zum gnadenlosen Meeting der Koreaschach-Giganten am 24. Mai 2017 in Hamburgs zentralem Park Planten un Blomen. Hier der Bericht von Jürgen Woscidlo.


Der Showdown – aber dieses Mal nicht am O.K.Corral!

Lange war sie erwartet worden, das finale Battle zwischen Jürgen Woscidlo und Uwe Frischmuth im Janggi, und an einem windigen Nachmittag – der Kalender zeigte Mittwoch, den 24. Mai 2017 – war es dann endlich so weit. Ort des Showdowns: die Open Air-Schachtische bei Planten un Blomen.
Nachdem leidige, aber notwendige Regelfragen ausdiskutiert und geklärt waren, zog Referee Wolfgang Reher das neutrale Brett blank. Die Kontrahenten Uwe Frischmuth und Jürgen Woscidlo bauten ihre Armeen auf, und der Fight durfte starten.
Das Treffen war angesetzt auf fünf Runden: Wem es gelingen sollte, als erster drei Siege einzufahren, würde den Wettkampf gewinnen. Und Uwe Frischmuth stieg mit einer klaren Ansage in den Ring: “Ich mach’ dich fertig!” Ganz klar, er wollte Rache nehmen für eine vorausgegangene Janggi-Pleite im “Arkadasch”.
Doch in der ersten Partie verfehlte “FrISHIDA” Frischmuth die eigene Zielvorgabe deutlich, weil Jürgen Woscidlo die Auftaktrunde für sich entschied. Allerdings konterte Uwe in den beiden nachfolgenden Matches und räumte zweimal die volle Punktzahl ab. Folgerichtig sollte bereits Partie Nr. 4 die Entscheidung im vorgezogenen Tie-Break bringen … bei dem letztendlich Uwe Frischmuth die Oberhand behielt. Ein Erfolg, für den – abhängig vom Standpunkt des jeweiligen Betrachters – entweder pures Glück oder eine phänomenale Leistung von Uwe den Ausschlag gab.
Akustisch untermalt wurde das muntere Brettgeschehen von ausgesucht liebenswürdigen Wortwechseln, die sich einerseits um weltpolitische und kulturelle Fragen drehten und die andererseits die Abgründe menschlichen Denkens offenbarten …
… bis schließlich unsere wackeren Nachfahren der legendären Revolverhelden Wyatt Earp, Doc Holliday und Jesse James ihre an diesem Tag leider nicht vorhandenen Pferde “sattelten” und entsprechend bloß virtuell davon trabten. Nämlich gleich zum nächsten Duell, vor einem Café am Bahnhof Dammtor.
Verwaist blieben zurück die Schachtische von Planten un Blomen, an einem denkwürdigen Nachmittag im Mai. Und diese Schachtische werden für die Nachwelt auf immer Zeugnis ablegen von einem epischen Ringen, das zugleich einen Meilenstein markiert hat in der langen Geschichte des koreanischen Schachs: die erste Hamburger Meisterschaft im Janggi.

The winner takes it all: der von René Gralla gestiftete "The Eltz-Stronghold-Commander-Award 2017", siehe die Plakette links unten auf dem Tisch (mit einem Reliefbild von Deutschlands berühmtester Festung, der Burg Eltz), für den "Janggi-Castle-Crasher 2017" (siehe die Karte mit entsprechender Widmung), sprich: den Gewinner des Janggi-Duells Jürgen Woscidlo vs. Uwe Frischmuth. Foto: Uwe Frischmuth

The winner takes it all: der von René Gralla gestiftete “The Eltz-Stronghold-Commander-Award 2017″, siehe die Plakette links unten auf dem Tisch (mit einem Reliefbild von Deutschlands berühmtester Festung, der Burg Eltz), für den “Janggi-Castle-Crasher 2017″ (siehe die Karte mit entsprechender Widmung), sprich: den Gewinner des Janggi-Duells Jürgen Woscidlo vs. Uwe Frischmuth. Foto: Uwe Frischmuth

Für deren Gewinn übrigens post festum von Hamburgs Asienschach-Promoter René Gralla an Uwe Frischmuth der würdige Preis übergeben wurde: an den glücklichen “Janggi-Castle-Crasher 2017″ der passende “The Eltz-Stronghold-Commander-Award 2017″, und zwar in Gestalt einer Plakette, die Deutschlands berühmteste Burg Eltz zeigt – mit Blick auf das tückische Gelände der feindlichen Paläste im Janggi, wo Uwe Frischmuth alle Falltüren und versteckten Sprengfallen rechtzeitig identifizierte und trickreich umging.
Dem Vernehmen nach ist auch schon eine Folgeaktion im Koreaschach auf den Weg gebracht: ein Turnier im Herbst 2017 in Hamburg.

Jürgen Woscidlo (in Zusammenarbeit mit René Gralla)


“The Aftermath”

"Janggi Battle - The Aftermath": Jürgen Woscidlo (re.) vs Wolfgang Reher (li.). Foto: Uwe Frischmuth

“Janggi Battle – The Aftermath”: Jürgen Woscidlo (re.) vs Wolfgang Reher (li.). Foto: Uwe Frischmuth

"Janggi Battle - The Aftermath": Jürgen Woscidlo (li.) vs Wolfgang Reher (re.). Foto: Uwe Frischmuth

“Janggi Battle – The Aftermath”: Jürgen Woscidlo (li.) vs Wolfgang Reher (re.). Foto: Uwe Frischmuth