1200 Jahre nach den ersten Großmeistern: Das echte Schach aus Tausendundeiner Nacht bei Hamburgs Arabischen Kulturwochen 2019

Von René Gralla

Die Schachwelt schaute in der ersten Häfte des Novembermonats 2019 gebannt nach Hamburg, wo das dritte Grand Prix-Turnier im aktuellen FIDE-Wettkampfzyklus gastierte. Doch wohl keinem der 16 Megachamps, die zwei Wochen lang in der zukunftsorientierten HafenCity an der Elbe um wertvolle WM-Qualifikationspunkte zockten, dürfte bewusst gewesen sein, dass sie auf diese Weise nicht nur dem unverkennbar maritimen Genius Loci des Austragungsortes ihre Reverenz erwiesen, sondern zugleich auch eine weit in die Vergangenheit reichende Traditionslinie, deren Ausgangspunkt vor 1200 Jahren und viele tausend Meilen weiter in südöstlicher Richtung gesetzt worden ist, aufgenommen und für die Zukunft fortgeschrieben haben.

Haben in Hamburg eine Tradtionslinie fortgeschrieben, die vor 1200 Jahren in Bagdad begründet worden ist: Turniersieger Alexander Grischuk (li.) aus Russland und der Zweitplatzierte Jan-Krzysztof Duda (re.) aus Polen beim FIDE-Grand Prix 2019 in Deutschlands nördlicher Hafenmetropole.

Was bisher höchstens Spezialisten wussten: Der organisierte Mindsport markierte bereits im Jahr 819 der nachchristlichen Zeitrechnung einen gewaltigen Sprung nach vorn. Dank einer überraschenden Intervention des Kalifen al-Ma’mun (regierte von 813 bis 833): Der Gebieter der Gläubigen erhob die damals vier unbestrittenen Superstars der Strategiekunst in den Rang von “Aliyat” – was nach Spielstärke und Prestige den modernen Großmeistern entsprochen hat.

Hat vor 1200 Jahren den Titel des Schachgroßmeisters kreiert: Kalif al-Ma’mun ernannte 819 die vier besten Shatranj-Spieler zu “Aliyat”.

Die Leidenschaft des Kalifen für die symbolischen Gladiatorenkämpfe in den Miniarenen der 64 Felder war familiär bedingt. Sein unvergessener Vater, der in die Märchenbücher eingegangene Harun ar-Raschid (763-809), schätzte ebenfalls das virtuelle Spiel um Triumph und Tod kriegerischer Herrscherfiguren und nahm deswegen eine 802 geführte Korrespondenz mit dem byzantinischen Kaiser Nikephoros I. (760-811) zum willkommenen Anlass, die Diskussion diplomatischer Fragen mit einem privaten Exkurs aufzulockern und von den Talenten einer seiner flotten Servicefachkräfte zu schwärmen – weil die besagte junge Dame nicht nur äußerst attraktiv war, sondern überdies feine und wunderbar fiese Intrigen am Brett zu spinnen wusste.

Die Schönheit der Mattkunst: Besucherinnen des Tunesientages 2018, in dessen Rahmen das zweite Shatranj-Turnier (nach der Premiere 2016) an der Universität Hamburg ausgetragen wurde. Foto: Bernd-Jürgen Fischer.

Die Schönheit der Mattkunst: Besucherinnen des Tunesientages 2018, in dessen Rahmen das zweite Shatranj-Turnier (nach der Premiere 2016) an der Universität Hamburg ausgetragen wurde. Foto: Bernd-Jürgen Fischer.

Allerdings folgte jene Schachversion, die einen veritablen Kalifen auf die Idee brachte, die Besten der Besten als “Aliyat” zu feiern, noch ihrem eigenen und sehr spezifischen Rhythmus. Im seinerzeit verwendeten Spielmaterial fehlten die aktuell standardmäßigen “Läufer” und “Damen”; stattdessen kamen im Aktionsradius massiv eingeschränkte “Elefanten” plus “Wesire” zum Einsatz. Der Denksport, für den im arabischen Raum die Bezeichnung “Shatranj” üblich wurde, orientierte sich eben noch peinlich genau am klassischen Vorbild, das unbekannte Tüftler unter dem Namen “Chaturanga” wohl in der Boomphase des indischen Gupta-Reiches zwischen fünftem und sechstem Jahrhundert gebastelt hatten. Während der Schachsport, den wir aus allfälligen Medienberichten oder eigener Spielpraxis kennen, im Grunde bloß eine jüngere und ziemlich respektlose Abwandlung des Originals ist: eine radikale Revision, die spanische und italienische Aktivisten vor einem guten halben Millennium forcierten, um die zuvor oft gemächlich dahin plätschernden Wettkampfpartien spürbar zu beschleunigen.
Den epochalen Beitrag, mit dem sich Kalif al-Ma’mun deutlich früher in die Annalen eingeschrieben hat – die Erfindung und Vergabe des Titels Aliyat aka Großmeister – , würdigt am 30. November 2019 ein Gedenkturnier am Asien-Afrika-Institut (AAI) der Universität Hamburg ab 12:00 Uhr im Rahmen eines Tunesientages. Das Kalif Al-Ma’mun-Memorial, einer der Höhepunkte im Programm der diesjährigen Arabischen Kulturwochen, ist angesetzt auf vier Runden im flotten Rapid Chess-Modus (15 Minuten pro Partei und Match) und holt das gewissermaßen echte Schach aus Tausendundeiner Nacht zurück ins Heute. Bei diesem Leistungsvergleich gelten – das ist Ehrensache! – allein die Regeln, die einst schon für Aliyat aka Großmeister in der Goldenen Ära Bagdads verbindlich waren.
Prominente Schirmherrin des Events ist Ihre Exzellenz Frau Konsulin Sonia Ben Amor, Chefin der diplomatischen Vertretung Tunesiens in der Hansestadt. Gesponsert wird die Veranstaltung von der Deutsch-Tunesischen Gesellschaft (DTG); Gabriele Kamensky, die Hamburg-Beauftragte der DTG, supportet Wiederentdeckung und Pflege des Shatranj aus persönlicher Überzeugung.

Prominente Supporterin des Hamburger Shatranj-Revivals ist Tunesiens Konsulin Sonia Ben Amor (Bildmitte; hier auf dem Tunesientag 2018 mit Gabriele Kamensky von der Deutsch-Tunesischen Gesellschaft, li., und Autor René Gralla, re.).

Prominente Supporterin des Hamburger Shatranj-Revivals ist Tunesiens Konsulin Sonia Ben Amor (Bildmitte; hier auf dem Tunesientag 2018 mit Gabriele Kamensky von der Deutsch-Tunesischen Gesellschaft, li., und Autor René Gralla, re.).

Back to the roots: Das Lieblingsspiel vom Hof der Kalifen wird der Vergessenheit entrissen und entpuppt sich als quicklebendig. Das aktuelle Shatranj-Turnier am Sonnabend vor dem Ersten Advent 2019 ist schon die dritte Auflage, nach einer sensationellen Premiere 2016, und vor drei Jahren ebenfalls in den heiligen Hallen von Hammonias Alma Mater. A SECOND COMING – AGAINST ALL ODDS … und eng verbunden mit zwei lokalen Enthusiasten: Schachlehrer Jürgen Woscidlo und der Hamburger Journalist und Rechtsanwalt René Gralla.
Der Sinstorfer Jürgen Woscidlo kümmert sich um die Organisation des Kalif al-Ma’mun-Memorials. In der Rolle eines Beraters agiert der Autor René Gralla, der in einer Reihe von Publikationen dafür plädiert hat, dem Protoschach Shatranj wieder einen gebührenden Platz im Turnierbetrieb einzuräumen.
Eine Initiative, an deren Realismus man zweifeln mag, die mittlerweile aber sogar in der Scientific Community erste Wellen geschlagen hat. Denn der erfolgreiche Startschuss für Shatranj 2016 führte – manchen Zweiflern zum Trotz – tatsächlich zu einer ersten Wiederholung am 27. Oktober 2018 in Hamburgs Asien-Afrika-Institut, und prominente Gäste der Eröffnungsfeier waren keine Geringeren als Professorin Trisilpa Boonkhachorn, die an Bangkoks Chulalongkorn University lehrt, im Zweierteam mit dem Kollegen Professor Volker Grabowsky, Dekan des Fachbereichs Thaiistik an der Universität Hamburg.
Schließlich schlägt das Thema Strategisches Spiel eine faszinierende Brücke zwischen arabischem Kulturraum und Südostasien: In Thailand und Kambodscha äußerst populär sind die regionalen Schachvarianten Makruk respektive Ouk Chatrang, die wie in einem Zeitlabor ihrerseits den Kanon des Shatranj fast deckungsgleich – abgesehen von minderen Modifikationen – widerspiegeln und entsprechend auch im 21. Jahrhundert pflegen.
Folgerichtig hat Professor Grabowsky mehrere Makruk-Turniere als quasi interaktive historische Workshops in seinem Fachbereich angeregt und unterstützt. Und die thailändische Naresuan University in Phitsanulok, mit der Hamburgs Wissenschaftler kooperieren, richtet Meisterschaften im Siamschach aus: ein Projekt, das anlässlich des Besuchs einer Delegation aus dem Königreich des Lächelns auf den Weg gebracht worden ist (wobei last not least auch Shatranj-Aficionado René Gralla die Strippen zog).

Jahrhunderte altes Boardgaming begeistert auch die Kids von heute: junger Fan, der im Spielsaal des zweiten Hamburger Shatranj-Turniers 2018 das thailändische Gegenstück "Makruk" ausprobiert. Das in Südostasien äußerst populäre Siamschach weist deutliche Parallelen zum traditionellen arabischen Shatranj auf. Foto: Bernd-Jürgen Fischer.

Jahrhunderte altes Boardgaming begeistert auch die Kids von heute: junger Fan, der im Spielsaal des zweiten Hamburger Shatranj-Turniers 2018 das thailändische Gegenstück “Makruk” ausprobiert. Das in Südostasien äußerst populäre Siamschach weist deutliche Parallelen zum traditionellen arabischen Shatranj auf. Foto: Bernd-Jürgen Fischer.

ANCIENT CHESS RULES! Und gerade auch Frauen mischen mit – auf den Spuren legendärer Meisterinnen des Shatranj.

Maurische Frauen beim Shatranj: Miniatur aus dem 1283 veröffentlichten “Libro de los juegos”, eine Spielesammlung, die dem kastilischen König Alfons X., genannt “El Sabio” (übersetzt: “der Weise”), zugeschrieben wird.

Arabische Chronisten rühmten die brillanten Schwestern Safi’a, A’isha und ‘Ubaida, und nicht von ungefähr ist eine geheimnisvolle Mitstreiterin, die schöne Dilaram, verewigt worden in einer seit unzähligen Generationen diskutierten und analysierten Problemkomposition, deren geschmeidige Brutalität – das “Matt der Dilaram” – bis in die Gegenwart nicht verblasst ist. Und die kleinen Schwestern der mythischen Heldin Dilaram frustrierten während der zweiten Hamburger Shatranj-Jamboree 2018 die Ambitionen vieler männlicher Kandidaten. In der Sonderwertung für weibliche Teilnehmerinnen platzierte sich am Ende die 17-jährige Mariam Khalifa vor ihrer fünf Jahre jüngeren Schwester Mona, was Vater Mohammed Khalifa stolz strahlen ließ. Der gebürtige Ägypter brachte 2003 die ersten Arabischen Kulturwochen auf den Weg und ist seitdem Mastermind der renommierten Veranstaltungsreihe.

Inspiriert von der legendären Meisterspielerin Dilaram: Mariam Khalifa (re.), beste weibliche Teilnehmerin beim zweiten Hamburger Shatranj-Turnier 2018 (hier im Match gegen den späteren Drittplatzierten Martin Wolff, li.). Foto: Bernd-Jürgen Fischer.

Inspiriert von der legendären Meisterspielerin Dilaram: Mariam Khalifa (re.), beste weibliche Teilnehmerin beim zweiten Hamburger Shatranj-Turnier 2018 (hier im Match gegen den späteren Drittplatzierten Martin Wolff, li.). Foto: Bernd-Jürgen Fischer.

Gegenüber dem Standardschach, das sich in den handelsüblichen Sammeleditionen findet, weist Shatranj einen unschlagbaren Vorteil auf: Es ist absolut anfängerfreundlich. Der Grund: Im Arsenal fehlen, wie schon erwähnt, sowohl die hyperdominanten Damen als auch hektische Läufer, die megaschnellen Roadrunnern nacheifern. In der Konsequenz können selbst Neueinsteiger ins Shatranj aus der Eröffnung heraus nicht überrumpelt werden, sondern haben die reale Chance, sich in das Spielszenario quasi reinzufummeln, eigene Pläne zu entwickeln und erfahrenen Kontrahenten auf Augenhöhe zu trotzen.

Glückwunsch für den besten  Newcomer beim 2. Hamburger Shatranj-Turnier 2018: Navid Nikzad (vorne re.); sein Sonderpreis war die Reproduktion des Rembrandt-Gemäldes "Mann in Rüstung" (links daneben Turniersieger René Gralla; hinten stehend: Turnierdirektor Jürgen Woscidlo). Foto: Bernd-Jürgen Fischer.

Glückwunsch für den besten Newcomer beim 2. Hamburger Shatranj-Turnier 2018: Navid Nikzad (vorne re.); sein Sonderpreis war die Reproduktion des Rembrandt-Gemäldes “Mann in Rüstung” (links daneben Turniersieger René Gralla; hinten stehend: Turnierdirektor Jürgen Woscidlo). Foto: Bernd-Jürgen Fischer.

Als bester Newcomer des zweiten Hamburger Shatranj-Turniers 2018 wurde Navid Nikzad ausgezeichnet, der spontan den Tunesientag besucht hatte und begeistert ins Rennen ging, als er die aufgebauten Spielbretter mit den putzigen Shatranj-Elefanten sah. Sein Sonderpreis: ein gerahmter Nachdruck des 1655 entstandenen Rembrandt-Gemäldes “Mann in Rüstung” aus dem Elmshorner Nachlass der 2017 verstorbenen Schachkulturförderin Ingrid Gralla.

War Liebhaberin und Kennerin der Schachkultur in allen Facetten: die Elmshornerin Ingrid Gralla (1930-2017), aufgenommen am 24.12.1997 während eines Aufenthalts in Rom (aus Ingrid Grallas Nachlass wurde der Sonderpeis für das 2. Hamburger Shatranj-Turnier 2018 gestiftet). Foto: René Gralla.

War Liebhaberin und Kennerin der Schachkultur in allen Facetten: die Elmshornerin Ingrid Gralla (1930-2017), aufgenommen am 24.12.1997 während eines Aufenthalts in Rom, hier im Ristorante “Quo Vadis” an der Via Appia Antica (aus Ingrid Grallas Nachlass wurde der Sonderpeis für das 2. Hamburger Shatranj-Turnier 2018 gestiftet). Foto: René Gralla.

Die Jugendkonkurrenz 2018 gewann Leith Aroui; der zehnjährige Hamburger vertrat zugleich die Farben Tunesiens, aus dem ein Teil seiner Familie stammt. Und knapp den Titelgewinn verpasste Uwe Frischmuth: Mit hauchdünnem Vorsprung wiederholte Shatranj-Lobbyist René Gralla auch 2018 seinen Überraschungserfolg von 2016.
Und nun dürfen wir uns auf die dritte Runde des Shatranj-Revivals freuen – beim Kalif al-Ma’mun-Revival am letzten Tag des Novembers 2019 in Hamburg. Und da mit Musik alles besser läuft, lässt sich motivierender Begleitsound bei Youtube runterladen: “Amar Beirut”, komponiert – wen wundert’s?! – vom Barmstedter Jazzmusiker und Schachsportler Rainer Schnelle (Text und Produktion: Shantranj-Nerd René Gralla).

Die Hymne auf Beirut – eine atemberaubende kosmopolitische Metropole und legitime Nachfolgerin des einst prächtigen Bagdad der Kalifen, die Kultur und Shatranj förderten – wird gesungen von der libanesischen Supergruppe “The 4 Cats”, die bei ihren Konzerten regelmäßig die Massen zum Rasen bringen.

“The 4 Cats” singen “Amar Beirut”, letzteres eine Gemeinschaftsarbeit des Jazzmusikers und Schachspielers Rainer Schnelle (Komposition) und des Shatranj-Promoters René Gralla (Text).

“Amar Beirut”, übersetzt: “Cool Moon of Beirut”: Nach dem dritten Hamburger Shatranj-Turnier 2019 wäre es eigentlich ziemlich cool, das Folgeturnier 2020 in Beirut auszurichten. Natürlich mit den unglaublichen “4 Cats” als Opening Act.


Infos zum “Kalif Al-Ma’mun SHATRANJ-Memorial Hamburg 2019″ am 30.11.2019: Universität Hamburg, Edmund-Siemers-Allee 1 (nahe Bahnhof Dammtor), Asien-Afrika-Institut (AAI), Flügel Westraum, Raum 222; Beginn: 12:00 Uhr; 4 Runden Schweizer System (15 Minuten pro Partei und Partie); Anmeldungen vor Ort am Turniertag spätestens bis 11:45 Uhr; Anmeldungen vorab per Email an: jwoscidlo[at]msn.com

Partie: Ingo Iwasaki vs. Fabian Krahe am 09. November 2019 auf dem 6. Shôgi Kyu Cup Hamburg

先手 (Schwarz): Ingo Iwasaki (7k)
後手 (Weiß): Fabian Krahe (6k)
Datum: 2019-11-09
Ergebnis: 0-1
Anzahl Züge: 76

Die Partie habe ich in der dritten Runde des 6. Shôgi Kyu Cup Hamburg gegen Ingo Iwasaki gespielt. Nachdem ich letztes Mal nicht teilnehmen konnte und Ingo zum zweiten Mal beim Kyu Cup mitgespielt hat, war dies unsere erste Partie. Ingo hat zunächst defensiv gespielt und begonnen ein Yagura zu bauen, während ich mit einem Ibisha in Kombination mit einem Funagakoi recht eher offensiv gespielt habe. Mit (a) ☖5三銀☗5八飛 haben wir nach zwanzig Zügen recht einvernehmlich entschieden, dass wir um die Mitte kämpfen werden. (b) Hier wäre ☖6六歩 ☗6二銀成☖6七歩成☗5二成銀☖7八と☗同玉 wohl besser gewesen. (c) Der Zug war nicht gut. Hier steht Weiß auf gewinn. Schwarz hätte besser mit dem Bauern ☗5三歩成 angegriffen. Entweder schlägt Weiß mit dem Turm und es komm zum Abtausch mit ☖同飛☗同飛成☖同金 oder Weiß schlägt mit dem Gold ☖同金 und danach folgt ☗5四銀. (d) Diser Zug war vlt. nicht der Bestmöglichste. Die Idee war offensichtlich eine Gabel, die den König und den Gold bedroht. Gleichzeitig sollte der Turm als Anker dienen um weiter Druck auf den König aufrecht zu erhalten. Der angebotene Turmtausch mit ☗6六飛 entweder für den Läufer oder halt den Turm war nicht gut. Ein Bauer ☗6六歩 wäre besser gewesen, um den Angriff zu blockieren und nach ☖4五飛☗5六銀 hätte Schwarz den weißen Turm erobert.

☗7六歩☖8四歩☗6八銀☖8五歩☗7七銀☖3四歩☗7八金☖4二玉☗6六歩☖3二玉☗2六歩☖5二金右☗5八金☖6二銀☗5六歩☖3三角☗6七金右☖5四歩☗7九角(a)☖5三銀☗5八飛
20191110-1738 Ingo Iwasaki - Fabian Krahe 0-1_0021☖4四銀☗4八銀☖7四歩☗6九玉☖4二銀☗1六歩☖5三銀上☗4六角☖5五歩☗同歩☖6四銀☗5四歩☖5五銀右
20191110-1738 Ingo Iwasaki - Fabian Krahe 0-1_0034
☗6八角☖6四歩☗7九玉☖7三桂☗5七銀☖6五歩☗4六銀☖6二飛☗5五銀☖同銀☗5三銀 (b)
20191110-1738 Ingo Iwasaki - Fabian Krahe 0-1_0045
☖6三飛☗5二銀成☖同金☗4五金☖6六銀☗同金☖同歩☗5六銀 (c)
20191110-1738 Ingo Iwasaki - Fabian Krahe 0-1_0053
☖6七銀☗5七飛☖7八銀成☗同玉☖6七銀☗同銀☖同歩成☗同飛☖同飛成☗同玉☖6五飛 (d)
20191110-1738 Ingo Iwasaki - Fabian Krahe 0-1_0064
☗6六飛☖同角☗同銀☖4五飛☗4六歩☖5五歩☗4五歩☖5六銀☗7八玉☖6七金☗7九玉☖7八金打まで76手で後手の勝ち
20191110-1738 Ingo Iwasaki - Fabian Krahe 0-1_0076

Zum Nachspielen der Partie am Computer, stelle ich hier die Partie als kif-Datei zur Verfügung.

Alle Grafiken habe ich mit BCM Shogi von Bernard C. März erstellt. Die Analyse habe ich mit ShogiGUI und der GPSfish 検討用 Engine vorgenommen.

Und das sechste Pferd ging an: Chung Man Chan! Bericht vom Shôgi Kyu Cup Hamburg 2019

Er läuft und läuft … zum sechsten Mal nun schon wurde der Shôgi Kyu Cup am 9. November 2019 in Hamburg ausgespielt.
Ein Erfolgsgeheimnis dürfte die anregende Mischung aus vorwiegend lokalen Spielern und weiter Angereisten sein. Obgleich das Turnier sein Stammpublikum hat, tauchen beileibe nicht immer dieselben Teilnehmer auf. Trotzdem kamen wir auch dieses Jahr auf 14 Teilnehmer, davon im strengen Sinne 4 Jugendspieler. Die haben sich dieses Mal sogar ohne ihren angestammten Mentor, den Harburger Schachlehrer Jürgen Woscidlo, angemeldet, um ihre Spielkünste zu verbessern. Alle Achtung.
Was ist vom Gesamt-Turniergeschehen erwähnenswert?

René Gralla (li.) und Rolf Müller.

Rolf Müller (re.) und René Gralla.

Zum Einen die Anmeldung von Rolf Müller aus Lübeck. Hatte er doch in seinem Haus und Garten im Sommer 2019 ein eigenes Lübecker Turnier ins Leben gerufen, welches fabelhaft bei den Teilnehmern ankam. Rolf ließ sich von seinen – schon fast ‚konstant spärlich‘ zu nennenden Erfolgserlebnissen am Brett – nicht beirren und meldete sich wieder zum Shôgi Kyu Cup an! Selbst von einem Unfall, der die Autobahn stundenlang blockierte, ließ er sich nicht dauerhaft aufhalten, weshalb er zwei Runden verpasste. Ein wichtiger Zusatzgrund für diesen Einsatz wurde sogleich von ihm auf den Tisch gestellt – reichlich Kuchen für die Teilnehmer, welche sich nicht zweimal bitten ließen, … „Das Turnier“ belohnte ihn dafür auf seine Weise: er wurde nicht Letzter!
Wolfgang Reher, der sich nach seinem zweiten Platz beim Kyu Cup 2015 offensichtlich nach neuen Herausforderungen abseits des Shôgi-Bretts umschaut, flanierte wieder einmal als helfender Beobachter durch den Turniersaal.
Ingo Köhler, Vorjahressieger, wollte sich auf seinen Lorbeeren nicht ausruhen und suchte erneut die Herausforderung; die dieses Jahr härter ausfiel. Seinem Kyu Pferd zuhause war das sicherlich egal.

Ingo Köhler (re.) im Spiel vertieft gegen Uwe Frischmuth.

Ingo Köhler (re.) im Spiel vertieft gegen Uwe Frischmuth.

Besondere Freude musste Ingo Iwasaki empfunden haben. Hatte er letztes Jahr noch leicht geknickt den Spielsaal wegen seines persönlichen Turnierverlaufs verlassen– so lieferte er dieses Mal eine ihm entsprechende Leistung ab. Geht doch!

Ingo Iwasaki (re.) gegen Ian Meinköhn.

Ingo Iwasaki (re.) gegen Ian Meinköhn.

Die hohe Leistungsdichte zeigte sich dieses Jahr besonders deutlich. Neben den beiden ersten Turnierplätzen erreichten gleich 6 von 14 Teilnehmern 3 Punkte, welche sich auf die Plätze 3-8 verteilten. Anton Borysov, 14 Jahre alt, hatte bereits bei seinem Sieg gegen Yuki Nagahori eine besonders starke Duftmarke gesetzt, die er mit einem Sieg gegen Uwe Frischmuth noch verstärkte. Da ihm in sehr aussichtsreicher Stellung gegen René Gralla dann doch die Puste ausging, blieb ihm „nur“ der dritte Platz in der Abschlusswertung. Andernfalls hätte er um den Turniersieg mitgespielt. Trotzdem eine Riesenleistung, Anton!

Bester Hamburger Jugendspieler: Anton Borysov.

Bester Hamburger Jugendspieler: Anton Borysov.

Auch der viertplatzierte René Gralla schien mit seiner Leistung versöhnt, ist er doch Anton Borysov in letzter Sekunde trickreich von der Schippe gesprungen. Das Hamburger Urgestein Fabian Krahe landete als vorgewerteter 7ter auf dem 5ten Platz – welches für ihn zufriedenstellend sein dürfte.

Niels, Ian und Sven Meinköhn zusammen mit dem Turniersieger Chung Man Chan.

Niels, Ian und Sven Meinköhn zusammen mit dem Turniersieger Chung Man Chan.

Die hinteren Platzierungen sind allesamt mit einem zählbaren Punkt nach Hause gegangen. Darunter die drei Meinköhn-Brüder Niels, Ian und Sven, die sich weiterhin im Turniersaal blicken lassen.
Martin Wolff hatte mit 2 Punkten ein wohl durchwachsenes Ergebnis. Aber als Teilnehmer der gerade beendeten diesjährigen Janggi Weltmeisterschaft in China konnte er seine positiven Erinnerungen daran wohl beim Shôgi doch nicht ganz abschalten.

Martin Wolff (re.) gegen Niels Meinköhn.

Martin Wolff (re.) gegen Niels Meinköhn.

Unser Gründervater Masaomi Ishii hatte diesmal etwas mehr Erfolg als beim letztmaligen Alster Cup im April 2019, auf den wir an dieser Stelle aufmerksam machen wollen.

Masaomi Ishii (dritte v. re.)

Masaomi Ishii (dritte v. re.)

Das wichtigste zuletzt: auch seine Anmeldung als erster Spieler – unmittelbar nach der Siegerehrung zum Kyu Cup 2018 – hat in Chung Man Chan wohl die Kräfte freigesetzt, die es zu einem Turniersieg braucht. Er wollte es wissen. Formell an zweiter Stelle der Teilnehmerliste gesetzt, wollte er den missglückten Versuch im letzten Jahr ungeschehen machen. Der Turnierverlauf machte es Chung Man Chan auch diese Jahr nicht einfach – verlor er doch ausgerechnet gegen Yuki Nagahori – Neu-Hamburger und Sieger von Lübeck 2019.

Chung Man Chan (li.) gegen Yuki Nagahori in der vierten Runde.

Chung Man Chan (li.) gegen Yuki Nagahori in der vierten Runde.

Da Yuki seine Partie gegen das Hamburger Shôgitalent Anton Borysov in den Sand setze, ergab sich nach der 5ten und letzten Runde die Notwendigkeit zu einem Tiebreak – gemäß der Tradition des Shôgi Kyu Cups Hamburg. Bei Punktegleichheit werden die direkten Ergebnisse nicht gezählt – es wird in einem Tiebreak ausgeblitzt. Hier konnte sich Chung Man gegen Yuki durchsetzen. Herzlichen Glückwunsch!

René Gralla wies auf einen interessanten Umstand hin: seit Jahren werden unsere Shôgi Aktivitäten vom „chinesischen“ Konfuzius Institut massiv unterstützt; so auch diesmal. Shôgi erfreut sich auch in China seit Jahren wachsender Beliebtheit und Spielstärke. Insofern hatte der diesjährige Gewinner chinesischer Herkunft gegen einen Zweitplatzierten aus Japan so eine Art Heimvorteil, den dieser zu nutzen verstand …

Nach dem Ende dieses wieder in sehr freundschaftlicher Atmosphäre durchgeführten Turniers freuen wir uns schon auf den 18. April 2020: Dann findet das „Shôgi Open Hamburg“ statt. Der vormalige “Alster Cup” wurde in “Shôgi Open Hamburg” umbenannt, um klarer zum Ausdruck zu bringen, dass dieses Turnier offen für alle Teilnehmer ist – im Gegensatz zum “Shôgi Kyu Cup Hamburg”.

Uwe Frischmuth & René Gralla
Shôgi Hamburg

Die Teilnehmer des 6. Shôgi Kyu Cup.

Die Teilnehmer des 6. Shôgi Kyu Cup, und die Verantwortlichen des Konfuzius-Instituts (2. R. li.)

Results Shogi Kyu Cup Hamburg 2019 – 5 Rounds – Playing Time: 30 Minutes Plus 30 Seconds Byôyomi
Platz Vorname Name Nationalty Round 1 Round 2 Round 3 Round 4 Round 5 Points Place Comment
1 Chung Man Chan HK 7+ 4+ 3+ 2- 5+ 4 1 Tiebreak
2 Yuki Nagahori JN 5+ 3- 6+ 1+ 4+ 4 2 Tiebreak
3 Anton Borysov Ukr 10+ 2+ 1- 4- 6+ 3 3 Buchholtz
4 Rene Gralla DE 11+ 1- 9+ 3+ 2- 3 4 Buchholtz
5 Fabian Krahe DE 2- 13+ 7+ 8+ 1- 3 5 Buchholtz
6 Uwe Frischmuth DE 14+ 8+ 2- 10+ 3- 3 6 Buchholtz
7 Ingo Iwasaki DE 1- 11+ 5- 13+ 9+ 3 7 Buchholtz
8 Ingo Köhler DE 9+ 6- 13+ 5- 10+ 3 8 Buchholtz
9 Martin Wolff DE 8- 14+ 4- 11+ 7- 2 9 Buchholtz
10 Masaomi Ishii JN 3- 1-0 14+ 6- 8- 2 10 Buchholtz
11 Niels Meinköhn DE 4- 7- 12+ 9- 14+ 2 11 Buchholtz
12 Rolf Müller DE // // 11- 14- 13+ 1 12 1 out of 3
13 Sven Meinköhn DE 1-0 5- 8- 7- 12- 1 13 Buchholtz
14 Ian Meinköhn DE 6- 9- 10- 12+ 11- 1 14 Buchholtz

In eigener Sache: Shôgi Hamburg hat nun einen YouTube-Kanal

Liebe Shôgi-Enthusiasten,

ich habe heute einen YouTube-Kanal eingerichtet. Ich hoffe, dort auch in Zukunft Videos von Shôgi-Partien, -Turnieren und Veranstaltungen, sowie von Veranstaltungen anderer Schachvarianten in Hamburg zu veröffentlichen.

Das erste Video ist eine Aufnahme vom Blitz um Platz 1 beim gestrigen 6. Shôgi Kyu Cup Hamburg:

6. Shôgi Kyu Cup Hamburg, 9. November 2019
Blitzpartie um Platz 1
Schwarz: Yuki Nagahori (-/1698 Elo*) vs.
Weiß: Chung Man Chan (2 Kyu/1596 Elo)
Ergebnis: 0-1

Die kif-Datei zum Download und nachspielen der Partie.

*vorläufige Elo-Zahl

Fabian Krahe

Ausschreibung: First European Janggi Championship in Hamburg

First European Janggi Championship in Hamburg

Saturday, 26th & Sunday, 27th of October 2019

Logo European Janggi Federation


Announcement

The European Janggi Federation (EJF) in cooperation with the local host, the
German Janggi Federation (GJF) as well as “Johannes-Brahms-Konservatorium” is happy to announce the organization of a the

1st European Janggi Championship on

26th & 27th of October 2019 in Hamburg.

Our efforts in promoting the game especially in Europe forced us to do the next step: organizing a European Championship in Janggi – also known as “Korean Chess” – a game with a long history and highly respected in Korea.

We are especially proud of the fact, that many local players from Germany as well as the strongest players from Europe – coming from Poland, Russia, France, Austria, Turkey, Netherlands and Ukraines – have already committed themselves to participate; securing the highest level of play in Europe; fighting for the title as European Champion.

Besides the main tournament, we also organize the European Blitz Championship with the extra option to gain the title as European Blitz-Champion 2019.

Some minor groups of children already play seriously Janggi in different parts of Europe. The European Janggi Federation reflects on this development by organizing the 1st European Youth Championship 2019 for participants below 18 years of age.

All tournaments are played in an Open format, which entitles all interested players living in Europe to participate.

We will play according to the International Janggi Tournament Rules, which are currently in use by the Korean Janggi Federation (Southkorea).

Date:
Saturday, the 26th of October 2019
Registration:
11.30 a.m. – 12.00 p.m.
Everyone will have to sign in personally on site no later than 12:00 p.m.

Format:
Open main tournament – 9 rounds “Round Robin” system

Playing time:
15 minuten maintime + 3 x 40 seconds byoyomi

After reaching 1 hour of overall playing time, the games will be finished by the referee; counting the remaining material. Red must do the last move.

Preregistrations:
Please send you registration by email to one of the organizers listed below:

Contact:
Jürgen Woscidlo, jwoscidlo@msn.com, Mobil: +49 (0) 175 – 75 63 860
Uwe Frischmuth, uwefrischmuth@gmx.de, Mobil: +49 (0) 163 – 79 86 436

Entry fee:

Everyone may pay the fee during the personal registration process in cash.
We have to cover all cost for this tournament completely from all entry fees collected; without any further sponsor. All entry fees have to cover the cost for the youth players also. No money prizes will be awarded to keep it in a true amateur manner.

Adults: 10.- Euro; reductions possible
Youth under 18 of age: no fee
Players arriving from a foreign country: no fee

Schedule:

Schedule Main Tournament Saturday, the 26th of October 2019

11:45 a.m. – 12:00 p.m.       Registration
12:00 p.m. – 12:30 p.m.       opening procedure
12:30 p.m. – 01:30 p.m.       round 1
01:45 p.m. – 02:45 p.m.       round 2
03:00 p.m. – 04:00 p.m.       round 3
04:00 p.m. – 04:30 p.m.       Break
04:30 p.m. – 05:30 p.m.       round 4
05:45 p.m. – 06:45 p.m.       round 5

Schedule MainTournament Sunday, the 27th of October 2019

09:30 a.m. – 10:30 a.m.       round 6
10:45 a.m. – 11:45 a.m.       round 7
11:45 a.m. – 12:30 p.m.       Break
12:30 p.m. – 01:30 p.m.       round 8
01:45 p.m. – 02:45 p.m.       round 9
03:00 p.m.                            Prizegiving and closing

Place of Venue:
Johannes-Brahms-Konservatorium – Ebertallee 55 – 22607 Hamburg
Close to: S Bahn Othmarschen
Highway A-7 Turn Bahrenfeld – Metrobus I – Bus 186 – Schnellbus 37
http://www.brahms-konservatorium.de/index.php?id=home

Main-Referee:
Antonio Barra, President of European Janggi Federation, will act a main-referee of this tournament.

Gradings:
This tournament will be subject for grading along with already existing grading results of other players from Europe.

Playing material:
All necessary playing material the organizers provide. However, due to unforeseen circumstances it might be better for all players, to bring your own material with you.

Just in case…

Prizes:
1st place: trophy, certificate and special award
2nd place: certificate and special award
Further prizes are optional for all youth players

Ausschreibung: First European Janggi Youth Championship in Hamburg

First European JANGGI Youth Championship in Hamburg

Saturday, 26th & Sunday, 27th of October 2019

Logo European Janggi Federation


Announcement

The European Janggi Federation (EJF) in cooperation with the local host, the
German Janggi Federation (GJF) as well as “Johannes-Brahms-Konservatorium” is happy to announce the organization of a the

1st European JANGGI Youth Championship on

26th & 27th of October 2019 in Hamburg.

Our efforts in promoting the game among youth players – especially in Europe – forced us to do the next step: organizing a European Championship in Janggi for the youth – in a game with a long history and highly respected especially in Korea; also referred to as “Korean Chess”.

Some minor groups of children already play seriously Janggi in different parts of Europe. The European Janggi Federation reflects on this development by organizing the 1st European Youth Championship 2019 for participants below 18 years of age.

This tournament is played in an Open format, which entitles all interested players – living in Europe – to participate.

Date:
Saturday, the 26th of October 2019
Registration:
11.45 a.m. – 12.00 p.m.
Everyone will have to sign in personally on site no later than 12:00 p.m.

Format:
Open Youth tournament – 7 rounds “Round Robin” system

Playing time:
15 minuten maintime + 3 x 40 seconds byoyomi

After reaching 1 hour of overall playing time, the games will be finished by the referee; counting the remaining material. Red must do the last move.

Preregistrations:
Please send you registration by email to one of the organizers listed below:

Contact:
Jürgen Woscidlo, jwoscidlo@msn.com, Mobil: +49 (0) 175 – 75 63 860
Uwe Frischmuth, uwefrischmuth@gmx.de, Mobil: +49 (0) 163 – 79 86 436

Entry fee:
Youth under 18 of age: no fee

Schedule:
The schedules for the youth are geared into the schedule of the main tournament.

Schedule Youth Tournament Saturday, the 26th of October 2019

11:45 a.m.  – 12:00 p.m.        Registration
12:00 p.m.  – 12:30 p.m.        opening procedure
12:30 p.m.  – 01:30 p.m.        round 1
01:45 a.m.  – 02:45 p.m.        round 2
03:00 p.m.  – 04:00 p.m.        round 3
04:00 p.m.  – 04:30 p.m.        Break
04:30 p.m.  – 05:30 p.m.        round 4

Schedule MainTournament Sunday, the 27th of October 2019

09:30 a.m.  – 10:30 a.m.        round 5
10:45 a.m.  – 11:45 a.m.        round 6
11:45 a.m.  – 12:30 p.m.        Break
12:30 p.m.  – 01:30 p.m.        round 7
03:00 p.m.                              Prizegiving and closing

Place of Venue:
Johannes-Brahms-Konservatorium – Ebertallee 55 – 22607 Hamburg
Close to: S Bahn Othmarschen
Highway A-7 Turn Bahrenfeld – Metrobus I – Bus 186 – Schnellbus 37
http://www.brahms-konservatorium.de/index.php?id=home

Main-Referee:
Antonio Barra, President of European Janggi Federation, will act a main-referee of this tournament; with support by Uwe Frischmuth.

The youth will play according to the International Janggi Tournament Rules, which are currently in use by the Korean Janggi Federation (Southkorea).

Gradings:
This tournament will be subject for grading along with already existing grading results of other players from Europe.

Playing material:
All necessary playing material the organizers will provide.

Prizes:
1st place: trophy, certificate and special award
2nd place: certificate and special award
Further prizes are optional for all youth players

Ausschreibung: First European Janggi Blitz-Championship in Hamburg

First European Janggi Blitz-Championship in Hamburg

Saturday, 26th of October 2019

Logo European Janggi Federation


Announcement

The European Janggi Federation (EJF) in cooperation with the local host, the
German Janggi Federation (GJF) as well as “Johannes-Brahms-Konservatorium” is happy to announce the organization of a the

1st European Janggi Blitz-Championship on

26th of October 2019 in Hamburg.

Our efforts in promoting the game especially in Europe forced us to do a special step: organizing a European Janggi Blitz Championship, a side event to the main tournament.

We are especially proud of the fact, that many local players from Germany as well as the strongest players from Europe – coming from Poland, Russia, France, Austria, Turkey, Netherlands and Ukraine – have already committed themselves to participate in this special side tournament ; securing the highest level of play in Europe; fighting for the title as European Janggi Blitz Champion 2019.

This tournaments is played in an Open format, which entitles all interested players living in Europe to participate.

Date:
Saturday, the 26th of October 2019

Registration:
07.00 p.m. on site.
Everyone will have to sign in personally on site no later than 07:00 p.m.!

Format:
Open Blitz tournament – 7 rounds swiss system

Playing time:
5 minutes maintime + 3 seconds byoyomi (1 phase)

After reaching 15 minutes of overall playing time, the games will be finished by the referee; counting the remaining material. Red must do the last move.

Preregistrations:
Registration is only possible on site

For questions contact:
Jürgen Woscidlo, jwoscidlo@msn.com, Mobil: +49 (0) 175 – 75 63 860
Uwe Frischmuth, uwefrischmuth@gmx.de, Mobil: +49 (0) 163 – 79 86 436

Entry fee:
Everyone may pay the fee during the personal registration process in cash.
We have to cover all cost for this tournament completely from all entry fees collected; without any further sponsor. All entry fees have to cover the cost for the youth players also. No money prizes will be awarded to keep it in a true amateur manner.

Adults: 5,00 Euro; reductions possible
Youth under 18 of age: no fee

Schedule:
The schedules for the youth are geared into the schedule of the main tournament.

Schedule Blitz Tournament Saturday, the 26th of October 2019

07.00 p.m. Registration
07:15 p.m. – 07:30 p.m. opening procedure
07.30 p.m. – 09:30 p.m. round 1 till round 7
09.30 p.m. Award Ceremony

Place of Venue:
Johannes-Brahms-Konservatorium – Ebertallee 55 – 22607 Hamburg
Close to: S Bahn Othmarschen
Highway A-7 Turn Bahrenfeld – Metrobus I – Bus 186 – Schnellbus 37
http://www.brahms-konservatorium.de/index.php?id=home

Main-Referee:
Antonio Barra, President of European Janggi Federation, will act a main-referee of this tournament.

The youth will play according to the International Janggi Tournament Rules, which are currently in use by the Korean Janggi Federation (Southkorea).

Gradings:
This tournament will be subject for special Blitz grading along with already existing grading results of other players from Europe.

Playing material:
All necessary playing material the organizers will provide.

Prizes:
1st place: trophy, certificate and special award
2nd place: certificate and special award
Further prizes are optional

Ausschreibung: 6. Kyu-Cup Hamburg

shogi-steineShogi Turnier am Samstag, den 09. November 2019 in Hamburg
Die „Spielgemeinschaft Hamburg von 1989“ richtet den
Kyu-Cup Hamburg 2018 im Shogi (Japanisches Schach) aus.

Dieses Turnier wird in Kooperation mit unserem Partner veranstaltet, dem

konfuzius-institut-logoTurnierausschreibung

Der Kyu-Cup richtet sich insbesondere an alle SpielerInnen, die aufgrund ihrer Spielstärke sich eher den spielschwächeren Regionen zurechnen. Deshalb sind von reinen Anfängern bis zu Spielern mit einem Rang nicht stärker als 1. Kyu alle willkommen.

Für spielstärkere Spieler (Meisterklasse) wird es nach Bedarf einen eigenen Turniermodus geben, der sich nach der Zahl der Anmeldungen am Spielort um 09.30 Uhr ergibt.

Für alle Jugendspieler, die

- unter 14 Jahre (u14 / alle TeilnehmerInnen, die nach dem 31.12.2005 geboren sind)

- unter 18 Jahre (u18 / alle TeilnehmerInnen, die nach dem 31.12.2001 geboren sind)

wird es jeweils Sonderpreise zu gewinnen geben. Inwieweit Jugendspieler im Hauptturnier spielen oder untereinander bleiben, wird vor Ort entschieden.

Termin:
Samstag, der 09. November 2019
Anmeldeschluss: 09.30 Uhr vor Ort

Spielmodus:
Offenes Haupt-Turnier: fünf Runden im Schweizer System bzw. Mac Mahon.
Meisterklasse bzw. Separates Jugendturnier: Organisationsform je nach Anmeldungen

Spielzeit: 30 Minuten + 30 Sekunden Byoyomi für alle Turnierformen

Zeitplan

09.00 h – 09.30 h Anmeldung

09.30 h – 09.45 h Begrüßung
10.00 h – 11.30 h Runde 1
11.45 h – 13.15 h Runde 2

13.15 h – 13.45 h Mittagspause

13.45 h – 15.15 h Runde 3
15.30 h – 17.00 h Runde 4
17.15 h – 18.45 h Runde 5

Ca. 19.00 h Siegerehrung

Anmeldung:
Die persönliche Registrierung vor Ort kann für Teilnehmer, die sich bis zum Freitag, den 08. November 2019 vorangemeldet haben, bis unmittelbar vor Turnierbeginn um 10:00 Uhr erfolgen. Dies könnte Anreisewege von größeren Distanzen ermöglichen.

Startgeld:
10.- Euro für Erwachsene; 3,00 .- Euro für Jugendliche u.a.

Schiedsgericht:
Dieses Turnier wird ausgewertet für die Rangliste der FESA.
Das Schiedsgericht wird noch bestimmt.

Spielmaterial:
Die Turnierleitung stellt ausreichend Spielmaterial zur Verfügung. Es ist aber für alle Beteiligten von Vorteil, eigenes Spielmaterial mitzubringen, um Überraschungen durch eventuell erhöhte Teilnehmerzahlen zu vermeiden.

Preisränge:
1. Platz: Trophäe und Sachpreis
Ab 2. Platz: Sachpreise
Weitere Preise möglich

Die Anzahl der Preise in den Jugendsektionen richten sich nach den Teilnehmerzahlen.
Garantiert werden aber in der Sektion (u14) und (u18) jeweils
1. Platz: Medaille und Sachpreis
2. Platz: Sachpreise

Spielort:
Das Konfuzius-Institut der Universität Hamburg ist ein erprobter Veranstalter. Wir freuen uns auf diese weitere Veranstaltung in Kooperation mit dem Institut in dessen Räumlichkeiten.

Alle Interessenten für dieses Turnier begeben sich bitte zum Konfuzius-Institut der Universität Hamburg in die Max-Brauer-Allee 60, 22765 Hamburg, 1.Stock
(Nähe S-Bahn Station Altona)

Alle Spieler würden gegen (leisen) Publikumsverkehr bei Ihren Partien wenig einzuwenden haben, da derartige Veranstaltungen auch immer der weiteren Bekanntmachung und Verbreitung des japanischen Schachs dienen, welches jeweils am letzten Donnerstag des Monats im Konfuzius-Institut gespielt wird.

Wir freuen uns auf Euer Kommen und Eure Aufmerksamkeit; Voranmeldungen sind erwünscht.

Uwe Frischmuth
Turnierorganisator; Leiter der „Spielgemeinschaft Hamburg von 1989“
Kontakt: Uwe Frischmuth, uwefrischmuth@gmx.de
Festnetz: 040-87 0 85 182 ; Mobil: 0163/79 86 436
Aktuelle Informationen auch auf www.shogideutschland.de

Bei Unterbringungsvorschlägen und touristischen Wünschen Hamburg betreffend sind wir gerne behilflich.

Uwe Frischmuth
Hamburg, den 18. Oktober 2019

Kyu Cup 2019 – Ausschreibung als PDF

Shôgi in Manga und Anime

Von Fabian Krahe

Manga und Anime sind derzeit wohl das wichtigste kulturelle Exportprodukt Japans. Seit den 90er Jahren sind sie auch bei uns in Deutschland wirklich heimisch geworden. Für den Erfolg ist sicherlich auch das „Erwachsen werden“ des Anime – besonders durch Hideaki Annos „Neon Genesis Evangelion“, wobei am Ende von Folge 14 auch kurz Shôgi geübt wird – in diesem Jahrzehnt mit verantwortlich. Wichtige Meilensteine sind auch einem breiteren Publikum bekannt, die sonst keine Anime schauen, wie z.B. Akira (1991), Ghost in the Shell (1997) oder die Produktionen von Studio Ghibli. Mit für den Erfolg waren auch Serien verantwortlich, die ab Anfang der 2000er Jahre im deutschen Fernsehen liefen, wie Sailor Moon, Dragonball und Pokémon. Anders sieht es bei Manga aus. Während viele Jugendliche und junge Erwachsene Mangas lesen, haben sie in der popkulturellen Rezeption in Deutschland bisher doch eher wenig Aufmerksamkeit erfahren. Aber immerhin kommen so mehr Menschen in der Bundesrepublik mit japanischer Literatur in Kontakt, wurden und werden doch in Deutschland kaum Bücher japanischer Schriftsteller verlegt. Abgesehen natürlich von Murakami Haruki (村上春樹), der vielen doch auch erst durch einen „Skandal“ beim Literarischen Quartett bekannt geworden ist. Wobei der Skandal vor allem die betrübliche Übersetzungspraxis japanischer Bücher beleuchtet hat. Murakami mag einem großen Leserkreis auch in Deutschland haben, doch schon bei Kawabata Yasunari (川端康成), Mishima Yukio (三島由紀夫), Natsume Sôseki (夏目漱石) oder gar Endô Shûsaku (遠藤周作) wird man doch nur fragendes Kopfschütteln ernten.

Doch nun genug der deutschen Kulturignoranz. In Japan sind Manga allgegenwärtig. Hat ein Manga Erfolg, wird er fast immer auch schnell als Anime umgesetzt. Der Manga in seiner heutigen Form ist besonders durch Tezuka Ôsamu (手塚治虫), dem „Manga no Kami-sama“ (漫画の神様, Gott des Manga), geprägt worden, der in Deutschland allerdings kaum bekannt ist. Manga werden i.d.R. nach ihrer demographischen Zielgruppe kategorisiert, wobei die wohl wichtigste Kategorie der Shônen-Manga ist, der sich an junge, männliche Leser richtet. Zu dieser Kategorie zählen zum Beispiel die national und international bisher erfolgreichsten Manga One Piece und Dragon Ball. Auch wenn Fantasyformate am erfolgreichsten sind, erscheinen Manga zu allerlei möglichen Themen, von Kochen bis Sexualaufklärung.

Hikaru no Go

Auch Shôgi hat seinen großen auf Auftritt in kleinen Bildern, nur seinen Weg nach Deutschland haben sie bisher nicht gefunden. Immerhin hat der Manga „Hikaru no Gô“ (ヒカルの碁) seinen Weg in deutsche Buchhandlungen gefunden; was sicherlich auch daran liegt, dass Gô in Deutschland bekannter ist und mehr gespielt wird als Shôgi. Der Manga selbst ist auch eine Folge des langsamen Niedergangs des Gô in Japan in den 70er und 80er Jahren. Zu dieser Zeit galt Gô als das Spiel alter Männer und konnte daher nur wenige Kinder und Jugendliche begeistern. Es fehlte der Nachwuchs und Südkorea nahm Japan mittlerweile den Rang der führenden Gô-Nation ab. Mit dem Manga, einem Medium, dass der Nachwuchs kannte und liebte, sollten also neue Spieler gewonnen werden. So erhielt der Manga auch durch Umezawa Yukari 5-Dan (梅沢由香里) eine professionelle Unterstützung. Auch in Deutschland wurde der Manga zur Rekrutierung des Nachwuchses eingesetzt. Aus gleichem Grund sind auch Shôgimangas entstanden, um die Jugend für die schönste aller Schachvarianten zu begeistern. Die Geschichte von Hikaru no Gô dreht sich um den 12-jährigen Shinda Hikaru, der auf dem Dachboden seines Großvaters ein Gô-Brett findet, in dem der Geist Fujiwara no Sai wohnt. Mit dessen Hilfe taucht Hikaru immer  weiter in die Welt des Gôs ein. In Folge vier bzw. Sammelband 7 begegnen wir mit Kaga Tetsuo auch einem starken Shôgispieler und Präsident des Shôgiclubs der Haze Mittelschule. Er war früher Gô-Spieler, hat das Spiel jedoch aufgegeben, weil es ihm zu langeweilig wurde. Ab und zu spielt er noch Gô und schneidet bei Turnieren gut ab, da er immer noch ein guter Spieler ist. Die Serie erschien von 1999 bis 2003 in Shûkan Shônen Jump und ist mit 23 Sammelbänden abgeschlossen. Von 2001 bis 2003 strahlte TV Tokyo eine Anime Adaption mit insgesamt 75 folgen aus.

Die japanische Wikipedia hat eine eigene Kategorie mit Shôgi Manga, die immerhin 27 Einträge umfasst. Allerdings ist diese Liste weder vollständig, noch befassen sich alle dort aufgeführten Manga monothematisch mit Shôgi. Von diesen aufgezählten Manga sind lediglich eine Handvoll auch außerhalb Japans bekannt. Eine weitere gute Auflistung gibt es hier (japanisch). Im folgenden möchte ich nun auch international bekannte Manga vorstellen, in denen Shôgi vorkommt.

Sangatsu_no_Lion

Der bekannteste dürfte sicherlich „Sangatsu no Lion“ (3月のライオン‎) sein, der 2017 als Live-Action Film verfilmte wurde. Die Mangareihe von Umino Chika (羽海野チカ) erscheint seit 2007 im Magazin Young Animal und umfasst derzeit 15 Tankôbon Bände. Protagonist ist Kiriyama Rei, ein 17-jähriger Profispieler, dessen Familie bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist, als er noch klein war. Der Manga erzählt von seinen Problemen mit seiner Adoptivfamilie, seinen Freunden und dem täglichen Leben als Profispieler. Eine englisch-, oder gar deutschsprachige Veröffentlichung steht leider noch immer aus.

Neben Sangatsu no Lion sticht der Manga „81 Diver“ (ハチワンダイバー) von Shibata Yokusaru (柴田ヨクサル) heraus, der von 2006 bis 2014 im Magazin Shûkan Young Jump erschien. Die 33 Sammelbände das Manga sind in Zusammenarbeit mit Suzuki Daisuke 9-Dan (鈴木大介), der übrigens zu den wichtigsten Furibisha Experten gezählt wird, erschienen. Die Reihe folgt dem Protagonisten Sugata Kentarô, dem es nicht gelingt Profispieler zu werden und sich fortan als Shinkenshi über Wasser hält. 81diver_volume_1Nachdem er 183 Siege in Folge erspielen konnte, wird er von eine mysteriösen weiblichen Shinkenshi besiegt. Er wird Reinigungskraft in einem Maidcafé und Lehrling der Shôgspielerin, die ihn besiegt hat. 2008 wurde der Manga als Fernseh-Dorama mit insgesamt 11 Folgen von Fuji-TV adaptiert. Ein deutscher Release von Manga und Dorama ist bisher nicht erfolgt, und damit ist auch nicht mehr zu rechnen. Auch eine englischsprachige Ausgabe gibt es nicht, allerdings tauchen immer Mal wieder die Dorama Folgen mit Untertiteln, die von Dorama Fans erstellt wurden, im Internet auf.

Dontt cry Zeffiro totaal

Auf Englisch ist immerhin in zwei Bänden der Manga „Don’t Cry Zeffiro“ (笑え、ゼッフィーロ) von Yanagiha Akira (柳葉あきら) erschienen, den er ab 2008 für das mittlerweile eingestellte Magazin Shûkan Shôgi schrieb. Die Übersetzung erledigte der allseits bekannte Shôgipromoter Kawasaki „Hidetchi“ Tomohide und erschien bei Nekomado. Asukada ist das letzte verbliebene Mitglied seines Oberschuleshôgiclubs. Da er jedoch mindestens fünf Mitglieder braucht, um als Club an der Schule fortzubestehen, macht sich Asukada auf neue Mitglieder zu werben und schließlich mit dem Club an Wettkämpfen teilzunehmen. Der Manga erzählt damit eine klassische Clubgeschichte.

Shion_no_Ō_manga_volume_one

Leider auch nicht auf Deutsch oder Englisch, dafür aber auf Französisch (Kings of Shogi), ist der Manga „Shion no Ô“ (しおんの王) von Hayashiba Naoko (林葉直子), hier unter dem Namen Katori Masaru, und Andô Jirô (安藤慈朗) in 8 Sammelbänden erschienen. Die Reihe erschien von 2004 bis 2008 im Magazin Monthly Afternoon und ist mit 22 Folgen von 2007 bis 2008 von Fuji TV adaptiert worden. Der Manga fällt in das Genre Mysterie Thriller. Die Protagonistin Yasuoka Shion wird als Kind Zeuge des Mordes an ihren Eltern. Der Mörder nimmt den König aus dem Shôgiset ihres Vaters, daher glaubt sie, dass er ein Shôgispieler ist. Der Schock des Mordes führt dazu, dass Shion verstummt und fortan über ein Schreibpad kommuniziert. Aus Liebe zum Spiel und um den Mörder ihrer Eltern zu finden, beginnt sie selbst, das Shôgi zu meistern.

Ein wenig heraus fällt in dieser Auflistung „The Ryuo’s Work is Never Done!“ („りゅうおうのおしごと!“). The Ryuo’s Work is Never Done! ist eine Light Novel Reihe von Shiratori Shirô (白鳥士郎). Seit 2015 sind 11 Bände erschienen, außerdem ist die Serie mit vier Bänden als Manga und mit 12 Folgen als Anime adaptiert worden. Eine englische Übersetzung der Light Novel ist bei Book Walker als E-Book erschienen und nur über dessen Webseite erhältlich. Im Mittelpunkt der Handlung steht der 16 Jahre alte Kuzuryû Yaichi, der als Profispieler bereits den Titel des Ryû-ô gewonnen hat. Er nimmt die neun Jahre alte Hinatsuru Ai als seinen Lehrling an und die Romane folgen ihrem Weg in der Shôgi Welt. Die Reihe hat starke Lolicon und Yandere Elemente und ist daher mit Vorsicht zu genießen. Ich kann es nicht empfehlen.

NarutoCoverTankobon1

Als wichtiges japanisches Kulturgut taucht Shôgi auch in Mangas auf, die ein ganz anderes Thema haben. Am bekanntesten ist hier sicherlich der Manga Naruto (NARUTO -ナルト-), der zu den Erfolgreichsten überhaupt gehört. Der Manga spielt in einer Fantasywelt, in Ninja eine wichtige Rolle spielen. Der Protagonist Uzumaki Naruto hat sich als Ziel gesetzt der oberste Ninja seines Dorfes zu werden. Shôgi wird vor allem von dem Charakter Nara Shikamaru gespielt. Dieser ist äußerst intelligent, was durch das Shôgi spielen nochmals besonders betont werden soll. Durch seine Intelligenz kann er komplexe Situationen in kürzester Zeit durchdenken, dafür stellt er sie sich als Shôgipartien vor. Der Manga erschien von 1999 bis 2014 im Magazin Shônen Jump und umfasst als 72 Sammelbände. Die Anime Adaption erschien in zwei Serien mit insgesamt 720 Folgen. Siehe auch hier zu Shôgi bei Naruto. Durch Naruto hat auch Karolina Styczyńska, die erste nicht-japanische Profispielerin zum Shôgi gefunden.

Conan-Shogi web

Ein anderer in Deutschland wohl bekannter Manga, in dem Shôgi doch hin und wieder auftaucht ist Detektiv Conan (名探偵コナン). Die Krimireihe von Aoyama Gôshô (青山剛昌) läuft bereits seit 1994 im Magazin Shônen Sunday und bringt es damit auf bisher 96 Sammelbände. Die seit 1996 ununterbrochen auf Nippon TV laufende Anime Adaption hat mittlerweile auch mehr als 950 Folgen. In Fall 27, der aus den Kapiteln 99, 100 und 101 (Sammelband 10 & 11) besteht und im Anime in Folge 47 umgesetzt wurde, benutzt das Mordopfer Ôyama Masashi ein Feuerzeug und eine Tischdecke, um kurz vor seinem Tod eine Shôgibrett darzustellen und so auf seinen Mörder hinzuweisen. Der Hinweis funktioniert in der deutschen Übersetzung allerdings nicht, da er auf den Namenskanji der Verdächtigen und den Kanji der Shôgisteine basiert. Außerdem erfahren wir, dass man mit Shôgi auch andere Nachrichten übermitteln kann (s.l.). Ab Fall 244 (Kapitel 847, 848 und 849 in Sammelband 80; Folge 731 und 732 des Anime) wird der Shôgiprofi Haneda Shûkichi als (Ex-)Freund der Polizistin Miyamoto Yumi ein wiederkehrender Charakter. Shûkichi hat sich als Ziel gesetzt alle sieben Titel zu gewinnen. Als hervorragender Shôgispieler verfügt er über eine gute Kombinationsgabe und benutzt bei seinen Schlussfolgerungen Analogien zum Shôgi.

Wir sehen also bereits an diesen wenigen Beispielen, dass es eine ähnlich breite Verarbeitung des Shôgithemas in japanischen Manga und Anime, wie im japanischen Film gibt. Die Anzahl der Shôgithema Manga ist allerdings deutlich höher, als die von Anime oder gar von Filmen.

Gegenüber dem westlichen Kulturraum zeigt sich dann allerdings doch, wie stark bestimmend Manga in der japanischen Kultur ist, den vergleichbare Comicbücher mit Schachthematik gibt es in westlichen Kulturraum nicht. Es lassen sich einige Einzelwerke finden, wie eine Graphic Novel Adaption der Schachnovelle oder „The Incredible Adventures of Chessman“ von Großmeister John Watson, das 1975 bei The Chess House erschien. In amerikanischen Comicbüchern taucht Schach auch häufig in einzelnen Geschichten auf. Eine Übersicht findet sich hier. Daneben gibt es auch eine Vielzahl an Cartoons und Comicstrips. Große Comicbuchreihen mit Schachspielern als Protagonisten und von deren Liebe zum königlichen Spiel lassen sich allerdings nicht finden.

Schach und Shôgi im Film

Von Fabian Krahe

Schach spielt in Literatur und Film immer Mal wieder eine prominente Rolle. Und bevor ich einen kleinen Blick nach Japan werfe, möchte ich erstmal Schach im westlichen Kulturraum betrachten Das bekannteste Beispiel ist im deutschsprachigen Raum sicherlich Stefan Zweigs „Schachnovelle“, in der Zweig Schach als Metapher für den Kampf zwischen dem europäischen Kulturmenschen und dem Nationalsozialismus benutzte. Die Erzählung entstand zwischen 1938 und 1941 im Exil, in das der Pazifist 1934 aus Österreich vor den Austrofaschisten flüchtete. Dem Symbolismus der Geschichte opferte Zweig allerdings die Realität des Schachspiels, von dem er ohnehin kaum eine Ahnung hatte, so dass sich zusätzlich noch einige sachliche Fehler einschlichen. Dass so das Schachspiel auch wenig gut wegkommt, mag wenig verwundern. Siehe auch: Johannes Fischer: Ein symbolischer Rückzug. Kritische Anmerkungen zu Stefan Zweig, in: Karl Online. 20.04.2002.https://karlonline.org/kol03. 1960 verfilmte Gerd Oswald den Stoff mit Curd Jürgens und Mario Adorf in den Hauptrollen fürs deutsche Kino.

Auf die große Leinwand kam das Schach allerdings schon 1925 in Russland mit dem Film „Шахматная горячка“ (Schachfieber), der die große russische Schachbegeisterung der zwanziger Jahre satirisch kommentierte.

Der Film inspirierte auch Vladimir Nabokov zu seinem bekannten Roman „Защита Лужина“ (Lushins Verteidigung), in dem der Protagonist, dem Schach verfallen, sich am Ende (womöglich) das Leben nimmt, in dem er aus dem Badefenster springt. Marleen Gorris verfilmte den Roman schließlich 2000 mit John Turturro und Emily Watson in den Hauptrollen.

2014 wurde das Biopic “Pawn Sacrifice” (Bauernopfer – Spiel der Könige) von Edward Zick mit Tobey Maguire als Bobby Fischer zwar von Kritikern durchaus wohlwollend aufgenommen, war jedoch mit einem Einspielergebnis von 5,6 Millionen eine Box Office Bomb. Der Film schildert das Leben des großen amerikanischen Schachspielers Bobby Fischer und lässt die Handlung im „Match des Jahrhunderts“ zwischen Fischer und Boris Spasski kulminieren. Wie schon in Zweigs „Schachnovelle“ weißt das Schach hier weit über sich hinaus, wird das Spiel zum Kampf der Systeme. Fischer und Spasski sind bloß Bauern im Wettstreit von Kapitalismus und Kommunismus; die Könige sind Nixon und Breschnew.

Es ist bemerkenswert, dass in allen diesen Filmen – und es lassen sich leicht noch weitere Beispiele anführen – Schach als Obsession, gar als eine Art von Wahn dargestellt wird. Die Protagonisten sind ihm verfallen und immer fordert er, der Schachwahn, seinen psychischen, zuweilen auch physischen Tribut. Selbst in „2001 – A Space Odyssey“ nutzte der schachbegeisterte Stanley Kubrick das königliche Spiel, um zu zeigen, dass die KI HAL 9000 langsam ihren Verstand(?) verliert.

Anders ist es oft, wenn Schach der Charakterisierung einer Person dient und nicht das Hauptthema eines Filmes ausmacht. Schach dient dann oft dazu die Intelligenz, Intellektualität oder die Willensstärke eines Protagonisten herauszustreichen. Sei es in Harry Potter und der Stein der Weisen, Independence Day oder X-Men.



Und last but not least konnten wir die Erotik des königlichen Spiels in Filmen wie „The Thomas Crown Affair“ (Die Thomas Crown Affäre) von 1968 oder „Joueuse“ (Die Schachspielerin) von 2009 erleben.


So wie das Schach im westlichen Kulturraum, spielt Shôgi in Japan im Film eine ähnliche Rolle. Die japanische Wikipedia listet tatsächlich neun Filme zum Thema Shôgi auf.
Das erste Mal ist mir Shôgi in dem Film „聯合艦隊司令長官 山本五十六 -太平洋戦争70年目の真実-„ (Titel in Deutschland: Der Admiral. Krieg im Pazifik) von 2011 begegnet, denn keiner der in der Wikipedia aufgelisteten Filme wurde bisher in Deutschland veröffentlicht, abgesehen von einmaligen Aufführungen bei Filmfestivals. Der Film “Der Admiral” zeigt die Rolle Yamamoto Isorokus (1884-1943) während des Pazifikkriegs. Isoroku entstammte einer Samurai-Familie, die im Boshin-Krieg auf Seiten des Shôgunats kämpfte. Ab 1901 begann er eine Karriere in der Marine. Von Anfang an stach er aufgrund seiner hervorragenden Leistungen hervor. Durch sie wurde er auch in den Yamamoto-Clan adoptiert und legte daher 1915 seinen bisherigen Familiennamen Takano ab. Yamamoto stieg rasch auf. 1939 übernahm er schließlich den Befehl über die Kombinierte Flotte und war maßgeblich an der Planung des Angriffs auf Pearl Habor beteiligt. 1943 wurde sein Flugzeug von amerikanischen Fliegern abgeschossen und er nahm sich noch in der Luft das Leben.
Yamamoto hatte seit seiner Jugend ein starkes Interesse am Shôgi. Dies hielt sich auch noch während er den Oberbefehl über die Kombinierte Flotte innehatte. Es heißt, er habe abends ab acht Uhr oft mehrere Stunden Shôgi gespielt. Tatsächlich ist überliefert, wie er selbst während der Schlacht von Midway, als die Nachricht hereinkam, dass die drei Flugzeugträger Akagi, Kaga und Sôryû bombardiert wurden, Shôgi spielte. Vgl. seinen japanischen Wikipediaeintrag.

Leider habe ich auf YouTube keinen Zusammenschnitt mit den Shôgiszenen finden können. Aber auch der Film „軍神山本元帥と連合艦隊“ (Gunshin Yamamoto gensui to rengô kantai) aus dem Jahr 1956 hat eine längere Szene, die Yamamoto beim Shôgispielen zeigt. Nicht dass der Film gut wäre, aber immerhin hat irgendwer den bei YouTube eingestellt. Die japanische Wikipedia listet insgesamt neun Filme und ein Fernsehdrama über Yamamoto auf, inwiefern dort Shôgi gezeigt wird, konnte ich leider nicht herausfinden.

Auch in Kitano Takeshis (北野武) Yakuzafilm “Brother” aus dem Jahr 2000 ist Shôgi in zwei Szenen zu sehen. Einmal dient Shôgi zur Gestaltung einer Szene in Form eine Deko-in-Motion, in der der Protagonist Yamamoto Aniki, gespielt von Kitano, eine Partie gegen einen seiner Mitstreiter spielt. Ein weiteres Mal spielt Shôgi auch eine kleinen dramaturgischen und Black-Humor-mäßgen Part in einer recht makabren Szene: Aniki bestraft einen Dealer, der ihn betrügen wollte, auf die Weise, dass er dem Mann Shôgi-Steine in den Mund stopft – und dann zuschlägt, gezielt auf den Mund, so dass der Getroffene reflexartig die Zähne zusammenbeiß … und wir sehen sofort das Resultat: der Bestrafte spuckt Blut und Zähne und Shôgisteine. Dass Takeshi Kitano ausgerechnet Shôgi in den Film eingebaut hat, hat einen guten Grund. Takeshi Kitano ist selber totaler Shôgifan, wie deutlich geworden ist in einem Interview, das er mit René Gralla anlässlich des Starts von “Zatoichi” 2004 in Hamburg im Hotel “Atlantic” geführt hat. In diesem Interview hat er nämlich am Ende, als René ihn auf Shôgi angesprochen hat, den Verlauf einer Vorgabepartie erklärt, die er gegen Habu im Fernsehen bestritten habe. Ohne Brett und Steine erklärte er René, wie ihm Habu zunächst ein komplettes Anaguma-Castle als Vorgabe in der Partie gewährt habe und wie Habu dieses Anaguma in kürzester Zeit zertrümmert habe.

Aber es gibt auch einige japanische Filme in denen das Shôgithema bestimmend ist. Das erste Mal bereits 1948 mit der Verfilmung von „王将“ (Ôsho) durch Itô Daisuke (伊藤大輔). Ôsho ist ein Theaterstück von Hôjô Hideji (北条秀司), dass am 04.06.1947 in Ôsaka uraufgeführt wurde. Es schildert die Geschichte des berühmten Ôsakaer Shôgispielers Sakata Sankichi (阪田三吉; 1870-1946). Das Stück ist nochmals 1955 und 1962 verfilmt worden. Der Film von 1962 erhielt ein Jahr später noch eine Fortsetzung. Zuletzt erschien 1973 ein Fernsehfilm, von dem ich einen Ausschnitt auf YouTube finden konnte. Der Ausschnitt ist übrigens mit einem der berühmtesten Aussprüche Sakatas betitelt: „銀が泣いている“ (Der Silber weint). 1913 spielte Sakata eine berühmte Partie gegen Sekine Kanjiro. Sakata bot Sekine ein Silberopfer an, welches Sekine jedoch durchschaute. Der Silber schrie also laut: „Nimm mich, nimm mich“, doch weil Sekine in eben nicht nahm, sagt man, “der Silber weint”. Ob Sakata wirklich wie im Film geweint hat? Vgl. 伝説の棋士・阪田三吉の名言「銀が泣いている」に込められた想いとは?

1991 erschien der Film “王手” von Sakamoto Junji (阪本順治) in den japanischen Kinos. Er schildert das Leben von Tobita Ayumi (飛田歩), einem Shinkenshi und Kayama Ryuzo (香山龍三), einem professionellen Shôgispieler. Ein Shinkenshi ist jemand, der seinen Lebensunterhalt damit verdient, Shôgi um Geld zu spielen. Das der Film im ärmlichen Osakaer Stadtviertel Shinsekai spielt, ist da schon recht passend.

Durchaus auch ein wenig internationale Aufmerksamkeit hat „聖の青春“ (Satoshi: A Move for Tomorrow) erregt. Eine Verfilmung des gleichnamigen Buches aus dem Jahr 2016. Der Film folgt dem Leben des professionellen Shôgispielers Murayama Satoshi (村山聖; 1969-1998). Murayama erkrankte als Kind am nephrotischen Syndrom, was sich fortan auf seine Gesundheit auswirkte. Er musste so als Kind viel Zeit im Krankenhaus verbringen, wo er Shôgi spielte. 1994 entschied er sich nach Tôkyô zu gehen, um Meijin zu werden. Er konnte den Titel erspielen, erkrankte jedoch an Blasenkrebs. Statt sich behandeln zu lassen, spielte er weiter Shôgi und verstarb so bereits im Alter von 29 Jahren. Ein Besprechung des Film z.B. hier.


Ein anderes Biopic über einen Shôgispieler ist “泣き虫しょったんの奇跡“ (The Miracle of Crybaby Shottan) von Toyoda Toshiaki (豊田利晃). Der Film zeigt wie Segawa Shôji (瀬川晶司; *1970) professioneller Shôgispieler wurde. Segawa besuchte die Shôreikai, er erreichte zwar den dritten Dan, jedoch nicht den vierten Dan bis zum Alter von 26 Jahren. Er musste also die Schule verlassen, was bedeutete, dass er keine normale Möglichkeit mehr hatte ein professioneller Spieler zu werden. Segawa spielte weiterhin als Amateur und konnte sich so für einige Profi-Turniere qualifizieren. Er stellte dabei den Rekord von 17 Siegen zu 7 Niederlagen gegen Profispieler auf. Daraufhin bat er den Nihon Shôgi Renmei ihm eine außerordentliche Möglichkeit zur Qualifikation als Profispieler zu gewähren, was ihm tatsächlich 2005 erlaubt wurde. Er musste dazu sechs Spiele gegen unterschiedlich Profispieler spielen und davon drei gewinnen. Da ihm dies tatsächlich gelang, wurde er der erste Shôgispieler in 61 Jahren, der den professionellen Status durch Testspiele erhielt. Mittlerweile hält Segawa den 6 Dan.


2017 erschien die 2-teilige Live-Action Adaption des Erfolgsmangas „3月のライオン“ in den japanischen Kinos. Die Mangareihe erscheint seit 2007 im Magazin Young Animal und umfasst derzeit 14 Tankôbon Bände. Protagonist des Films ist Kiriyama Rei, ein 17-jähriger Profspieler, dessen Familie bei einem Autounfall ums Leben kam, als er noch klein war. Der Film erzählt von seinen Problemen mit seiner Adoptivfamilie, seinen Freunden und dem täglichen Leben als Profispieler.

Und zuletzt habe ich noch diesen wunderbaren Kurzfilm über Karolina Styczyńska gefunden. Styczyńska erreichte als erste nicht-Japanerin im Jahr 2017 den Status als professionelle Shôgispielerin. Styczyńskas Blog in Englisch.

Wir sehen also, dass Shôgi im japanischen Kino eine andere Darstellung widerfährt, als das Schach. Im Mittelpunkt steht eher das alltägliche Leben der Spieler und ihre Probleme. Wir finden zwar auch hier die Verbindung zur Obsession, jedoch kaum zum Wahn, wie öfters beim Schach im westlichen Film.

Fundstück: “Ôsho” von Murata Hideo – Shôgi goes Music

Von Fabian Krahe

Murata Hideo (村田英雄) landete mit seinem Song Ôsho (王将) 1961 seinen größten Hit. Die Single verkaufte sich über 1,5 Millionen Mal.

Der Song gehört zum Genre des Enka (演歌), das oft als japanischer Schlager bezeichnet wird. Der Songtext bezieht sich auf den Ôsakaer Shôgispieler Sakata Sankichi (阪田三吉; 01.07.1870-23.07.1946), dessen Leben von Hôjô Hideji (北条秀司) in einem Theaterstück mit Namen Ôsho (王将) verarbeitet wurde. Das Stück wurde am 04.06.1947 in Ôsaka uraufgeführt und ist seitdem auch mehrmals verfilmt worden. Zu Ehren Sakatas ist ein Denkmal unterhalb des Tsūtenkaku (auch bekannt als Ôsaka Tower) errichtet worden.

Nach Sakata ist außerdem eine Opposing Rook Eröffnung benannt worden, die Sakata-ryū mukaihisha. Die Eröffnung stammt tatsächlich noch aus der Edo-Zeit, jedoch spielte Sakata 1919 diese in einer berühmten Partie gegen Doi Ichitarô (土居市太郎; 1887-1973), der später Präsident des Nihon Shôgi Renmei wurde, so dass sie nach Sakata benannt wurde.

Ōshō-monument in honor of Sankichi Sakata. Foto by Mixtures via wikimedia commons.

Ōshō-monument in honor of Sankichi Sakata. Foto by Mixtures via wikimedia commons.

Wer’s eher mit japanischem (Gangster?-)Rap hat, der mag sich doch einmal die Osakaer Hip-Hop-Band Infumiaikumiai (韻踏合組合) mit ihrem Song “王手”, Otte, zu Gemüte führen.

Wobei ich persönlich den gleichnamigen Song von Mori Konomi (杜このみ) besser finde…

Tori Shôgi (禽将棋) – Spielregeln

Von Fabian Krahe

Tori Shôgi (Vogel-Schach) ist eine Shôgivariante, die 1799 von Toyota Genryu erfunden, traditionell aber seinem Lehrer Ôhashi Sôei zugeschrieben wird. Das Spiel wurde 1828 und nochmals 1833 der Öffentlichkeit präsentiert. Im Tori Shôgi tragen alle Steine die Namen von Vögeln, daher der Name des Spiels. So ist in dieser Variante nicht der König, sondern der Phönix Schachmatt zu setzen. Genauso wie bei seiner großen Schwester, findet in diesem Spiel die Einsetz- und die Promotionsregel Anwendung. Tori Shôgi gehört zu den sehr wenigen Shôgivarianten, die tatsächlich noch gespielt werden.

Ziel des Spiels

Ziel des Spiels ist es, den gegnerischen Phönix Schachmatt zu setzen.

Spielbrett und Steine

Das Spiel wird von zwei Spielern gespielt: Sente (先手, wörtl. Anziehender, dt. Schwarz) und gote (後手, wörtl. Nachziehender, dt. Weiß). Das Brett besteht aus 49 rechteckigen Feldern in sieben Reihen und Sieben Linien. Alle Felder haben dieselbe Farbe. Jeder Spieler hat 16 Steine (駒, koma), die dieselbe Form wie Shôgisteine haben. Jeder Stein ist nach einem Vogel benannt. Jeder Spieler hat: 1 Phönix, 1 Falken, 2 Kraniche, 2 Fasane, 2 Wachteln und 8 Schwalben. Jeder Stein ist mit dem entsprechenden Kanji beschriftet. Steine, die befördert werden können, sind auf ihrer Rückseite entsprechend beschriftet. Von der Wachtel gibt es je einen linken und einen rechten Stein. Bei diesen ist auf der Rückseite vermerkt, um welchen es sich handelt. Sämtliche Steine haben dieselbe Farbe. Ihre Ausrichtung determiniert, von welchem Spieler sie kontrolliert werden.

Die Spielsteine

Koma Romaji (Kun- / On-yomi) Englisch Deutsch Westl. Notation
ootori / hô Phoenix Phönix Ph
taka / ô Falcon Falke Fa
kumataka / shû Mountain Hawk Eagle Nepalhaubenadler +Fa
tsuru / kaku Crane Kranich Cr
kiji / chi Pheasant Fasan Pt
uzura / jun Quail Wachtel Q (RQ und LQ)
tsubame / en Swallow Schwalbe Sw
kari / gan Wild Goose Feldgans +Sw

 

Die Spielsteine und ihre Bewegung

Der Phönix

Der Phönix kann sich ein Feld in jede Richtung bewegen, orthogonal und diagonal.
Phönix

Der Falke

Der Falke kann sich ein Feld in jede Richtung bewegen, orthogonal und diagonal, nur nicht direkt hinter sich. Er kann zum Nepalhaubenadler befördert werden.
Falke

Der Nepalhaubenadler

Der Nepalhaubenadler kann sich beliebig weit diagonal vorwärts oder direkt rückwärts bewegen. Oder er kann sich ein Feld direkt vorwärts oder seitlich bewegen oder bis zu zwei Felder diagonal nach hinten.
Nepalhaubenadler

Der Kranich

Der Kranich kann sich ein Feld diagonal oder ein Feld vor- oder rückwärts bewegen.
Kranich

Der Fasan

Der Fasan kann sich ein Feld diagonal rückwärts bewegen oder er kann auf das zweite Feld direkt vor sich springen. Dabei kann er andere Steine überspringen. Beachte, dass der Fasan durch seine Bewegung nur etwa die Hälfte der Felder auf dem Spielbrett erreichen kann. Fasan

Linke Wachtel

Die linke Wachtel kann sich ein Feld diagonal nach links hinten bewegen. Oder die linke Wachtel kann sich beliebig weit direkt nach vorne oder diagonal nach rechts hinten bewegen.
Linke Wachtel

Rechte Wachtel

Die rechte Wachtel kann sich ein Feld diagonal nach links rechts bewegen. Oder die rechte Wachtel kann sich beliebig weit direkt nach vorne oder diagonal nach links hinten bewegen.
Rechte Wachtel

Die Schwalbe

Die Schwalbe kann sich ein Feld direkt nach vorne bewegen.
Schwalbe

Die Feldgans

Die Feldgans kann auf das zweite diagonal vor ihr liegende Felde oder auf das zweite Feld direkt hinter ihr springen. Sie kann damit andere Steine überspringen. Beachte, dass die Feldgans durch ihre eingeschränkte Bewegung nur etwa ein viertel der Felder auf dem Spielbrett erreichen kann.
Feldgans

Die Grundstellung

Tori Shôgibrett Grundstellung klein

Sente beginnt das Spiel. In jedem Zug kann ein Spieler einen seiner Steine bewegen, einen gegnerischen Stein schlagen und seinen Stein befördern oder einen Stein auf dem Brett einsetzen.

Bewegen und Schlagen

Ein gegnerischer Stein wird geschlagen, indem man seinen eigenen Stein auf das Feld bewegt, auf dem ein gegnerischer Stein steht. Der gegnerische Stein wird vom Brett genommen und kann nun von dem Spieler, der ihn geschlagen hat, im nächsten Spielzug wieder auf dem Brett, nun als eigener Spielstein, wiedereingesetzt werden. Ein Stein darf nicht auf ein Feld gezogen werden, das bereits von einem eigenen Stein besetzt wird.

Einsetzen

Wird ein Stein eingesetzt, darf dieser nur auf ein unbesetztes Feld eingesetzt werden. Sämtliche Steine werden unbefördert eingesetzt. Für die Schwalbe gelten drei Sonderregeln: Erstens darf die Schwalbe nicht in der letzten Reihe eingesetzt werden, da sie dort keinen legalen Zug mehr ausführen könnte. Zweitens darf eine Schwalbe nicht auf eine Linie gesetzt werden, auf der sich bereits zwei Schwalben befinden. Eine Feldgans zählt nicht als Schwalbe. Drittens darf nicht durch Einsetzen einer Schwalbe der Gegner unmittelbar Schachmatt gesetzt werden.

Befördern

Die zwei letzten Reihen sind für den jeweiligen Spieler seine Beförderungszone. Führt ein Stein seine Bewegung vollständig oder teilweise, d.h. bewegt sich in oder aus der Beförderungszone heraus, kann dieser Stein im Anschluss an die Bewegung befördert werden. Dabei wird der Stein auf die Vorderseite gedreht, so dass seine Rückseite oben liegt. Der Stein verfügt nun über die neuen entsprechenden Bewegungsmöglichkeiten.

Sennichite (千日手)

Wenn die gleiche Stellung dreimal wiederholt wird, muss der Spieler, der die Zugsequenz begonnen hat, seinen Zug ändern. Eine Stellung wird als gleich angesehen, wenn die Stellung der Steine auf dem Brett und die Steine in der Hand die gleichen sind.

Schach und Schachmatt

Zieht ein Spieler einen Stein, dass der Stein droht im nächsten Zug den gegnerischen Phönix zu schlagen, wird dies als „Schach geben“ bezeichnet, der gegnerische Phönix „steht im Schach“. Ein Spieler ist verpflichtet, dass Schach im nächsten Zug zu beenden. Wenn der Phönix eines Spielers im Schach steht und dieser keinen legalen Zug durchführen kann, der seinen Phönix aus dem Schach herausbringt, es also unumgänglich ist, dass der gegnerische Spieler in seinem nächsten Zug den Phönix schlägt, dann ist dies Schachmatt und der Spieler hat verloren. Dauerschach ist verboten.

Spielende

Der Spieler, der den gegnerischen Phönix schlägt, gewinnt. Steht der Phönix im Schachmatt, gibt der Spieler auf. Das sollte geschehen, indem er sich verbeugt und deutlich „Makemashita“ „Ich habe verloren“ sagt. Dabei wird üblicherweise die rechte Hand über das Komadai (駒台) gehalten. Ein Spieler verliert sofort, wenn er einen illegalen Zug ausführt. Es ist nicht erlaubt, absichtlich einen illegalen Zug auszuführen. Es ist ebenfalls nicht erlaubt, ein Remis zu vereinbaren.

Handicapspiele

Bei Spielen mit Spielern unterschiedlicher Stärke kann mit Handicap gespielt werden. Gote spielt das Spiel mit einer dem Spielstärkeunterschied entsprechenden Zahl von Steinen weniger und beginnt das Spiel. Es ist zu beachten, dass die entfernten Steine nicht im weiteren Verlauf des Spiels zur Verfügung stehen; sie werden komplett entfernt.

Übliche Handicaps sind: Gotes linke Wachtel wird entfernt; Gotes Falke wird entfernt; Gotes Falke und linke Wachtel werden entfernt; Gotes Falke und beide Wachteln werden entfernt.

Notation

Die Notation folgt der westlichen oder japanischen Notation des Shôgi. Die Abkürzungen können der Tabelle der Spielsteine entnommen werden.

Tori Shôgi Spielregeln zum Download (PDF)

Xiangqi goes Altenpflege

Von Jürgen Woscidlo

Am 30.08.2019 besuchte eine Klasse angehender Pflegefachkräfte die Schule Grumbrechtstraße. Die 12 angehenden Pflegefachkräfte sind Schüler des „Pollus International College“ aus Chengdu, China. Im Rahmen der Kooperation mit der Beruflichen Schule Burgstraße, BS 12 befanden sich die chinesischen Auszubildenden in Hamburg. Daraus erwuchs die Idee, die Gäste zum Xiangqi in die Schule Grumbrechtstraße einzuladen. An der Grumbrechtstrasse wird Xiangqi seit 2010 gespielt und die Schule hatte von 2013 bis 2018 eine Kooperation mit der Primary School Nr. 6 in Podong, Shanghai. Somit trafen drei Schulen aus zwei Kontinenten zusammen, um das über 2500 Jahre alte Xiangqi zu spielen. Pflegefachlich ging es darum, spielen als ein Mittel zu verstehen, um ältere Menschen zu aktivieren; besonders demente Menschen. In China ist Xiangqi genau wie Schach in Europa ein Kulturgut. Viele ältere Menschen haben es in ihrer Jugend, daher bot es sich an, es für diesen spielerisch/kulturellen/pflegefachlichen Austausch zu nutzen.
XianqXi goes Altenpflege 001
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Pünktlich um 08:30 Uhr kamen unsere chinesischen Gäste im Schachraum an und nach einer kurzen Begrüßung ging es dann an die Bretter. Dabei zeigte es sich, dass viele der chinesischen Gäste Eltern oder Großeltern haben, die selbst Xiangqi spielen oder in ihrer Jugend spielten. Von den angehenden Pflegefachkräfte waren jedoch nicht alle mit dem Spiel vertraut. Viele spielten zum ersten Mal Xiangqi und somit fand ein kleiner kultureller Re-Import statt. Neben Xiangqi wurden auch Go und Luzhangi gespielt, zwei weitere Strategispiele aus dem Reich der Mitte. Auf Seiten der Grumbrechtstraße war der Bereich Schach mit einer neunköpfigen Mannschaft präsent. Zu dieser gehörten neben Routiniers wie Mina Woscidlo, Ian Meinköhn, Finlay Paul, Kerem Kurucca und Ludwig Witte. Im Mittelfeld spielten Henry Hargens und Nayan Tawcke. Bei den Anfängern spielten Saed und Sena Ünsal. Mina Woscidlo und Finlay Paul waren für die Übersetzung ins Englische zuständig. Mit Frau Witte hatte die Veranstaltung eine exzellente Dolmetscherin für Chinesisch.
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In seinem kurzem Vortrag zu Beginn ging Jürgen Woscidlo auf die Wichtigkeit ein, bei dementen Menschen die Erinnerungen des Langzeitgedächtnisses zu aktivieren, wozu Xiangqi und Go besonders geeignet sind, weil es von Millionen Menschen in China in deren Jugend gespielt wurde. Es geht, so Jürgen Woscidlo, dabei nicht darum, wer gewinnt, sondern einfach darum eine Erinnerung wieder zu beleben und so den Betroffenen ein Stück positiven Erlebens und Sicherheit zu geben.
Nach dem Kurzvortrag wurde fleißig gespielt, ausprobiert und fotografiert. Danach folgte eine Sightseeing Tour durch die Schule. Dabei wurde den Gästen das Konzept der Inklusion, des jahrgangsübergreifenden, projektorientierten Unterrichts erklärt. Dies stieß auf sehr lebhaftes Interesse. Mit der Ausgabe der Urkunden und dem Abschlussfoto endete der Tag.
Besonderen Dank gilt Frau Schwake und Frau Wyatt (beide BS 12); Frau Witte für ihre Dolmtescherdienste sowie allen Eltern, die mit Kuchen und Muffins für das leibliche Wohl sorgten.
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Bunte Mischung beim Shogiturnier in München!

Von Gerald Hertneck

Dieser Bericht erschien zuerst auf Schach-Ticker. Übernahme mit freundlicher Genehmigung des Autors.

Am Samstag den 13. Juli war es so weit – nach fünf Jahren Pause fand wieder ein Shogiturnier in der Münchener Schachakademie statt – und zwar ausgerichtet von Peter Hingley und Gerald Hertneck.

Prominente Teilnehmer hatten sich angemeldet: der Ludwigshafener Frank Rövekamp (3-dan) und der Grazer Marco Dietmayer (3-dan). Dazu noch mehrere 1-dan- Spieler, darunter auch der Autor. Angereist war auch der Grazer Großmeister Andreas Diermair. Das Turnier wurde über 5 Runden und mit DGT-Uhren gespielt, auf denen der Byoyomi-Modus eingestellt war. Das bedeutet, dass nach nach den ersten 40 Minuten Spielzeit der 30-Sekunden-Modus begann, wobei im Shogi von 30 auf null Sekunden runtergezählt wird, und die Uhr zu piepsen anfängt, und zwar bei jedem 30-Sekunden-Showdown von neuem. Das ist natürlich für Schachspieler sehr ungewohnt, soll aber verhindern, dass man versehentlich die Zeit überschreitet. In der Praxis sieht es dann so aus, dass nach etwa einer Stunde Spielzeit rundherum alles piepst, was die Shogi-Spieler mit größter Gelassenheit zur Kenntnis nehmen.

Gespielt wurde übrigens auch nicht nach Schweizer System, sondern nach MacMahon System, das etwas anders aufgebaut ist, denn es lost in den ersten 3 Runden die Stärkeren untereinander und analog auch die schwächeren. Die Auslosung wurde von Peter Hingley vorgenommen.

Am Abend dieses kämpferischen Tages gingen die Teilnehmer dann am Isartorplatz gemütlich zum Essen. Und am Sonntag morgen um 9:15 ging es munter weiter. Würde der Favorit Frank Rövekamp (links im Bild) seiner Rolle gerecht werden?

Der Zufall wollte es so, dass er in der vorentscheidenden Runde gegen den jungen Marc-Leon Engelmann antreten musste. Oder durfte? Denn der junge Mann ist ein großes Nachwuchstalent. Er war mit seinem Bruder Jan-Lukas da, die beiden sind Zwillinge. Die beiden sind 11 Jahre alt, und haben bereits an vier deutschen Jugendmeisterschaften teilgenommen. Die beiden sind sogar so erfolgreich, dass sie in der Altersklasse U12 bereits zwei mal Europameister und drei mal Vize-Europameister waren! Von ihnen wird bestimmt noch viel zu hören sein!

m Bild Favorit Frank Rövekamp gegen Mar-Leon Engelmann. Und siehe da, was passierte? Der erfahrene Shogi-Spieler verlor überraschend gegen das Jungtalent, nachdem das Theorieduell gegen ihn ausgegangen war.

m Bild Favorit Frank Rövekamp gegen Mar-Leon Engelmann. Und siehe da, was passierte? Der erfahrene Shogi-Spieler verlor überraschend gegen das Jungtalent, nachdem das Theorieduell gegen ihn ausgegangen war.

Der Autor spielte in Runde 4 gegen Marco Dietmayr und ging gnadenlos unter:

Dietmair (rechts vorne) beim angestrengten Überlegen. Da war der Damenflügel noch intakt. Wenige Züge später sah es dann so aus:

Dietmair (rechts vorne) beim angestrengten Überlegen. Da war der Damenflügel noch intakt. Wenige Züge später sah es dann so aus:

Shôgi Turnier München 2019 03

Hier gab ich (unten sitzend) bereits auf! Für Schachspieler ist es natürlich nicht leicht ersichtlich, dass „Weiß“ hier völlig auf Verlust steht, denn „Schwarz“ hat im linken unteren Eck einen „Dragon King“ (=umgewandelter Turm), ein „Dragon Horse“ (=umgewandelter Läufer), einen Tokin (=zu Gold umgewandelter Bauer) und noch einen Gold (=umgewandelter Springer). Das einzige was Weiß dagegen halten kann, ist das der Dragon King im Zentrum, der aber keine realen Drohungen aufstellt. Im Schach würde man sagen: der Damenflügel ist völlig durchgebrochen. Man muss ergänzen, dass es im Shogi ja keine Farben gibt, denn die Spielsteine müssen ja die selbe Farbe haben, damit sie wieder eingesetzt werden können. Außerdem haben auch alle Felder dieselbe Farbe, und das macht die Sache ein bisschen unübersichtlich.

Ein Blick in den Turniersaal (der große Trainingsraum der Münchener Schachakademie):

Shôgi Turnier München 2019 04

Shôgi Turnier München 2019 05

Im Hintergrund in der Bildmitte sitzt Peter Hingley, der die Idee zu dem Turnier hatte. Er freut sich immer, wenn er Shogi spielen kann. Und auch die beiden vorne haben viel Spaß! In der letzten Runde hatte ich dann das Vergnügen gegen den Jan-Lukas anzutreten. Leider passierte mir hier ein Lapsus. Und zwar dachte ich, ich setze einen Läufer mit Schach ein; stattdessen hatte ich nur seinen daneben stehenden Silber-Offizier angegriffen, und so konnte er meinen Springer schlagen, und danach war mein Königsangriff nichts mehr wert. Im Schach passiert mir das natürlich nicht, aber im Shogi kommt man schon manchmal ein bisschen durcheinander! Ehrlich gesagt war ich auch nicht mehr ganz so konzentriert, und wollte die Sache nur schnell hinter mich bringen…

Der gealterte Großmeister Gerald Hertneck gegen Jan-Lukas Engelmann (Altersunterschied 45 Jahre).

Der gealterte Großmeister Gerald Hertneck gegen Jan-Lukas Engelmann (Altersunterschied 45 Jahre).

Nach der fünften Runde war bereits alles vorbei! Denn die Teilnehmer mussten schon nach Hause. Das genügt aber auch, denn Shogi macht nicht nur viel Spaß, sondern kann auch anstrengend sein!

Der Sieger Frank Rövekamp, der sehr bescheiden auftrat, war übrigens mal Schachspieler. Aber dann legte er eine beeindruckende akademische Karriere hin: . (https://oag.jp/people/frank-roevekamp/)

Auszug: Prof. Dr. Frank Rövekamp wurde 1998 zum Dr. rer. pol. an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln promoviert, nachdem er an den Universitäten in Köln und Tokyo Betriebswirtschaftslehre studierte. Seit 2009 ist er Professor für japanische Wirtschaft und Politik, und Direktor des Ostasieninstituts der Hochschule Ludwigshafen. Er führt auch ehrenamtlich den europäischen Shōgi-Verband.

Doch wie gesagt, der zweite Platz des elfjährigen Marc-Leon Engelmann ist noch höher einzuschätzen, denn erstens konnte er sich zwischen den beiden 3-dan-Spielern platzieren, und zweitens hatte er die zweitbeste Feinwertung. Und auch sein Bruder konnte mit dem 5. Platz mehr als zufrieden sein.

Die drei stolzen Erstplatzierten von links nach rechts: Frank Rövekamp, Marc-Leon Engelmann, Marco Dietmaier.

Die drei stolzen Erstplatzierten von links nach rechts: Frank Rövekamp, Marc-Leon Engelmann, Marco Dietmaier.

Shôgi Turnier München 2019 08

Alle zufrieden und glücklich am Ende eines spannenden Turniers! Vielleich gibt es ja ein Wiedersehen im nächsten Jahr?

Der Blick auf die Abschlusstabelle verrät, dass Schachgroßmeister nicht auch automatisch starke Shogispieler sein müssen. Es lag aber auch am Auslosungssystem, denn man bekam eben nach einer Niederlage nicht automatisch einen schwächeren Spieler!

Endtabelle (noch ohne Elo-Auswertung)
Endtabelle Shôgiturnier München 2019