Fotoimpressionen vom Hangeul-Tag 2016 in Hamburg

Zur Einstimmung auf das bevorstehende Janggi-Mega-Event ein paar Impressionen von der Janggi-Präsentation während des Hangeul-Tages (Tag der Koreanischen Schrift) am 8. Oktober 2016 in der Zentralbibliothek Hamburg (Fotos: Choi / National Folk Musuem of Korea)

Bericht: Shôgi, Xiangqi und Janggi auf dem Europäischen Go Congress in Oberhof vom 26.-30. Juli 2017

Bericht über die Präsentation und die Organisation eines jeweiligen Turniers von Shôgi, Xiangqi und Janggi beim Europäischen Go Congress in Oberhof vom 26. bis 30. Juli 2017


Die Organisatoren der Europäischen Go Kongresses hatten im Vorfeld angefragt, ob wir nicht asiatische Schachvarianten für die über 800 Kongress-Teilnehmer in irgendeiner Weise während der zwei Wochen des Kongresses anbieten wollen. Schließlich befänden sich unter den vielen internationalen Go Spielern mit Sicherheit einige, die mit Sicherheit eines der drei Spiele – Shôgi, das japanische Schach bzw. Xiangqi, das chinesische Schach oder Janggi, das koreanische Schach – mächtig sind und zur Abwechslung vielleicht eines von Ihnen am Rande des Hauptturniers spielen möchten?!

Dieses Angebot passte in das von mir als “Füllhorn” beschriebene Programm des europäischen Go-Kongresses, der nicht nur eine Unsumme an GoVarianten turniermäßig angebot, sondern durchaus auch Go-fremde Brettspiele für die Teilnehmer mit im Programm hatte.

Der jährliche europäische Go Kongress bietet, ähnlich wie die Europameisterschaft im Shôgi, eine geschlossene und eine offene Europameisterschaft als deren Hauptturniere an. Da jeden Tag nur eine Partie gespielt wird, ist jede Menge Platz für allerlei weiterer Disziplinen in diesen zwei Wochen; nicht immer nur Go betreffend.

Im Rahmen des “The Siblings Of Go” Informationszirkels sollte ein Infostand alle drei Schachvarianten erklären. Japan, China und Korea als große Go Nationen mit einer entsprechenden Anzahl von Teilnehmern am Open hatten jeweils auch eine eigene Schachvariante kultiviert, die ich nicht uneigennützig auch mithilfe eines kleines Turnier am Wochenende vorstellen bzw. im Rahmen eines kleinen Turniers spielen lassen wollte.


Shôgi – japanisches Schach

Jochen Drechsler, Präsident von Shôgi Deutschland, baute seinen Informationsstand für einen Mittwoch vor Ort auf und musste vieles Vielen erklären; was ihm als geübter Shôgi-Spieler und -Pädagoge aber mühelos gelang. Er hatte eine verbesserte Anfängerversion des Spiels mitgebracht, auf deren Steine jeweils eines der japanischen Schriftzeichen mit den Gangart der jeweiligen Steine zusammen aufgebracht war. Eine sehr nützliche Ausgabe, mit denen wir auch als geübte Spieler gerne gespielt haben.

Angekündigt war auf der Webseite des Kongresses (EGC) neben dem Xiangqi- und Janggi- auch das Shôgi-Turnier, in dem der Kongress als Veranstalter und Preisverleiher auftrat; mit entsprechenden Ehrungen bei der Abschlussfeier.

Da ich den Infostand noch zwei weitere Tage alleine weiterbetrieben habe, konnte ich auf dem Registrierzettel für das Turnier den Interessepegel ablesen. Bis auf einen japanischen 1Dan Amateurspieler, der begeistert gleich seine Teilnahme am Go-Wochenend-Turnier absagte, war niemand bis Freitag abend auf der Liste eingetragen.

Zu meiner Überraschung änderte sich dies am Samstag morgen. Bis 11.00 Uhr hatten sich über Nacht zwölf Leute eingetragen, die alle erschienen sind. Die meisten davon hatten Shôgi erst am Infostand gelernt.
Erstaunlich und erfreulich war dies umso mehr, da es am Wochenende für GoSpieler attraktive Veranstaltungen gab, die man entsprechend verpasste.

KRM2017С_07305559Den Spielstärken nach hatten sich besagter japanischer 1 Dan, zwei 6 Kyu Spieler und eine 9 Kyu Spielerin aus Deutschland, eine 15 Kyu Japanerin und einige Anfänger aus Deutschland und Holland, aber auch 2 japanische Rentnerinnen, in die Liste eingeschrieben. Diese gaben mir vor dem Turnier zu verstehen, dass sie beide die Regeln für Shôgi gar nicht kennen würden, aber trotzdem teilnehmen wollten. Das Bild, wie zwei japanische Rentnerinnen mit den deutschen Erklärungstafeln für die Zugfolgen in der Hand ein Turnier spielen – dies alles in einem Saal voll von Go-Spielern – hat sich als Unikum bei mir eingebrannt. Glück für uns: der japanische 1 Dan konnte mich/uns mit den Vorgaberegeln vertraut machen. Die wurden auch sogleich nach seinen Vorstellungen für das 5 rundige Turnier angewandt. Einer der Kongresshelfer nahm die Auslosungen vor. Ich spielte zwar mit, aber außer Konkurrenz, denn auf dem eigenen Turnier Buchpreise abzuräumen fand ich nicht angebracht. So kam es, dass in der offiziellen Liste ein holländischer Anfänger mit 5:0 das Turnier gewann, vor dem Japaner und der 9kyu Spielerin Birgit, die vor Jahren einmal eine Shôgi-Frauenmeisterschaft in Deutschland gewonnen hatte. Meine Vorgabepartie gegen den 1 Dan (er gab mir Turm und Läufer vor) habe ich zwar gewonnen, aber es war angesichts seiner drei Tokins, die er mirakulös bilden konnte, harte Arbeit für mich. Ein schaler Sieg.

Ein Shôgi Roll-up-Banner wurde mehrfach lobend erwähnt. Ich hatte es dekorativ neben das Turnierfeld gestellt. Die Stimmung war familiär und ausgezeichnet. Die vier japanischen TeilnehmerInnen bedankten sich mehrmals herzlich für diese Gelegenheit, Shôgi spielen zu können. Ich hoffe, sie erzählen zuhause kräftig davon.

Die drei Erstplazierten im Shôgi-Turnier:

Mandemaker, Jorik – NL
Utaka, Kiyoshi – JP
Petri, Birgit – D

Im Vorfeld hatte ich einige der reichlich anwesenden Japaner auf Shôgi angesprochen. Als ich mehrere japanische Herren vor dem Abendbrot auf Shôgi ansprach, fragten sie mich nach einigen Fachausdrücken. Jedesmal, wenn ich “tokin” , “furigoma” oder “anaguma” sagte, fingen sie vor Vergnügen an zu lachen. Als ich ihre Frage nach der Anzahl von aktiven Shôgi-Spielern in Deutschland mit ca. 250 angab, klatschten sie sich am lautesten auf die Schenkel. Am Ende des Kongresses kam der offensichtliche Leiter dieser Gruppe auf mich zu. Er freue sich für mein Interesse für Shôgi und gab mir seine Visitenkarte. Sollten sich unsere Wege noch einmal kreuzen würde er dafür sorgen, dass es genügend Shôgi-Spieler bei unserm nächsten Treffen gäbe. Er war sehr angetan. Ich habe ihm sofort eine Kontaktmail gesandt. Wahrscheinlich sehen wir uns wieder beim nächsten Go Kongress in Pisa, Ende Juli bis Mitte August 2018…


Xiangqi – chinesisches Schach Die Erfahrungen mit Xiangqi wären ähnlicher Natur. Noch mehr als Shôgi wurde Xiangqi am Infostand angefragt. Es gab reichlich zu tun im Erklären und Probespielen. Einige deckten sich auch mit neuem Material ein. Das Turnier am Sonntag kam zwar ebenfalls zustande – mit 8 Teilnehmern – litt aber ein wenig unter dem ungünstigen Zeitpunkt, zu dem es angeboten worden war. Es hätte definitiv die meisten Teilnehmer zusammen bekommen. Als Novum führte ich auch hier Vorgaben ein, da die Spielstärkenunterschiede doch arg waren. Es hat keinen Teilnehmer gestört. Gewonnen hat denn auch ein Anfänger dieses Spiel, in dem er seine Schacherfahrung unter Beweis stellen konnte. Obwohl er nebenbei noch die Auslosungen übernahm ! Nachdem er seinen Preis gleich in ein neues Xiangqi Set investiert hatte, wurde abends reichlich weiter gezockt. KRM2017С_07305555

Die Gewinnerreihe im Xiangqi-Turnier:

1. Horatschek, Martin – D
2. Chen, Feiyang – D
3. Grzeschmiok, Anton – D

Bei abendlichen Xiangqi-Zockrunden stellte sich der spätere Gewinner im Janggi Turnier, Liang Zhijie


Janggi – koreanisches Schach

Markus Kottke und Anton Grzeschniok, beides Go Spieler die auch an Xiangqi Turnieren teilnehmen, bildeten eines der Gespanne, die letztlich – zu meiner großen Überraschung – auch noch das Janggi-Turnier mit 10 Teilnehmern möglich machten.
Auch hier wurde im Vorfeld reichlich erklärt und trainiert; in einem Spiel, was für mich auch immer noch relativ neu ist. Aber findige App-Sucher fanden denn auch gleich die entsprechenden elektronischen Trainer im Janggi.

Ich trat erneut als Organisator und Schiedsrichter auf, auch, um Erfahrungen für das kommende Janggi-Turnier am 14. Oktober 2017 in Hamburg zu sammeln.

Zwei Chinesen, zwei Koreaner, ein Vietnamese und die restlichen fünf deutschen Teilnehmer machten ein äußerst spannendes Janggi Turnier möglich. Die Endrunde wurde sogar im Zweikampfmodus ausgetragen, in der Markus Kottke knapp dem chinesischen Sieger Liang Zhijie aus Peking den Vortritt lassen musste. Dritter wurde schon erwähnter Martin Horatschek, der seine neuen Xiangqi-Künste auch im Janggi unter Beweis stellen konnte.

KRM2017С_08026961
Das erste Erwachsenenturnier im Janggi in Deutschland war ausgespielt.

Die ersten drei im Janggi-Turnier

1. Liang, Zhijie – Chi
2. Kottke, Markus – D
3. Horatschek, Martin – D

Bei der Schlussfeier am ersten Sonntag wurden die Preise vom Kongress als offizieller Veranstalter auf der Bühne überreicht.
Ich durfte dann auch noch ein paar Worte an die mehreren hundert Anwesenden richten, in dem ich auf die jeweiligen “Geschwister des Go” in Japan, China und Korea aufmerksam machte.


Ausblick

Ich hatte Gelegenheit, mit Italienern – den Organisatoren des nächsten Kongresses – zu sprechen. Diese “Siblings Of Go ” Erfahrung hat mir sehr gut gefallen; ich würde sie fortführen wollen.

Die Italiener würden mir ebenfalls nächstes Jahr die Möglichkeit geben, die drei Schachvarianten vorzustellen. Es ist auch von ihnen aus eine Schach&Go Turnier-Variante geplant, da Schach sehr stark in Pisa und Italien vertreten ist.

Mit ausreichender Vorbereitung würde es also möglich sein, in beiden Szenen für alle drei Varianten zu werben.

In jedem Fall war es für alle ein großes Vergnügen, sich mit den Siblings und ihren Spielerinnen und Spielern zu beschäftigen.

Wohlan!

Uwe Frischmuth
Promoter of “The Siblings Of Go”

Bericht: 1. Janggi-Workshop in Sinstorf

Janggi Brett
Liebe Freunde des Koreaschachs,

am Donnerstag, den 27.07.2017 fand im Gemeindehaus der Ev. Kirchengemeinde Sinstorf ein erster Janggi-Workshop statt.
Mit diesem Workshop wurde zum ersten Mal in Sinstorf eine Veranstaltung zum koreanischen Schach durchgeführt – er war eine echte Premiere!
In den Gemeinderäumlichkeiten ging es für die 5 Teilnehmer dann rund um die Themen Endspiel, Bitsiang, Wertigkeit der Figuren und Regeln des Spielendes ans Eingemachte.

Blick in den Spielsaal ( Foto: Jürgen Woscidlo)

Blick in den Spielsaal ( Foto: Jürgen Woscidlo)

Teilnehmer waren Ian Meinköhn, Konrad-Leo Adler, Oscar Roca, Sven Meinköhn und Niels Meinköhn. Alle geübte Spieler in vielen Schachvarianten.
Natürlich wurden auch Partien gespielt, um das erlernte in die Praxis umzusetzen. Dabei gelang Sven Meinköhn ein schöner Sieg gegen Ian Meinköhn.
Konrad Leo Adler und Ian Meinköhn lieferten sich ebenfalls packende Partien. Im Duell gegen Jürgen Woscidlo machte Ian Meinköhn mit seinem Schachlehrer kurzen Prozess und gewann in einer schönen Mattkombination.
Der Ehrengast dieses Workshops, Oscar Roca hatte den weitesten Anfahrtsweg: er kommt aus Lima, Peru. Eigentlich wollte er nur seine drei Enkel (die Meinköhns) begleiten. Nachdem er aber ins Spiel von Niels eingewiesen wurde, packte auch ihn das Schachfieber. Dabei erzählte Herr Roca, dass es in Peru durchaus kleine Kolonien von Koreanern gibt, die dort arbeiten und leben und natürlich auch Jianggi spielen. Damit ist dem Jianggi-Boom in Peru keine Grenze gesetzt. Was würde wohl Simon Bolivar, der selbst ein guter Schachspieler war, dazu sagen?

Die Teilnehmer von links nach rechts: Niels Meinköhn, Oscar Roca, Sven Meinköhn, Konrad- Leo Adler, Ian Meinköhn (Foto: Jürgen Woscidlo)

Die Teilnehmer von links nach rechts: Niels Meinköhn, Oscar Roca, Sven Meinköhn, Konrad-Leo Adler, Ian Meinköhn (Foto: Jürgen Woscidlo)

Zum Abschluss erhielten alle Teilnehmer eine Urkunde und verabschiedeten sich bis zum 17.08.2017. Dann treffen sie sich an gleicher Stelle für einen zweiten Workshop wieder.

Für den zweiten Workshop am 17.08.2017 sind noch Plätze frei. Anmeldung bitte bei Jürgen Woscidlo, jwoscidlo@msn.com

Einen großen Dank gebührt der Ev. Kirchengemeinde Sinstorf, die den Janggi–Spielern ihre Gastfreundschaft gewährte.

Jürgen Woscidlo

Kurzbericht: Shôgi-Workshop im Museum Lüneburg

Anlässlich der Ausstellung: “Begegnungen hinter Stacheldraht. Deutsche Kriegsgefangene im Lager Bandō in Japan 1917–1920″, die vom 28. April bis zum 27. August 2017 im Museum Lüneburg zu sehen ist, begaben die Hamburger Shôgispieler auf große Reise und boten am 24. Juni im Museum einen Workshop rund um das Schach der Samurai an. René Gralla, Jürgen Woscidlo, Uwe Frischmuth, Rolf Müller, Masaomi Ishii, Jürgen Reher und Fabian Krahe konnten sich über reges Interesse der Museumsbesucher freuen. Und zwischen Regelerklärungen, Testspielen und der Vermittlung kultureller Hintergründe blieb sogar Zeit für einige spannende Matches.

2017-06-24 Museum Lüneburg Shôgi Workshop 002

Wir danken herzlich dem Museum Lüneburg für die Möglichkeit das königliche Spiel Japans präsentieren zu können und allen Beteiligten für den schönen und erfolgreichen Workshop.

Fabian Krahe

2017-06-24 Museum Lüneburg Shôgi Workshop 003

Verbeugung am 81-Felder-Brett vor dem großen Daimyo: Bilal Dardour gewinnt das “Toyotomi Hideyoshi Shôgi Memorial 2017″ in Hamburg

Japan bestimmt die2017-02-07 Toyotomi Plakat Nachrichtenlage in Deutschlands Norden während der ersten Frühlingswochen. Denn das Kaiserreich ist Partnerland der diesjährigen CeBIT in Hannover vom 20. bis 24. März 2017, und im Zuge dessen wird der aus Tokio angereiste Premier Shinzo Abe auch der Hansestadt Hamburg einen Besuch abstatten.
Quasi als Einstimmung darauf haben die Nippon-Fans einen besonders spannenden Beitrag, den Japan zum Weltkulturerbe geleistet hat, am 11. März 2017 mit einem speziellen Event gewürdigt: 24 Freunde der äußerst dynamischen Schachversion, die auf dem fernöstlichen Archipel entwickelt worden ist, trugen in den Räumen der Hamburger Bücherhallen das “Toyotomi Hideyoshi Shôgi Memorial 2017″ aus. Nach vier Runden setzte sich der Frankfurter Bilal Dardour, 2 Kyu, in einem internationalen Teilnehmerfeld durch; neben Spielern, die unter den Farben der Bundesrepublik antraten, gingen Titelanwärter aus den Niederlanden, Frankreich, Dänemark, Türkei und sogar Hongkong ins Rennen.

Die wohl spannendste Partie des Turniers: Bilal Dardour (l.) gegen Julian Baldus (r.) in der letzten Runde

Die wohl spannendste Partie des Turniers: Bilal Dardour (l.) gegen Julian Baldus (r.) in der letzten Runde.

Das Turnier war neben der sportlichen Seite zugleich auch eine Verbeugung vor dem genialen Feldherrn Toyotomi Hideyoshi (1537-1598), der im 16. Jahrhundert die Grundlagen legte für die Beendigung selbstzerstörerischer Bürgerkriege, die damals das Kaiserreich zerrissen. Und da der unvergessene Daimyo, dessen Geburtstag sich am 17. März 2017 zum 480. Mal gejährt hat, zugleich auch das regionale Schach seiner Heimat nach den Berichten der Chronisten sehr schätzte, gedachte folgerichtig und stilgerecht am 81-Felder-Brett die Shôgi-Gemeinde dieser Tage ihres legendären Vorkämpfers, der vom einfachen Bauern zum allseits gefürchteten und respektierten Truppenführer aufgestiegen war.
Ein interaktiver Dialog mit Japans Geschichte, der unter besagtem Leitmotiv jetzt angeknüpft hat an die vor neun Monaten organisierte Auftaktveranstaltung der entsprechend gestarteten kleinen Eventserie in der Elbmetropole: Am 4. Juni 2016 lud die örtliche Shôgi-Community zum “Tokugawa Ieyasu Shogi Memorial 2016″ ins Asien-Afrika-Institut der Universität ein, und zwar als Reverenz an den 500. Todestag jenes Mannes, der die von seinem Vorgänger Toyotomi Hideyoshi begonnene Befriedung Japans vollenden sollte – und der außerdem, weil ebenfalls bekennender Liebhaber der Mattkunst, 1612 das Profiwesen im Shôgisport begründete.

Angespanntes Nachdenken in der Hamburger Bücherhalle.

Angespanntes Nachdenken in der Hamburger Bücherhalle.

Ein Wettbewerb im Nipponschach, um die Besucher der öffentlichen Bücherhallen neugierig zu machen auf das Thema Japan: Dieses Konzept hatte die Bibliotheksleistung davon überzeugt, ihr Haus nun eben für das “Toyotomi Hideyoshi Shôgi Memorial 2017″ zu öffnen. Und so verwandelte sich das Zentrum des Wissens, das in Sichtweite des Hamburger Hauptbahnhofes liegt, am zweiten Sonnabend im März in einen Ort, an dem die mentale Variante der fernöstlichen Martial Arts absolut fair – wofür nicht zuletzt Turnierdirektor Fabian Krahe sorgte – und in freundschaftlichem Geist, aber trotzdem auch leidenschaftlich und voller Ehrgeiz zelebriert wurde.

Zum ersten Mal fand ein Shôgi-Turnier in der Hamburger Zentralbibliothek statt. Vor dem Turnierraum konnten Partien analysiert werden und interessierte Besucher der Bücherhalle sich über das japanische Schach informieren

Zum ersten Mal fand ein Shôgi-Turnier in der Hamburger Zentralbibliothek statt. Vor dem Turnierraum konnten Partien analysiert werden und interessierte Besucher der Bücherhalle sich über das japanische Schach informieren.

Mit der Folge, dass auch der eine oder andere Favorit schmerzhaft Federn lassen musste. Der Däne Thomas Heshe, 1 Kyu, der noch im Frühsommer 2016 das “Tokugawa Ieyasu Shôgi Memorial 2016″ dominiert hatte, kam beim “Toyotomi Hideyoshi”-Nachfolgeturnier über den undankbaren 4. Platz nicht hinaus. Und der niederländische Topfavorit Lex van der Lubbe, 1 Dan, landete überraschend auf dem 6. Platz.

Siegerehrung durch René Gralla. Für die Sieger der 1. und 2. McMahon-Gruppen und den besten Jugendlichen gab es einen Pokal.

Siegerehrung durch René Gralla. Für die Sieger der 1. und 2. McMahon-Gruppen und den besten Jugendlichen gab es einen Pokal.

Dagegen schlug das Team Düsseldorf gleich zweimal zu: Julian Baldus, 5 Kyu, kämpfte sich vor auf den geteilten zweiten Platz (gleichauf mit Hongkongs Vertreter Chung Man Chan, 3 Kyu), und Michaela Baumgarth, 8 Kyu, gewann die Damenkonkurrenz. Volker Hildebrand setzte sich als Sieger der 2. McMahon-Gruppe durch. Jürgen Woscidlo als Sieger der 3. McMahon-Gruppe.

Uwe Frischmuth (r.), bester Hamburger Spieler im Spiel gegen Michael Höhne (l.)

Uwe Frischmuth (r.), bester Hamburger Spieler im Spiel gegen Michael Höhne (l.)

Und noch jemand durfte kräftig jubeln: der 15-jährige Niels Meinköhn, 17 Kyu, hängte die übrigen Jugendspieler ab und bewies, dass sein vergleichbarer Erfolg vor einem Dreivierteljahr nach dem Zieleinlauf des “Tokugawa Ieyasu Memorials 2016″ (Bester der U-18-Wertung) kein One-Day-Wonder gewesen war. Dem Shôgi-Daimyo Toyotomi Hideyoshi, virtueller Patron des 2017-er Memorials in seinem Namen, hätte das gewiss gefallen. Kerem Kuruca als absoluter Neuling, er erlernte die Regel erst vor einigen Wochen, schlug sich tapfer, aber belegte den letzten Platz. Uwe Frischmuth wurde mit einem zehnten Platz bester Hamburger Spieler.
Da haben wir Hamburger noch einige Shôgi-Lektionen aufzuholen. Schließlich hätte es für eine derart schlappe Performance vom Shôgi-Daimyo Toyotomi Hideyoshi beim Morgenappell garantiert einen gewaltigen Anschiss gegeben.

René Gralla und Fabian Krahe

Toyotomi Hideyoshi Shôgi Memorial 2017, Germany : 2017-03-11

Nr Name Nat Grade ELO 1 2 3 4 Pts +/-
1 Dardour Bilal DE 2 Kyu 1599 6+ 2+ 5+ 3- 5 +16
2 Chan Chung Man HK 3 Kyu 1390 4+ 1- 11+ 5+ 5 +79
3 Baldus Julian DE 5 Kyu 1267 9+ 5- 7+ 1+ 5 +100
4 Heshe Thomas DK 1 Kyu 1737 2- 17+ 8+ 6+ 5 -4
5 Höhne Ritchy NL 3 Kyu 1452 7+ 3+ 1- 2- 4 +7
6 van der Lubbe Lex NL 1 Dan 1748 1- 15+ 12+ 4- 4 -26
7 Faber Sébastien FR 3 Kyu 1442 5- 10+ 3- 12+ 4 -14
8 Hildebrand Volker DE 1019 14+ 13+ 4- 16+ 4 +71
9 Höhne Michael NL 6 Kyu 1224 3- 12- 17+ 10+ 4 +11
10 Frischmuth Uwe DE 7 Kyu 1131 11+ 7- 13+ 9- 3 +30
11 Krahe Fabian DE 7 Kyu 1175 10- 14+ 2- 19+ 3 +3
12 Dreier Konrad DE 8 Kyu 1076 23+ 9+ 6- 7- 3 +41
13 Köhler Ingo DE 6 Kyu 1219 17- 8- 10- 20+ 3 -41
14 Baumgarth Michaela DE 8 Kyu 1046 8- 11- 22+ 18+ 3 +12
15 Müller Jens DE 8 Kyu 1090 18+ 6- 20- 17+ 3 +24
16 Woscidlo Jürgen DE 921* 24+ 21+ 18+ 8- 3
17 Gralla René DE 6 Kyu 1225 13+ 4- 9- 15- 2 -14
18 Grandmarre Antoine FR 7 Kyu 1125 15- 19+ 16- 14- 2 -44
19 Meinköhn Niels DE 416 22+ 18- 21+ 11- 2 +114
20 Pizarro Silva Loreto NL 17 Kyu 476 21- 24+ 15+ 13- 2 +185
21 Müller Markus DE 13 Kyu 698 20+ 16- 19- 23+ 2 +12
22 Meinköhn Ian DE 16 Kyu 462 19- 23+ 14- 24+ 2 +47
23 Müller Rolf DE 15 Kyu 501 12- 22- 24+ 21- 1 +10
24 Kuruca Kerem TR 1* 16- 20- 23- 22- 0

Promoting Baldus Julian to 4 Kyu
Promoting Hildebrand Volker to 9 Kyu
Promoting Krahe Fabian to 6 Kyu
Promoting Dreier Konrad to 7 Kyu
Promoting Müller Jens to 7 Kyu
Promoting Meinköhn Niels to 16 Kyu
Promoting Pizarro Silva Loreto to 14 Kyu
Promoting Müller Markus to 12 Kyu
Promoting Meinköhn Ian to 15 Kyu

Bilal Dardour (m.), Turniersierger mit den beiden Organisatoren René Gralla (l.) und Fabian Krahe (r.). Foto by Michaela Baumgarth

Bilal Dardour (m.), Turniersierger mit den beiden Organisatoren René Gralla (l.) und Fabian Krahe (r.). Foto by Michaela Baumgarth

Ein geteilter zweiter Platz ging an Chung Man Chan (l.) und Julian Baldus (r.).  Foto von Michaela Baumgarth

Ein geteilter zweiter Platz ging an Chung Man Chan (l.) und Julian Baldus (r.). Foto von Michaela Baumgarth

Bester Jugendspieler wurde Niels Meinköhn (r.). Foto von Michaela Baumgarth

Bester Jugendspieler wurde Niels Meinköhn (r.). Foto von Michaela Baumgarth

Mehr Fotos vom Turnier gibt es auf der Facebook-Seite von Shôgi Düsseldorf: https://www.facebook.com/ShogiDuesseldorf/.

Macht Hamburg zu unserer Shogi-Perle: Uwe Frischmuth (re.), der für seine Platzierung als bester Hanseat beim Toyotomi Hideyoshi Shogi-Memorial von Turnier-Co-Organisator René Gralla (li.) in St. Georgs Szene-Café "Uhrlaub" (wo häufig die elbstädtischen 81-Felder-Zocker mit ihrem Nighttrain einen Stopp einlegen) nachträglich ausgezeichnet wurde mit Urkunde und dem Nordic Daimyo-Ren (in der rechten Hand von René Gralla).

Macht Hamburg zu unserer Shôgi-Perle: Uwe Frischmuth (re.), der für seine Platzierung als bester Hanseat beim Toyotomi Hideyoshi Shogi-Memorial von Turnier-Co-Organisator René Gralla (li.) in St. Georgs Szene-Café “Uhrlaub” (wo häufig die elbstädtischen 81-Felder-Zocker mit ihrem Nighttrain einen Stopp einlegen) nachträglich ausgezeichnet wurde mit Urkunde und dem Nordic Daimyo-Ren (in der rechten Hand von René Gralla).

Im Zeichen des Nordlichts: das Nordic Daimyo-Ren (gestiftet von Ingrid Gralla) als  Auszeichnung und künftiger Glücksbringer für den besten Hamburger Uwe Frischmuth beim Toyotomi Hideyoshi Shogi Memorial 2017. Foto: Uwe Frischmuth

Im Zeichen des Nordlichts: das Nordic Daimyo-Ren (gestiftet von Ingrid Gralla) als Auszeichnung und künftiger Glücksbringer für den besten Hamburger Uwe Frischmuth beim Toyotomi Hideyoshi Shogi Memorial 2017. Foto: Uwe Frischmuth

Epilog: Die freundliche Stifterin des Sonderpreises für den besten Hamburger beim Toyotomi Hideyoshi Memorial 2017, die Shogi-Förderin Ingrid Gralla, ist leider am 27. August 2017 (und damit wenige Tage nach Vollendung ihres 86. Lebensjahres) in Elmshorn verstorben. Foto: Familienarchiv

Epilog: Die freundliche Stifterin des Sonderpreises für den besten Hamburger beim Toyotomi Hideyoshi Memorial 2017, die Shogi-Förderin Ingrid Gralla, ist leider am 27. August 2017 (und damit wenige Tage nach Vollendung ihres 86. Lebensjahres) in Elmshorn verstorben. Foto: Familienarchiv

Bericht: Shôgi auf dem Hina-matsuri 2017

Liebe Shôgi-Freunde,

dieses Jahr haben wir Hamburger Shôgi-Spieler erneut im Hamburger Museum für Völkerkunde die japanische Variante des königlichen Spiels präsentiert. Anlass war das Hina-matsuri, dass japanische Mädchenfest, welches jedes Jahr am 3. März begangen wird. Beim Hina-matsuri stellen Mädchen Puppen, die den klassischen japanischen Hofstaat darstellen, auf ein Podest. Dieser aus der Edo-Zeit (1600-1868) stammende Brauch soll vor Gefahren schützen. 2017-03-05 Hina-matsuri 001

Wie auch in den letzten Jahren haben wir vor dem Maori Haus Shôgi erklärt und gespielt. Neben alten Bekannten konnten auch wir auch viele neue Talente entdecken. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Menschen sich auch von außerhalb Hamburgs im Museum einfinden. Über Besuchermangel konnten wir uns wahrlich nicht beschweren. 2017-03-05 Hina-matsuri 005 2017-03-05 Hina-matsuri 004Neben dem Shôgi gab es auch wieder ein vielfältiges Kulturangebot, dass von Manga zeichnen, über Origami falten bis zum beliebten Cosplay Schaulaufen reichte. Monika Mizuno Bereuter stellte als dessen Vorsitzende wieder den Kulturverein “Deutsch-Japanisches Forum Elbe e.V.” vor und unterstützte uns beim Shôgi. Besonderer Dank gilt wie jedes Jahr René Gralla, der sich der Organisation des Shôgi-Standes angenommen hat. Masaomi Ishii, Wolfgang Reher, Rolf und Markus Müller, Ian und Niels Meinköhn, Anton Bumagina, Fabian Krahe und viele andere haben Zeit und Mühe investiert um diesen Tag zu einem Erfolg zu machen.

2017-03-05 Hina-matsuri 003 2017-03-05 Hina-matsuri 002

Am Shôgi-Infostand im Foyer des Völkerkundemuseums: Monika Mizuno Bereuter (li.), Chefin des Deutsch-Japanischen Forums Elbe und Unterstützerin der Hamburger Shôgi-Aktivisten während der Präsentation beim Hina Matsuri 2017, und Shôgi-Promoter René Gralla (re.). Foto: Shigeko Takeya

Am Shôgi-Infostand im Foyer des Völkerkundemuseums: Monika Mizuno Bereuter (li.), Chefin des Deutsch-Japanischen Forums Elbe und Unterstützerin der Hamburger Shôgi-Aktivisten während der Präsentation beim Hina Matsuri 2017, und Shôgi-Promoter René Gralla (re.). Foto: Shigeko Takeya

Oh Yeah … Janggi goes TV!

Außerhalb Asiens dürfte es dafür wenig Konkurrenz geben: An der Hamburger Schule Grumbrechtstraße bringt Jürgen Woscidlo seinen Schachschülern neben Shôgi auch andere Versionen des Königlichen Spiels bei – und darunter eben auch das koreanische Janggi.

Das wiederum haben die Newsmacher vom südkoreanischen Auslands-TV-Sender Uri News – der seine Zentrale in Frankfurt/Main hat – derart ungewöhnlich gefunden, dass sie darüber ein Feature produziert und gesendet haben.

Hier der muntere Beitrag auf Youtube, der, obwohl in koreanischer Sprache ausgestrahlt, im Ergebnis self-explanatory ist … und in dem unter anderem auch Hamburgs Shôgi-Promoter René Gralla zu Wort kommt, um ein von ihm gebasteltes Janggi-Set mit 3D-Figuren-Szenario vorzustellen:

Shôgi-Schulturnier: Grundschule Grumbrechtstraße vs. japanische Grundschule Halstenbek

Von Jürgen Woscidlo

Im November spielten die Schüler der Schach-AG der Grundschule Grumbrechtstraße zum fünften Male gegen die Schüler der japanischen Grundschule Halstenbek. Diesmal waren die Heimfelder ABC-Schützen zu Gast in Halstenbek. Mit dabei waren erfahrene Spieler wie Adriano Americo, Elefterios Petridis, Paul Geißler, Ian Meinköhn, Konrad Leo Adler und einige Neuzugänge wie Efe Ferad und Peter Große, die auf ihre Art für ein gelungenes Turnier sorgten. Mit Enrico Ruccio kehrte ein Urgestein des Shôgis an der Grumbrechtstraße auf die Turnierbühne zurück. Trotz langer Pause holte Enrico zwei wichtige Punkte und errang einen verdienten, geteilten fünften Platz. Efe Ferad, der erst vor kurzem Shôgi erlernte, spielte furchtlos und wurde mit einem Punkt belohnt. Mit zunehmender Spielerfahrung und Training wird er sicher zu einer starken Stütze der Mannschaft werden. Peter Große hatte zwar nicht das Spielglück auf seiner Seite, dafür aber hatte er mit seinen Gegenspielerinnen immer Partien, wo es fröhlich zuging. Diese Fröhlichkeit wirkte sich sehr positiv auf die Atmosphäre aus und dafür gebührt ihm Dank. Die Routiniers spielten sehr durchwachsen.
Paul Geisler spielte ein schwungvolles Angriffsspiel; hatte jedoch in den Runden zwei und drei das Pech unkooperativer Gegner. Mit drei Punkten aus fünf Runden kam er schließlich auf einen geteilten vierten Platz. Elefterios Petridis spielte ein gutes Turnier, blieb aber doch unter seiner eigentlichen Stärke. Schließlich fand er sich in einem Stichkampf um Platz vier mit Mori Hirotomo wieder, als Herr Shibakuki, ein Lehrer der japanischen Schule, welcher als Schiedsrichter zusammen mit Herrn Ishi und Herrn Woscidlo wirkte, in die Partie eingriff. Er zeigte Elefterios Petridis den Gewinnzug. Darauf wurde die Partie abgebrochen. Schließlich einigte sich das Schiedsrichter Trio darauf, den vierten Platz zu teilen. So fanden sich Mori Hirotomo, Elefterios Petridis und Paul Geißler auf dem geteilten vierten Platz wieder. Adriano Americo spielte ein sehr konstantes Turnier, sehr konzentriert und gab lediglich in Runde vier einen Punkt ab: ausgerechnet gegen Ian Meinköhn. Die Belohnung für dieses konzentrierte Spiel war ein verdienter dritter Platz.

Das Spitzenduo dieses Turniers bildeten Ian Meinköhn und Konrad Leo Adler. Beide zogen mit fünf aus fünf Punkten am gesamten Feld vorbei. Ein Stichkampf musste in der sechsten Runde die Entscheidung bringen. Die Partie war kurz, heftig und endete mit einem Sieg für Ian Meinköhn, der damit den ersten Platz belegte. Die japanische Mannschaft verfügte mit Mori Hirotomo über einen brandgefährlichen Spieler. Er agiert sehr geschickt und nutzt jeden Fehler des Gegners sofort aus. Einige Heimfelder Spieler mussten dies sehr schmerzhafte erfahren. Matsui Shotarou und Yanagi Eika spielten ebenfalls mit viel taktischem Geschick und es fehlte manchmal nicht viel zum Sieg. Dadurch waren sie für ihre Mannschaft ein großer Rückhalt. Insgesamt hatte die japanische Mannschaft – gegenüber dem letzten Turnier – an Spielstärke gewonnen. Leider aber werden genau diese Spielerinnen und Spieler im März 2017 die Schule verlassen, womit der Schule eine kampfstarke, sympathische Mannschaft verloren geht.
All unseren japanischen Shôgi-Freunden wünschen wir eine gute Heimkehr nach Japan!

Die Turnierteilnehmer. Foto von Jürgen Woscidlo

Die Turnierteilnehmer. Foto von Jürgen Woscidlo

Großer Dank gebührt den Eltern der japanischen Schule. Diese hatten ein richtiges Buffet auf die Beine gestellt und das gemeinsame Mittagessen war in der Tat so, als säße man bei alten Freunden. Die gesamte warmherzige Atmosphäre der japanischen Schule war einfach wundervoll. Im Juni 2017 erfolgt der Gegenbesuch der japanischen Schule in der Grundschule Grumbrechtstraße.
Denn nach dem Turnier, ist vor dem Turnier!

Grumbrechtstraße vs. Halstenbek 2016-11 – Endtabelle
Nr.: Name 1 2 3 4 5 6 Bemerkungen Endstand Platzierung
1 Paul Geißler 1 0 0 1 1   Geteilter 4. Platz 3 4
2 Ian Meinköhn 1 1 1 1 1 1 1. Plaz nach Stichkampf mit Konrad-Leo Adler 6 1
3 Elefterios Petridis 1 0 1 0 1 Geteilter 4. Platz; Abbruch des Stichkampfes mit Hirotomo Mori, wegen Eingriffs des Schiedsrichters 3 4
4 Adriano Americo 1 1 1 0 1   4 3
5 Efe Ferad 0 0 1 0 0   Geteilter 6. Platz 1 6
7 Peter Große 0 0 0 0 0     0 7
8 Konrad Leo Adler 1 1 1 1 1 0 2. Platz nach Stichkampf mit Ian Meinköhn 5 2
9 Enrico Ruccia 1 0 0 0 1   Geteilter 5. Platz 2 5
10 Yosuke Tosaka 0 0 0 1 1   Geteilter 5. Platz 2 5
11 Shotarou Matsui 0 1 0 1 0   Geteilter 5. Platz 2 5
12 Haruna Ibaragi 0 0 0 1 0   Geteilter 6. Platz 1 6
13 Hana Takahashi 0 0 1 0 0   Geteilter 6. Platz 1 6
14 Hirotomo Mori 1 1 0 1 0   Geteilter 4. Platz; Abbruch des Stichkampfes mit Elefterios Petridis, wegen Eingriffs des Schiedsrichters 3 4
15 Eika Yanagi 0 1 1 0 0   Geteilter 5. Platz 2 5

Verspielte Träume aus Tausendundeiner Nacht – Schachturnier in Hamburg nach Original arabischen Regeln

Von René Gralla

Der Mann war Jurist und Rebell. Und obendrein verblüffte er die Zeitgenossen gerne am Spielbrett: Sa’id ibn Jubair demütigte oft erst frohgemute und alsbald tief verzweifelte Herausforderer reihenweise mit eleganten Attacken und fiesen Tricks, die er ohne Ansicht des jeweiligen Matchgeschehens plante und fehlerfrei exekutierte. Indem er konsternierten Gegnern und wechselnden Figurenarrangements auf Tischen, die geschäftstüchtige Impresarios eilfertig bereitstellten, nonchalant und selbstgewiss den Rücken zukehrte.

Die sensationellen Stunts machten den mental derart präsenten Rechtsgelehrten vor gut dreizehn Jahrhunderten zum ersten Athleten des Denksports, der Partien quasi “blind” ausfechten und gewinnen konnte. Und das war Grund genug für eine Gruppe Enthusiasten aus Deutschlands boomender Port City an der Elbe – allen voran Schachlehrer Jürgen Woscidlo sowie ChessBase-Autor und Rechtsanwalt René Gralla – , dieser Tage den 665 wahrscheinlich in Äthiopien geborenen Meister (der nach manchen Quellen später unter anderem im Raum Mekka aktiv war) posthum zu ehren und ihm einen Platz zu reservieren in der Hall of Fame des Spiels der Spiele: mit einem “Sa’id ibn Jubair-Shatranj-Memorial” am 22. Oktober 2016 im Asien-Afrika-Institut der Universität Hamburg.

Unterstützt das Shatranj-Revival: Tunesiens Konsulin in Hamburg, Frau Sonia Ben Amor. Foto: Bernd-Jürgen Fischer

Unterstützt das Shatranj-Revival: Tunesiens Konsulin in Hamburg, Frau Sonia Ben Amor. Foto: Bernd-Jürgen Fischer

Der historische Wettkampf, großzügig unterstützt von der Deutsch-Tunesischen Gesellschaft (DTG) und dem Tunesischen Konsulat in der Elbmetropole, gehörte zu einem der ersten Höhepunkte der diesjährigen Arabischen Kulturwochen: eine mehrfach preisgekrönte Veranstaltungsreihe, die sich unter Federführung ihres Initiators Dr. Mohammed Khalifa als fester Bestandteil im herbstlichen Eventkalender der Hansestädte Bremen und Hamburg etabliert hat. Und es kam nicht von ungefähr, dass die Lebensleistung des Sa’id ibn Jubair exakt 1302 Sommer nach brutalem Finale – wegen angeblichen Hochverrats musste der gefallene Held den Gang auf’s Schafott antreten – nun endlich gewürdigt wurde, und zwar ausgerechnet in der kompetitiven Form eines Turniers.

Schließlich zählte der legendäre Champ zu den frühen Superstars in einer bestimmten Variante des Denksports, die “Shatranj” hieß und nichts weniger war als die Originalausgabe des heute rund um den Globus beliebten Schachspiels. Denn nachdem unbekannte Tüftler wohl Mitte des fünften Jahrhunderts auf dem indischen Subkontinent das Szenario eines simulierten Zusammenpralls zweier Heere samt notwendigem Regelwerk kreiert hatten, segelte jenes “Chaturanga” an Bord tamilischer Handelsschiffe ostwärts, landete auf Java – das damals zum hinduistisch geprägten Königreich Srivijaya gehörte – und wanderte im Gepäck von Kaufleuten und Reisenden über die Malaiische Halbinsel gen Norden.

Bis in die Gegenwart wird Indiens Protoschach in minimal modifizierter Form leidenschaftlich gezockt in Südostasien: Die Communities in Thailand und Kambodscha bleiben mehrheitlich ihren Chaturanga-basierten Games “Makruk” respektive “Ouk Chatrang” treu, während Mainstream Chess approved by FIDE höchstens in elitären Kreisen goutiert wird.


Fröhliche Urständ feiert Kambodschas “Ouk Chatrang”, ein naher Verwandter des arabischen “Shatranj” aka altindisches “Chaturanga” im Khmer-Style, an den unwahrscheinlichsten Plätzen im Universum … so jüngst unter norddeutschem Himmel in der rauen Provinz am Rand der Lüneburger Heide: In Sinstorf trafen sich ChessBase-Autor René Gralla (li.) und Jürgen Woscidlo (re.) zu einem Showcase-Game.


Parallel dazu erreichte Chaturanga in westlicher Gegenrichtung über Persien den arabischen Herrschaftsbereich und fand unter dem abgeänderten Namen “Shatranj” rasch glühende Anhänger. Eine Popularität, die nicht auf die muslimische Hemisphäre beschränkt blieb, sondern sukzessive auszustrahlen begann auch auf das christliche Abendland.

Worin aber unterschied sich das besagte Shatranj vom aktuellen Standardschach, in dem Posterboys der digitalen Ära reüssieren wie ein Magnus Carlsen? Die indo-arabischen Shatranj-Könige mussten in der 64-Felder-Arena nicht kuschen vor dominanten Damen, sondern durften zum Ausgleich schwächliche Hofschranzen – sprich: Wesire – mobben. Und statt raumgreifender Läufer forderten robuste Elefanten den ihnen gebührenden Respekt ein.

Von Bagdad bis Rom, vom maurischen Granada bis nach Worms im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation: Mehr als 800 Jahre war Shatranj die quasi amtliche Schachversion überall dort, wo helle Köpfe die Kunst der Mattführung pflegten (sieht man von den Sonderfällen China und Japan und deren Eigengewächsen “Xiangqi” und “Shogi” ab). Ein unschätzbar wichtiger Beitrag der arabischen Welt zum Kulturerbe der Menschheit – der freilich zwischenzeitig leider in Vergessenheit geriet: die Konsequenz einer Revision des Spiels, die Ende des 15. Jahrhunderts von spanischen und italienischen Profis vorangetrieben wurde und Elefanten samt Wesiren schnöde austauschte gegen Läufer plus Damen.

Das moderne Schach war geboren, und bald wusste außerhalb der Wissenschaftszirkel niemand mehr, dass eine veritable Shatranj-Welle einst im Bagdad der Kalifen quer durch alle Bevölkerungsschichten die Fans inspiriert hatte. Großmeister, die “Aliyat”, trugen umjubelte Zweikämpfe aus, und berühmte Autoren vom Schlage eines al-Adli, ar-Razi und as-Suli veröffentlichten im 9. und 10. Jahrhundert epochale Lehrbücher.

Lehrstunde von einem der Gurus des Shatranj-Revival: am Brett mit Jürgen Woscidlo (re.) vom Organisationskomitee des "Sa'id ibn Jubair-Shatranj-Memorial 2016". Foto: Bernd-Jürgen Fischer

Lehrstunde von einem der Gurus des Shatranj-Revival: am Brett mit Jürgen Woscidlo (re.) vom Organisationskomitee des “Sa’id ibn Jubair-Shatranj-Memorial 2016″. Foto: Bernd-Jürgen Fischer

Den Schatz des versunkenen Shatranj heben: ein Vorhaben, das leicht größenwahnsinnig anmutet. Und für das nichtsdestoweniger das Zweiergespann Jürgen Woscidlo und René Gralla hartnäckig trommelt, mit dem Probelauf eines Jugendturniers am 20. November 2015 in den Räumen der Hamburg-Heimfelder Grundschule Grumbrechtstraße (ChessBase war vor Ort: http://de.chessbase.com/post/schach-mit-elefanten).

Sichtlich zufrieden über die Anschlussveranstaltung “Sa’id ibn Jubair-Shatranj-Memorial 2016″ zeigte sich deswegen René Gralla vom Organisationsteam in seiner Begrüßungsrede: Hier werde “ein Stück Kultur- und Sportgeschichte geschrieben”. Und der Journalist erinnerte in diesem Zusammenhang an erste Pläne vor gut 100 Jahren, das Shatranj aus der Versenkung zu holen: In der einschlägigen Disziplin sponserten nämlich die renommierten Fachmagazine “Deutsches Wochenschach” und “Berliner Schachzeitung” 1913 ein Korrespondenzturnier, das erst 1915 in den Wirren des Ersten Weltkriegs versandete.


Unter dem nachfolgenden Link zwei Partien des Shatranj-Fernturniers von 1913 bis 1915 zum Nachspielen – einer der Favoriten war Walther Freiherr von Holzhausen – ; plus weitere Gehversuche im klassischen Arabischen Schach, die im 20. Jahrhundert dokumentiert worden sind:

http://www.chess-poster.com/english/shatranj_games/modern_games_of_shatranj.htm


 René Gralla, Co-Organisator des Shatranj-Turniers (li.), dankt Gabriele Kamensky (Mitte) von der Deutsch-Tunesischen Gesellschaft für großzügigen Support und dem Chef der Arabischen Kulturwochen, Dr. Mohammed Khalifa (re.), für die Aufnahme des Shatranj-Turniers in das Programm der renommierten Veranstaltungsreihe. Foto: Bernd-Jürgen Fischer

René Gralla, Co-Organisator des Shatranj-Turniers (li.), dankt Gabriele Kamensky (Mitte) von der Deutsch-Tunesischen Gesellschaft für großzügigen Support und dem Chef der Arabischen Kulturwochen, Dr. Mohammed Khalifa (re.), für die Aufnahme des Shatranj-Turniers in das Programm der renommierten Veranstaltungsreihe. Foto: Bernd-Jürgen Fischer

Außerdem sei ein Relaunch des Shatranj überfällig, meinte René Gralla: “In Thailand und Kambodscha gehören Makruk beziehungsweise Ouk Chatrang – die sich eng anlehnen an das indische Chaturanga und das arabische Shatranj – zum Kanon der Volkssportarten. Da sollte es Ehrensache sein, The Real Thing auf den Weg zu bringen: das echte Shatranj!”
Ausdrücklich dankte René Gralla der Deutsch-Tunesischen Gesellschaft und deren Repräsentantin Gabriele Kamensky für wertvollen Support: “Die Freundschaft zwischen Deutschland und Tunesien hat eine lange Tradition. Und jetzt ist die Tunesische Republik ein leuchtendes Vorbild – wie die demokratischen Errungenschaften des Arabischen Frühlings auch in Zukunft bewahrt werden.” Insofern sei es “voller Symbolkraft, dass Tunesien, wo Tradition und Glaube an den Fortschritt eine glückliche Symbiose eingehen, den entscheidenden Anstoß gibt für eine Renaissance des Shatranj aus Tausendundeiner Nacht!”

Tunesiens Konsulin in Hamburg, Frau Sonia Ben Amor (li.), bei der Begrüßung der Turnierteilnehmer (rechts daneben: das Organisationsteam René Gralla, 2.v.li., und Jürgen Woscidlo, 3.v.li., mit Hamburgs DTG-Chefin Gabriele Kamensky, 4.v.li.). Foto: Bernd-Jürgen Fischer

Tunesiens Konsulin in Hamburg, Frau Sonia Ben Amor (li.), bei der Begrüßung der Turnierteilnehmer (rechts daneben: das Organisationsteam René Gralla, 2.v.li., und Jürgen Woscidlo, 3.v.li., mit Hamburgs DTG-Chefin Gabriele Kamensky, 4.v.li.). Foto: Bernd-Jürgen Fischer

Ein Gedanke, den Tunesiens Konsulin Sonia Ben Amor in ihrem Grußwort aufnahm und versprach, auch zukünftig das Projekt zu begleiten. Anschließend sagte Fabian Krahe, der am Rechner die Paarungen zusammenstellte, die Begegnungen der ersten Runde an. Der Startschuss für flotte Manöver – dazu zwang das straffe Zeitbudget, sparsame 15 Minuten pro Kandidat und Partie – und schonungslose Balgereien zwischen Elefanten und Wesiren.

Tunesische Lebensfreude beim Tunesien-Tag und dem begleitenden Shatranj-Turnier. Foto: Bernd-Jürgen Fischer

Tunesische Lebensfreude beim Tunesien-Tag und dem begleitenden Shatranj-Turnier. Foto: Bernd-Jürgen Fischer

Die entsprechenden Sonderfiguren stammten aus den Heimwerkstätten der Shatranj-Aficionados Jürgen Woscidlo und René Gralla. Das war Schach mit bunten Hinguckern: Neben dem Shatranj-Wettkampf zog ein “Tunesischer Tag” im Asien-Afrika-Institut die Besucher an, und viele nutzten die unverhoffte Gelegenheit, in den Pausen ungewohnte Turnierluft zu schnuppern. Und spontan an freien Brettern die Figuren zu schieben.

Beim Spiel über arabische Kultur und Geschichte lernen: das Leitmotiv des Shatranj-Turniers, und Teilnehmerin Asia Haidar fand das “wunderschön”. Die examinierte Geografin war wegen des Bürgerkrieges aus dem syrischen Aleppo geflüchtet und hätte “nie erwartet, in Deutschland plötzlich klassisches Shatranj zu spielen!”

Setzte sich durch als beste weibliche Spielerin: Hamburgs neue Shatranj-Queen Asia Haidar (li.); mit Tunesiens Konsulin Frau Sonia Ben Amor (Mitte) und René Gralla (re.) vom Shatranj-Orga-Team. Foto: Bernd-Jürgen Fischer

Setzte sich durch als beste weibliche Spielerin: Hamburgs neue Shatranj-Queen Asia Haidar (li.); mit Tunesiens Konsulin Frau Sonia Ben Amor (Mitte) und René Gralla (re.) vom Shatranj-Orga-Team. Foto: Bernd-Jürgen Fischer

Hoch motiviert ging die 25-jährige ins Rennen, kombinierte die Konkurrenz in Grund und Boden – und überquerte als beste Frau die Ziellinie. Verdienten Sonderapplaus kriegte der Gitarrenlehrer Ferdinand Feil aus Hamburg, der Flamenco-Musiker schnappte sich den Newcomer-Preis. Während der erst neunjährige Manish Srinath die anderen Kids abhängte und Nummer Eins der Jugendlichen wurde.

Der Lohn der Mühen am Brett: die Pokale, die von der Deutsch-Tunesischen Gesellschaft für das Shatranj-Turnier gestiftet wurden. Foto: Bernd-Jürgen Fischer

Der Lohn der Mühen am Brett: die Pokale, die von der Deutsch-Tunesischen Gesellschaft für das Shatranj-Turnier gestiftet wurden. Foto: Bernd-Jürgen Fischer

Ein Trio landete punktgleich an der Spitze, und bloß minimale Abweichungen in der Wertung gaben den Ausschlag für die Rangverteilung. Physikstudent Julian Zeyn aus Winsen/Luhe musste dem Zweitplatzierten Hamburger Go- und Shogi-Spezialisten Martin Wolff knapp den Vortritt lassen, während letzteren ein kaum messbarer Abstand – der Luftzug eines Wimpernschlages hätte sich im Vergleich wie ein Orkan angefühlt – vom Sieger trennte. Der zu seiner eigenen Überraschung (und ein bisschen peinlich berührt) den dicksten Pott nach Hause tragen durfte: ein Ergebnis, das René Gralla vom Turnierkomitee für sich weder erwartet noch erhofft hatte.

Manchmal spinnen die eben, die vorgeblich unfehlbaren Computer. Egal, auch im Shatranj gilt eine Fußballerweisheit: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Und das zweite “Sa’id ibn Jubair-Shatranj-Memorial” ist für 2017 bereits angekündigt, Arabische Kulturwochen-Mastermind Dr. Mohammed Khalifa hat das während der Verabschiedung den Turnierteilnehmern fest versprochen.

Außerdem will Tunesiens Konsulin Sonia Ben Amor beim Schachverband ihres Heimatlandes für ein Shatranj-Turnier unter Palmen werben, vielleicht in einem beliebten Urlaubsort.

Das Abenteuer hat gerade erst begonnen: Shatranj, das Schach aus Tausendundeiner Nacht, bringt uns heftig zum Träumen.

Merci, Tunesien, shukran!

Sa’id ibn Jubair-Shatranj-Memorial 2016 – Endergebnistabelle
Place Name 1 2 3 4 5 Points SOS SOSOS
1 Gralla, René 8+ 3= 16+ 2= 5+ 4 85½ 399½
2 Wolff, Martin 11+ 12+ 7+ 1= 4= 4 84½ 406½
3 Zeyn, Julian 5+ 1= 4= 13+ 9+ 4 84 421½
4 Woscidlo, Jürgen 10= 15+ 3= 6+ 2= 85½ 406
5 Srinath, Manish 3- 11+ 12+ 7+ 1- 3 85 405
6 Meinköhn, Ian 12- 14+ 13+ 4- 11+ 3 80½ 413½
7 Feil, Ferdinand free 9+ 2- 5- 8+ 3 68 336
8 König, Rudolph 1- 10+ 14+ 9= 7- 84 393½
9 Haidar, Asia 13+ 7- 15+ 8= 3- 82½ 396
10 Baskin, Leon 4= 8- 11- 17+ 13+ 80 411½
11 Krahe, Fabian 2- 5- 10+ 12+ 6- 2 84½ 413
12 Meinköhn, Nils 6+ 2- 5- 11- 17+ 2 83 409
13 Mathapati, Ananya 9- 18+ 6- 3- 10- 1 83 400
14 Farouk, Bilal 16+ 6- 8- - - 1 77½ 366½
15 Trabelsi, Sabrin 18+ 4- 9- - - 1 77 381
16 ben Khemis, Chiheb 14- free 1- - - 1 62 303
17 Baskin, Oktay - - - 10- 12- 0 74½ 373
18 Hadri, Donia 15- 13- - - - 0 73 370

Zweiter Sieg für den Dänen Thomas Heshe in Hamburg

Hamburg wird zum Vorgarten für Thomas Heshe: Nachdem der Gymnasiallehrer aus dem dänischen Kolding in der Hansestadt bereits vor gut vier Monaten im Frühsommer das “Tokugawa Ieyasu Shogi Memorial 2016″ gewonnen hatte, entschied er jetzt auch den 3. Kyu Cup am 29. Oktober 2016 für sich. Der Leistungsvergleich in der herbstlichen Elbmetropole íst mittlerweile zum festen Bestandteil des Turnierkalenders geworden. Dieses Mal traten im stimmungsvollen chinesischen Teehaus Yu Garden Shôgispieler aus fünf Nationen gegeneinander an, wobei Hamburgs Altmeister Masaomi Ishii-sensei einen Überraschungscoup landete: Er kämpfte sich an starker Konkurrenz vorbei auf den dritten Rang.

René Gralla

Nr Name Nat Grade ELO 1 2 3 4 5 Pts +/-
1 Heshe Thomas DK 1 Kyu 1730 5+ 10- 2+ 11+ 12+ 4 -5
2 Chan Chung Man HK 4 Kyu 1370 12+ 5+ 1- 10+ 14+ 4 67
3 Ishii Masaomi JP 14 Kyu 648 16+ 17+ 8- 4+ 18+ 4 56
4 Meinköhn Ian DE 19 Kyu 273 17+ 18+ 9+ 3- 16+ 4 189
5 Dardour Bilal DE 2 Kyu 1604 1- 2- 10+ 6+ 11+ 3 -8
6 Freyer Guido DE 8 Kyu 1083 14+ 12- 13+ 5- 7+ 3 49
7 Keitsch Marcel DE 960 8- 14+ 16+ 15+ 6- 3 42
8 Wolff Martin DE 10 Kyu 933 7+ 15- 3+ 14- 9+ 3 28
9 Borysov Anton UA 611* 18+ 16+ 4- 17+ 8- 3
10 Katsumura Shinnosuke JP 4 Kyu 1356 11+ 1+ 5- 2- 13- 2 40
11 Hosaka Masanori JP 1311* 10- 13+ 12+ 1- 5- 2
12 Krahe Fabian DE 7 Kyu 1142 2- 6+ 11- 13+ 1- 2 33
13 Gralla René DE 7 Kyu 1130 15+ 11- 6- 12- 10+ 2 46
14 Dreier Konrad DE 8 Kyu 1065 6- 7- 15+ 8+ 2- 2 11
15 Frischmuth Uwe DE 8 Kyu 1053 13- 8+ 14- 7- 17+ 2 -12
16 Meinköhn Niels DE 416* 3- 9- 7- 18+ 4- 1
17 Müller Rolf DE 15 Kyu 499 4- 3- 18+ 9- 15- 1 2
18 Srinath Manish IN 1* 9- 4- 17- 16- 3- 0

Promoting Ishii Masaomi to 12 Kyu
Promoting Meinköhn Ian to 16 Kyu
Promoting Freyer Guido to 7 Kyu
Promoting Keitsch Marcel to 10 Kyu
Promoting Wolff Martin to 9 Kyu

Duell der Verfolger: In der 4. Runde entscheidet sich zwischen Shinnosuke Katsumura (am Brett li.) und Chungman Chan (am Brett re.), wer von den beiden aufschließen kann zum Frontrunner Thomas Heshe (nicht im Bild). Eine hart ausgekämpfte Begegnung, die fasziniert verfolgt wird von (in der hinteren Reihe stehend v. li. nach re.) Hosaka Masanori, René Gralla, Marcel Keitsch und Anton Borysov. Foto: Fabian Krahe

Duell der Verfolger: In der 4. Runde entscheidet sich zwischen Shinnosuke Katsumura (am Brett li.) und Chungman Chan (am Brett re.), wer von den beiden aufschließen kann zum Frontrunner Thomas Heshe (nicht im Bild). Eine hart ausgekämpfte Begegnung, die fasziniert verfolgt wird von (in der hinteren Reihe stehend v. li. nach re.) Hosaka Masanori, René Gralla, Marcel Keitsch und Anton Borysov. Foto: Fabian Krahe

Vordergründig relaxte Atmosphäre, aber in Wahrheit brennt die Luft ... beim 3. Kyu-Cup in Hamburgs Chinesischem Teehaus Yu Garden. Während der 2. Runde versucht sich hier Niels Meinköhn (am Brett im Vordergrund, mit Blickrichtung zur Kamera) zu behaupten gegen Anton Borysov (ganz vorne am Brett, mit dem Rücken zur Kamera), einen hoch ambitionierten jungen Shogi-Neueinsteiger aus Norderstedt. Foto: Fabian Krahe

Vordergründig relaxte Atmosphäre, aber in Wahrheit brennt die Luft … beim 3. Kyu-Cup in Hamburgs Chinesischem Teehaus Yu Garden. Während der 2. Runde versucht sich hier Niels Meinköhn (am Brett im Vordergrund, mit Blickrichtung zur Kamera) zu behaupten gegen Anton Borysov (ganz vorne am Brett, mit dem Rücken zur Kamera), einen hoch ambitionierten jungen Shogi-Neueinsteiger aus Norderstedt. Foto: Fabian Krahe

Das Spitzentrio nach fünf spannenden Runden: Sieger Thomas Heshe (in der Mitte) wird flankiert vom Zweitplatzierten Chungman Chan (li.) und Hamburgs Altmeister Masaomi Ishii (re.). Foto: Fabian Krahe

Das Spitzentrio nach fünf spannenden Runden: Sieger Thomas Heshe (in der Mitte) wird flankiert vom Zweitplatzierten Chungman Chan (li.) und Hamburgs Altmeister Masaomi Ishii (re.). Foto: Fabian Krahe