Bericht: 1. Janggi-Workshop in Sinstorf

Janggi Brett
Liebe Freunde des Koreaschachs,

am Donnerstag, den 27.07.2017 fand im Gemeindehaus der Ev. Kirchengemeinde Sinstorf ein erster Janggi-Workshop statt.
Mit diesem Workshop wurde zum ersten Mal in Sinstorf eine Veranstaltung zum koreanischen Schach durchgeführt – er war eine echte Premiere!
In den Gemeinderäumlichkeiten ging es für die 5 Teilnehmer dann rund um die Themen Endspiel, Bitsiang, Wertigkeit der Figuren und Regeln des Spielendes ans Eingemachte.

Blick in den Spielsaal ( Foto: Jürgen Woscidlo)

Blick in den Spielsaal ( Foto: Jürgen Woscidlo)

Teilnehmer waren Ian Meinköhn, Konrad-Leo Adler, Oscar Roca, Sven Meinköhn und Niels Meinköhn. Alle geübte Spieler in vielen Schachvarianten.
Natürlich wurden auch Partien gespielt, um das erlernte in die Praxis umzusetzen. Dabei gelang Sven Meinköhn ein schöner Sieg gegen Ian Meinköhn.
Konrad Leo Adler und Ian Meinköhn lieferten sich ebenfalls packende Partien. Im Duell gegen Jürgen Woscidlo machte Ian Meinköhn mit seinem Schachlehrer kurzen Prozess und gewann in einer schönen Mattkombination.
Der Ehrengast dieses Workshops, Oscar Roca hatte den weitesten Anfahrtsweg: er kommt aus Lima, Peru. Eigentlich wollte er nur seine drei Enkel (die Meinköhns) begleiten. Nachdem er aber ins Spiel von Niels eingewiesen wurde, packte auch ihn das Schachfieber. Dabei erzählte Herr Roca, dass es in Peru durchaus kleine Kolonien von Koreanern gibt, die dort arbeiten und leben und natürlich auch Jianggi spielen. Damit ist dem Jianggi-Boom in Peru keine Grenze gesetzt. Was würde wohl Simon Bolivar, der selbst ein guter Schachspieler war, dazu sagen?

Die Teilnehmer von links nach rechts: Niels Meinköhn, Oscar Roca, Sven Meinköhn, Konrad- Leo Adler, Ian Meinköhn (Foto: Jürgen Woscidlo)

Die Teilnehmer von links nach rechts: Niels Meinköhn, Oscar Roca, Sven Meinköhn, Konrad-Leo Adler, Ian Meinköhn (Foto: Jürgen Woscidlo)

Zum Abschluss erhielten alle Teilnehmer eine Urkunde und verabschiedeten sich bis zum 17.08.2017. Dann treffen sie sich an gleicher Stelle für einen zweiten Workshop wieder.

Für den zweiten Workshop am 17.08.2017 sind noch Plätze frei. Anmeldung bitte bei Jürgen Woscidlo, jwoscidlo@msn.com

Einen großen Dank gebührt der Ev. Kirchengemeinde Sinstorf, die den Janggi–Spielern ihre Gastfreundschaft gewährte.

Jürgen Woscidlo

Turnierausschreibung: 1. Hamburger Open im koreanischen Schach – Janggi

Janggi Steine

JANGGI – Turnier am Samstag, den 14. Oktober 2017
1. Hamburger Open im koreanischen Schach – Janggi
Die „Spielgemeinschaft Hamburg von 1989“ ist sehr erfreut, ein erstes Turnier im Janggi (Koreanisches Schach) auszurichten.


Dieses Turnier soll der vorläufigen Höhepunkt der vorausgegangenen Aktivitäten der „Spielgemeinschaft Brettspiel Hamburg von 1989“ sein.
Seit einigen Monaten widmet sich die Spielgemeinschaft dem koreanischen Schach Janggi, welches in Korea eine lange Spieltradition als lokales Schachspiel aufweist. Besonders stolz sind wir auf die bereits erhaltenen Zusagen von Teilnehmern aus Russland und Polen, welches uns veranlasste, das Turnier offen für alle Interessenten als OPEN zu veranstalten.

Turnierausschreibung

Termin:
Samstag, der 14. Oktober 2017
Anmeldeschluss: 09.30 Uhr vor Ort

Spielmodus:

Offenes Haupt-Turnier: 5 Runden im Schweizer System
Jugendturnier nach Bedarf (U18); ebenfalls über 5 Runden

Spielzeit
30 Minuten + 30 Sekunden Byoyomi für alle Turnierformen

Zeitplan:

09.00 h – 09.30 h Anmeldung

09.30 h – 09.45 h Begrüßung
10.00 h – 11.30 h Runde 1
11.45 h – 13.15 h Runde 2

13.15 h – 13.45 h Mittagspause

13.45 h – 15.15 h Runde 3
15.30 h – 17.00 h Runde 4
17.15 h – 18.45 h Runde 5

Ca. 19.00 h Siegerehrung

Anmeldung:
Die persönliche Registrierung vor Ort kann für Teilnehmer bis unmittelbar vor Turnierbeginn um 10:00 Uhr erfolgen, sofern sich diese bis zum Freitag, den 13. Oktober 2017 vorangemeldet haben. Dies könnte Anreisewege auch von größeren Distanzen ermöglichen.
Es gibt bereits eine ausreichende Anzahl an vorangemeldeten Teilnehmern.
Wir freuen uns auf Euer Kommen und Eure Aufmerksamkeit.

Startgeld:
Dies ist ein reines Amateurturnier, deren Ausgaben ohne weitere Geldgeber aus den Startgeldern bestritten werden müssen.
Die erwachsenen Teilnehmer finanzieren mit ihrem Beitrag die Ausgaben für den Jugendbereich mit.

Erwachsene: 10.- Euro ; Reduzierungen möglich
Kinder- und Jugendliche unter 18 Jahre: kein Startgeld
Teilnehmer aus dem Ausland: kein Startgeld

Schiedsgericht:
Dieses Turnier wird ausgewertet anhand der bereits bestehenden Rangliste für europäische Spieler. Es werden die derzeit gültigen Regeln der Korea Janggi Association angewandt, nach denen es in einer Partie immer eine siegreiche Partei gibt.
(siehe auch https://en.wikipedia.org/wiki/Janggi)
Hauptschiedsrichter ist Uwe Frischmuth, der im Vorfeld des Turniers die wichtigsten Regeln im Turnier-Janggi erklären wird.

Spielmaterial:
Die Turnierleitung stellt ausreichend Spielmaterial zur Verfügung. Es ist aber für alle Beteiligten von Vorteil, eigenes Spielmaterial mitzubringen, um Überraschungen durch eventuell erhöhte Teilnehmerzahlen zu vermeiden.

Preisränge:
1. Platz Trophäe, Sachpreis, Urkunde
2. Platz Sachpreise und Urkunde
Weitere Preise, insbesondere für die Jugendsektionen U14 und U18, sind möglich

Spielort:

Dieses Turnier wird in Kooperation mit unserem Partner veranstaltet, demJohannes-Brahms-Konservatoriumwelches unter anderem eigene Räumlichkeiten zur Verfügung stellt.

In den Wochen vor dem eigentlichen Turnier wird es an gleicher Stelle noch Gelegenheit geben, an Workshops zum koreanischen Schach seine Kenntnisse in diesem traditionsreichen Spiel zu vertiefen.

Teilnehmer aller Veranstaltungen zum koreanischen Schach Janggi begeben sich zum:

Johannes-Brahms-Konservatorium, Ebertallee 55, 22607 Hamburg Nähe S Bahn Othmarschen A-7 Ausfahrt Bahrenfeld – Metrobus I – Bus 186 – Schnellbus 37 http://www.brahms-konservatorium.de/index.php?id=home

Voranmeldungen und Anregungen bitte an die Turnierorganisatoren im Namen der „Spielgemeinschaft Brettspiel Hamburg von 1989“

Kontakt:

Jürgen Woscidlo, jwoscidlo@msn.com, Mobil: 0175 – 75 63 860, bzw.

Dr. Rene Gralla, renegralla@gmx.net, Mobil: 0173 – 230 87 15, bzw.

Uwe Frischmuth, uwefrischmuth@gmx.de, Mobil: 0163 – 79 86 436

Janggi Workshops im Sommer

Janggi Brett

Liebe Janggi-Freunde,

am 14.10.2017 wird in Hamburg ein Janggi-Turnier stattfinden.

Es wird dafür zwei Vorbereitungs-Workshops geben, am

  • Donnerstag, 27.07.2017,16:00-18:00 Uhr, und am
  • Donnerstag, 17.08.2017,16:00-18:00 Uhr.

Die Teilnehmeranzahl ist auf maximal 10 Personen begrenzt; eine Anmeldung ist daher erforderlich. Die Anmeldungen werden in der Reihenfolge der Eingänge berücksichtigt. Schüler der Grundschule Grumbrechtstraße sind bevorzugt Teilnahmeberechtigt.

Es wird um frühzeitige Anmeldung per E-Mail gebeten an:
Jürgen Woscidlo
jwoscidlo@msn.com

Ort:
Gemeindehaus der Ev.-luth. Kirchengemeinde Sinstorf
Sinstorfer Kirchweg 21
21077 Hamburg

Virtueller Ausflug nach Korea mit Janggi – Uwe Frischmuth und Jürgen Woscidlo wollten’s wissen

The Glorious Three: Uwe Frischmuth (li.), und Jürgen Woscidlo (Mitte), die Duellanten der Hamburger Janggi Battle um "The Eltz-Stronghold-Commander-Award 2017" mit Preisstifter René Gralla (re.) am Schauplatz des historischen Treffens in Planten un Blomen. Foto: Wolfgang Reher

The Glorious Three: Uwe Frischmuth (li.), und Jürgen Woscidlo (Mitte), die Duellanten der Hamburger Janggi Battle um “The Eltz-Stronghold-Commander-Award 2017″ mit Preisstifter René Gralla (re.) am Schauplatz des historischen Treffens in Planten un Blomen. Foto: Wolfgang Reher

Sie gehören zu den Frontleuten im norddeutschen Shôgi: Uwe Frischmuth, der bester Hamburger geworden ist beim “Toyotomi Hideyoshi Shôgi Memorial” am 11. März 2017, und Jürgen Woscidlo, der viele Chess-Kids für das Japanschach begeistert hat.
Aber das genügt den beiden Boardgame Junkies schon lange nicht mehr – und als ihre neueste Leidenschaft haben sie jetzt das koreanische Schach Janggi entdeckt. So dass sich nach ersten Testmatches in der Uni-nahen Kultkneipe “Arkadasch” unweigerlich die Frage gestellt hat, wer eigentlich im Janggi die Nr. 1 der Hansestadt ist: Uwe “FrISHIDA” Frischmuth oder “Mr. Multi-Kulti-Chess” Jürgen Woscidlo?
Mit Wolfgang “WolfDAN” Reher als Schiedsrichter kam es zum gnadenlosen Meeting der Koreaschach-Giganten am 24. Mai 2017 in Hamburgs zentralem Park Planten un Blomen. Hier der Bericht von Jürgen Woscidlo.


Der Showdown – aber dieses Mal nicht am O.K.Corral!

Lange war sie erwartet worden, das finale Battle zwischen Jürgen Woscidlo und Uwe Frischmuth im Janggi, und an einem windigen Nachmittag – der Kalender zeigte Mittwoch, den 24. Mai 2017 – war es dann endlich so weit. Ort des Showdowns: die Open Air-Schachtische bei Planten un Blomen.
Nachdem leidige, aber notwendige Regelfragen ausdiskutiert und geklärt waren, zog Referee Wolfgang Reher das neutrale Brett blank. Die Kontrahenten Uwe Frischmuth und Jürgen Woscidlo bauten ihre Armeen auf, und der Fight durfte starten.
Das Treffen war angesetzt auf fünf Runden: Wem es gelingen sollte, als erster drei Siege einzufahren, würde den Wettkampf gewinnen. Und Uwe Frischmuth stieg mit einer klaren Ansage in den Ring: “Ich mach’ dich fertig!” Ganz klar, er wollte Rache nehmen für eine vorausgegangene Janggi-Pleite im “Arkadasch”.
Doch in der ersten Partie verfehlte “FrISHIDA” Frischmuth die eigene Zielvorgabe deutlich, weil Jürgen Woscidlo die Auftaktrunde für sich entschied. Allerdings konterte Uwe in den beiden nachfolgenden Matches und räumte zweimal die volle Punktzahl ab. Folgerichtig sollte bereits Partie Nr. 4 die Entscheidung im vorgezogenen Tie-Break bringen … bei dem letztendlich Uwe Frischmuth die Oberhand behielt. Ein Erfolg, für den – abhängig vom Standpunkt des jeweiligen Betrachters – entweder pures Glück oder eine phänomenale Leistung von Uwe den Ausschlag gab.
Akustisch untermalt wurde das muntere Brettgeschehen von ausgesucht liebenswürdigen Wortwechseln, die sich einerseits um weltpolitische und kulturelle Fragen drehten und die andererseits die Abgründe menschlichen Denkens offenbarten …
… bis schließlich unsere wackeren Nachfahren der legendären Revolverhelden Wyatt Earp, Doc Holliday und Jesse James ihre an diesem Tag leider nicht vorhandenen Pferde “sattelten” und entsprechend bloß virtuell davon trabten. Nämlich gleich zum nächsten Duell, vor einem Café am Bahnhof Dammtor.
Verwaist blieben zurück die Schachtische von Planten un Blomen, an einem denkwürdigen Nachmittag im Mai. Und diese Schachtische werden für die Nachwelt auf immer Zeugnis ablegen von einem epischen Ringen, das zugleich einen Meilenstein markiert hat in der langen Geschichte des koreanischen Schachs: die erste Hamburger Meisterschaft im Janggi.

The winner takes it all: der von René Gralla gestiftete "The Eltz-Stronghold-Commander-Award 2017", siehe die Plakette links unten auf dem Tisch (mit einem Reliefbild von Deutschlands berühmtester Festung, der Burg Eltz), für den "Janggi-Castle-Crasher 2017" (siehe die Karte mit entsprechender Widmung), sprich: den Gewinner des Janggi-Duells Jürgen Woscidlo vs. Uwe Frischmuth. Foto: Uwe Frischmuth

The winner takes it all: der von René Gralla gestiftete “The Eltz-Stronghold-Commander-Award 2017″, siehe die Plakette links unten auf dem Tisch (mit einem Reliefbild von Deutschlands berühmtester Festung, der Burg Eltz), für den “Janggi-Castle-Crasher 2017″ (siehe die Karte mit entsprechender Widmung), sprich: den Gewinner des Janggi-Duells Jürgen Woscidlo vs. Uwe Frischmuth. Foto: Uwe Frischmuth

Für deren Gewinn übrigens post festum von Hamburgs Asienschach-Promoter René Gralla an Uwe Frischmuth der würdige Preis übergeben wurde: an den glücklichen “Janggi-Castle-Crasher 2017″ der passende “The Eltz-Stronghold-Commander-Award 2017″, und zwar in Gestalt einer Plakette, die Deutschlands berühmteste Burg Eltz zeigt – mit Blick auf das tückische Gelände der feindlichen Paläste im Janggi, wo Uwe Frischmuth alle Falltüren und versteckten Sprengfallen rechtzeitig identifizierte und trickreich umging.
Dem Vernehmen nach ist auch schon eine Folgeaktion im Koreaschach auf den Weg gebracht: ein Turnier im Herbst 2017 in Hamburg.

Jürgen Woscidlo (in Zusammenarbeit mit René Gralla)


“The Aftermath”

"Janggi Battle - The Aftermath": Jürgen Woscidlo (re.) vs Wolfgang Reher (li.). Foto: Uwe Frischmuth

“Janggi Battle – The Aftermath”: Jürgen Woscidlo (re.) vs Wolfgang Reher (li.). Foto: Uwe Frischmuth

"Janggi Battle - The Aftermath": Jürgen Woscidlo (li.) vs Wolfgang Reher (re.). Foto: Uwe Frischmuth

“Janggi Battle – The Aftermath”: Jürgen Woscidlo (li.) vs Wolfgang Reher (re.). Foto: Uwe Frischmuth

Oh Yeah … Janggi goes TV!

Außerhalb Asiens dürfte es dafür wenig Konkurrenz geben: An der Hamburger Schule Grumbrechtstraße bringt Jürgen Woscidlo seinen Schachschülern neben Shôgi auch andere Versionen des Königlichen Spiels bei – und darunter eben auch das koreanische Janggi.

Das wiederum haben die Newsmacher vom südkoreanischen Auslands-TV-Sender Uri News – der seine Zentrale in Frankfurt/Main hat – derart ungewöhnlich gefunden, dass sie darüber ein Feature produziert und gesendet haben.

Hier der muntere Beitrag auf Youtube, der, obwohl in koreanischer Sprache ausgestrahlt, im Ergebnis self-explanatory ist … und in dem unter anderem auch Hamburgs Shôgi-Promoter René Gralla zu Wort kommt, um ein von ihm gebasteltes Janggi-Set mit 3D-Figuren-Szenario vorzustellen:

Bericht: Janggi-Präsentation in der Zentralbibliothek

Janggi BrettAm 8. Oktober 2016 haben die Freunde der koreanischen Variante des Königlichen Spiels als Teil der Kulturveranstaltungen und Feierlichkeiten zu 570 Jahren “Hangeul”, das ist die koreanische Schrift, einen Janggi-Workshop in der Hamburger Zentralbibliothek angeboten. In Süd-Korea wird jährlich am 9. Oktober der Erfindung der koreanischen Schrift durch König Sejong (1397-1450) gedacht (in Nord-Korea dagegen bereits am 15. Januar). Eingebettet in ein facettenreiches Kulturprogramm – unter anderem rockte eine K-Pop-Band das Publikum! – erfreute sich der Workshop des regen Interesses zahlreicher Besucher und war deswegen ein voller Erfolg.

2016-10-08 Janggi Workshop 2Zwischen 13 und 18 Uhr standen René Gralla, Fabian Krahe, Jürgen Woscidlo, Wolfgang Reher und Hamburgs Jungstar Konrad-Leo Adler (der von seiner Mutter Dörte Adler begleitet wurde) für alle Interessierten bereit, um die Regeln des Janggi zu erklären und Testspiele durchzuführen. Besonders die Vorträge René Grallas über kulturelle Hintergründe und geschichtliche Entwicklung des Janggi trugen ihren Teil zum Gelingen der Veranstaltung bei.

Wir bedanken uns an dieser Stelle nochmals ganz herzlich bei Frau Okhoa Meyer von der Twer, die uns namens der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft zur Teilnahme am Hangeul-Tag eingeladen hatte, sowie bei der Leitung der Hamburger Zentralbibliothek für die wunderbare Gelegenheit, das äußerst dynamische, in Deutschland bisher aber nur Insidern bekannte Janggi einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen.

Fabian Krahe

1. Janggi-Turnier in Hamburg

Liebe Freunde des königlichen Spiels.

Am Freitag, 03. Juli 2015, 13:30 startete das erste Janggi-Turnier in Hamburg. Damit schrieb die Schule Grumbrechtstrasse zum einem Schachgeschichte, zum anderen fand eine Entwicklung ihren Höhepunkt, welche im Oktober 2014 begonnen hatte.
Das koreanische Konsulat unterstützte das Turnier durch spenden einer Fahne und als Konsul Tong-Q Lee für die Kinder Bonbons überreichte, hatte er die Sympathie der Spieler auf seiner Seite.

1. Hambuger Janggi-Turnier 2015

v.l.n.r.: Rene Gralla, Reiner Kühlke, Konsul Tong-Q Lee und Jürgen Woscidlo. Foto by: Dörte Adler

Nach Begrüßung durch den scheidenden Schulleiter, Reiner Kühlke schritt Hr. Konsul Tong-Q Lee zur Tat und führte den ersten Zug, Pb1-c3 in der Partie Ian Meinköhn vs. Konrad Leo Adler aus. Damit eröffnete er ein Turnier, das alles bot: Emotionen, Nervenkitzel und Stichkämpfe um die Plätze 3 und 5.

1. Hambuger Janggi-Turnier 2015

1. Hambuger Janggi-Turnier 2015 – Konsul Tong-Q Lee führte den ersten Zug aus und eröffnete das Turnier. Foto by: Dörte Adler

Leider fehlte bei diesem Turnier Mr. General Attacke, Paul Geißler, der krankheitsbedingt ausfallen musste. Aber nicht der, von seiner Mutter gespendete Kuchen erweckte den Eindruck, als sei er der unsichtbare 11. Mann, denn die Partien wurden z.T. mit großem Angriffselan gespielt.

Die Topfavoriten dieses Turniers: Konrad Leo Adler, Caner Kurt, Adriano Americo, Elefterios Petridis sowie Ghreesham Manjunath erfüllten ihre Rollen nur teilweise. Bei den anderen Teilnehmern gab es doch auch die eine oder andere Überraschung.
Die erste Überraschung gab es, als Sean Joost Konrad Leo Adler um ein Haar ein Remis abgerungen hätte. Mit viel Kampfgeist spielte Sean und sorgte in einer späteren Runde –ebenfalls gegen Konrád Leo Adler – für die zweite Überraschung: Konrad, der die roten Steine führte, hatte seine Türme auf der 1. Reihe verdoppelt und den auf d1 geschlagen. Seans General auf d2 wäre jetzt eigentlich matt. Leider aber übersah Konrad den Grünen Turm auf f3, der schliesslich den Mattangriff abwehrte. Mit Tf3 x Td1 rettete Sean zunächst die Partie. Am Ergebnis der Partie und Konrads gutem Abschneiden änderte dies nichts, aber es sorgte doch für Spannung.
Kevin Wentzien startete mit 2 Siegen in den ersten zwei Runden, schwächelte jedoch und lief nach einem packenden Stichkampf mit Elefterios Petridis um Platz 5 auf den 6. (wohlverdienten) Platz ein
Ghreescham Manjunath hatte in den ersten zwei Runden nicht soviel Glück: 0 und 0,5 Punkte). Aber ab Runde 3 vergab er keine Partie mehr und lieferte sich in Runde 6 einen Stichkampf mit Adriano Americo um Platz 3. Diesen verlor er zwar, landete aber auf dem achtbaren 4 .Platz
Adriano Americo wurde seiner Favoritenrolle gerecht, denn er verlor keine einzige Partie und landete auf Platz 3. Sein Stil aus Angriff und Taktik zahlte sich aus, denn auch gegen die anderen Favoriten blieb er cool.
Caner Kurt, seines Zeichens ein Angriffsspieler und Taktiker, nicht nur im Janggi, sondern auch im Shogi, Xiangqi, Makruk und Schach gab in 5 Runden nur eine Partie aus der Hand und fuhr sicher den 2. Platz ein.

1. Hambuger Janggi-Turnier 2015

Jürgen Woscidlo überreichte Caner Kurt die Siegerurkunde für einen verdienten 2. Platz. Foto by: Dörte Adler

Nun kommen wir zu Konrad Leo Adler, der vor dem Turnier sich dadurch outete, dass Janggi eigentlich nicht sein Metier sei und er deshalb davon ausginge, dass die anderen gewinnen würden. Im Turnier war davon jedenfalls nichts zu bemerken, denn er marschierte glatt durch und holte mit 5 Punkten den 1.Platz. Konrad, der auch im Schach, Shogi und Xiangqi ein exzellenter Angriffsspieler und Taktiker ist, zeigte im Turnier große Klasse.
Ian Meinköhn und Manish Srinath belegten den geteilten 7. Platz. Sean Joost und Enrico Ruccia den geteilten 8. Platz. Somit gab es keine Verlierer.

Die Plazierungen:
1) Konrad Leo Adler
2) Caner Kurt
3) Adriano Americo
4) Ghreesham Manjunath
5) Elefterios Petridis
6) Kevin Wentzien
7) Ian Meinköhn, Manish Srinath
8) Sean Joost, Enrico Ruccia

1. Hambuger Janggi-Turnier 2015

Konrad Leo Adler erzielte den ersten Platz. Foto by: Dörte Adler

Im nächsten Jahr, wieder im Juli wird es eine Neuauflage geben. Hoffentlich dann auch mit koreanischer Beteiligung, denn alle koreanischen Teilnehmer, die zugesagt hatten, sind nicht gekommen.

Besonderen Dank gelten Dr. Rene Gralla, und Dörte Adler. Dr. Gralla, der als Schiedsrichter immer ein waches Auge und ein freundliches Wort hatte, ließ das Turnier geordnet ablaufen. Dörte Adler, die auch diesmal wieder für die Verpflegung sorgte und ein tröstendes Wort hatte, wenn die Tränen nach Niederlagen flossen.

Wir verabschieden uns von Konrad Leo Adler, Ghreesham Manjunath und Caner Kurt. Sie verlassen zum Ende dieses Schuljahres die Schule Grumbrechtsstrasse. Wir danken für Fairness, schachlichem Erfolg und wünschen Ihnen alles Gute.

Jürgen Woscidlo
- Kursleiter -

Janggi (Koreaschach)

von Fabian Krahe

Die Schachvariante Janggi hat sich in Korea entwickelt und genießt dort eine immer noch große Verbreitung. Besonders beliebt ist es bei älteren Herren, und beim spazieren gehen durch die Straßen von Seoul, kann man mit etwas Glück eine Janggipartie beobachten. Besonders vor dem konfuzianischen Schrein Munmyo im Herzen Seouls finden sich täglich einige dutzend Menschen zum Janggi und Baduk (Go) spielen zusammen.

Koreareise2015 711Koreareise2015 726

Es ist davon auszugehen, dass sich das koreanische Janggi aus dem chinesischen Xiangqi entwickelt hat. Eine Gegenüberstellung beider Spielbretter in der Grundstellung verdeutlicht bereits die bestehenden Ähnlichkeiten.

將棋, 장기
Janggi-Grundaufstellung
象棋
Xiangqi-Grundaufstellung
Janggi.jpg Xiangqi Board.svg

Die Spielregeln des Janggi sind dem Xiangqi gegenüber etwas dynamischer und es ist einfacher ein Remis zu erziehlen. Eine gute Darstellung der Janggi-Regeln auf Englisch findet sich unter folgendem Link: http://ancientchess.com/page/play-janggi.htm
Auf Deutsch konnte ich leider keine gute Zusammenfassung im Internet finden, dafür gibt’s aber eine unfreiwillig komische Regeleinführung als englischsprachiges Youtube-Video:

Nicht nur in Seoul wird kräftig Janggi gespielt, auch in Hamburg finden sich einige Anhänger dieser östlichen Schachvariante.
Dazu ein Eintrag im Schachblog der Grundschule Grumbrechtstraße und eine Partie von Jürgen Woscidlo und Rene Gralla, veröffentlicht auf Shôgi Sinstorf.

Koreareise2015 711

Wer Janggi einmal ausprobieren möchte, der wende sich am besten an Rene. Manchmal bringt Jürgen auch ein Brett zu unserem Treffen im chinesischen Teehaus mit.