Bunte Mischung beim Shogiturnier in München!

Von Gerald Hertneck

Dieser Bericht erschien zuerst auf Schach-Ticker. Übernahme mit freundlicher Genehmigung des Autors.

Am Samstag den 13. Juli war es so weit – nach fünf Jahren Pause fand wieder ein Shogiturnier in der Münchener Schachakademie statt – und zwar ausgerichtet von Peter Hingley und Gerald Hertneck.

Prominente Teilnehmer hatten sich angemeldet: der Ludwigshafener Frank Rövekamp (3-dan) und der Grazer Marco Dietmayer (3-dan). Dazu noch mehrere 1-dan- Spieler, darunter auch der Autor. Angereist war auch der Grazer Großmeister Andreas Diermair. Das Turnier wurde über 5 Runden und mit DGT-Uhren gespielt, auf denen der Byoyomi-Modus eingestellt war. Das bedeutet, dass nach nach den ersten 40 Minuten Spielzeit der 30-Sekunden-Modus begann, wobei im Shogi von 30 auf null Sekunden runtergezählt wird, und die Uhr zu piepsen anfängt, und zwar bei jedem 30-Sekunden-Showdown von neuem. Das ist natürlich für Schachspieler sehr ungewohnt, soll aber verhindern, dass man versehentlich die Zeit überschreitet. In der Praxis sieht es dann so aus, dass nach etwa einer Stunde Spielzeit rundherum alles piepst, was die Shogi-Spieler mit größter Gelassenheit zur Kenntnis nehmen.

Gespielt wurde übrigens auch nicht nach Schweizer System, sondern nach MacMahon System, das etwas anders aufgebaut ist, denn es lost in den ersten 3 Runden die Stärkeren untereinander und analog auch die schwächeren. Die Auslosung wurde von Peter Hingley vorgenommen.

Am Abend dieses kämpferischen Tages gingen die Teilnehmer dann am Isartorplatz gemütlich zum Essen. Und am Sonntag morgen um 9:15 ging es munter weiter. Würde der Favorit Frank Rövekamp (links im Bild) seiner Rolle gerecht werden?

Der Zufall wollte es so, dass er in der vorentscheidenden Runde gegen den jungen Marc-Leon Engelmann antreten musste. Oder durfte? Denn der junge Mann ist ein großes Nachwuchstalent. Er war mit seinem Bruder Jan-Lukas da, die beiden sind Zwillinge. Die beiden sind 11 Jahre alt, und haben bereits an vier deutschen Jugendmeisterschaften teilgenommen. Die beiden sind sogar so erfolgreich, dass sie in der Altersklasse U12 bereits zwei mal Europameister und drei mal Vize-Europameister waren! Von ihnen wird bestimmt noch viel zu hören sein!

m Bild Favorit Frank Rövekamp gegen Mar-Leon Engelmann. Und siehe da, was passierte? Der erfahrene Shogi-Spieler verlor überraschend gegen das Jungtalent, nachdem das Theorieduell gegen ihn ausgegangen war.

m Bild Favorit Frank Rövekamp gegen Mar-Leon Engelmann. Und siehe da, was passierte? Der erfahrene Shogi-Spieler verlor überraschend gegen das Jungtalent, nachdem das Theorieduell gegen ihn ausgegangen war.

Der Autor spielte in Runde 4 gegen Marco Dietmayr und ging gnadenlos unter:

Dietmair (rechts vorne) beim angestrengten Überlegen. Da war der Damenflügel noch intakt. Wenige Züge später sah es dann so aus:

Dietmair (rechts vorne) beim angestrengten Überlegen. Da war der Damenflügel noch intakt. Wenige Züge später sah es dann so aus:

Shôgi Turnier München 2019 03

Hier gab ich (unten sitzend) bereits auf! Für Schachspieler ist es natürlich nicht leicht ersichtlich, dass „Weiß“ hier völlig auf Verlust steht, denn „Schwarz“ hat im linken unteren Eck einen „Dragon King“ (=umgewandelter Turm), ein „Dragon Horse“ (=umgewandelter Läufer), einen Tokin (=zu Gold umgewandelter Bauer) und noch einen Gold (=umgewandelter Springer). Das einzige was Weiß dagegen halten kann, ist das der Dragon King im Zentrum, der aber keine realen Drohungen aufstellt. Im Schach würde man sagen: der Damenflügel ist völlig durchgebrochen. Man muss ergänzen, dass es im Shogi ja keine Farben gibt, denn die Spielsteine müssen ja die selbe Farbe haben, damit sie wieder eingesetzt werden können. Außerdem haben auch alle Felder dieselbe Farbe, und das macht die Sache ein bisschen unübersichtlich.

Ein Blick in den Turniersaal (der große Trainingsraum der Münchener Schachakademie):

Shôgi Turnier München 2019 04

Shôgi Turnier München 2019 05

Im Hintergrund in der Bildmitte sitzt Peter Hingley, der die Idee zu dem Turnier hatte. Er freut sich immer, wenn er Shogi spielen kann. Und auch die beiden vorne haben viel Spaß! In der letzten Runde hatte ich dann das Vergnügen gegen den Jan-Lukas anzutreten. Leider passierte mir hier ein Lapsus. Und zwar dachte ich, ich setze einen Läufer mit Schach ein; stattdessen hatte ich nur seinen daneben stehenden Silber-Offizier angegriffen, und so konnte er meinen Springer schlagen, und danach war mein Königsangriff nichts mehr wert. Im Schach passiert mir das natürlich nicht, aber im Shogi kommt man schon manchmal ein bisschen durcheinander! Ehrlich gesagt war ich auch nicht mehr ganz so konzentriert, und wollte die Sache nur schnell hinter mich bringen…

Der gealterte Großmeister Gerald Hertneck gegen Jan-Lukas Engelmann (Altersunterschied 45 Jahre).

Der gealterte Großmeister Gerald Hertneck gegen Jan-Lukas Engelmann (Altersunterschied 45 Jahre).

Nach der fünften Runde war bereits alles vorbei! Denn die Teilnehmer mussten schon nach Hause. Das genügt aber auch, denn Shogi macht nicht nur viel Spaß, sondern kann auch anstrengend sein!

Der Sieger Frank Rövekamp, der sehr bescheiden auftrat, war übrigens mal Schachspieler. Aber dann legte er eine beeindruckende akademische Karriere hin: . (https://oag.jp/people/frank-roevekamp/)

Auszug: Prof. Dr. Frank Rövekamp wurde 1998 zum Dr. rer. pol. an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln promoviert, nachdem er an den Universitäten in Köln und Tokyo Betriebswirtschaftslehre studierte. Seit 2009 ist er Professor für japanische Wirtschaft und Politik, und Direktor des Ostasieninstituts der Hochschule Ludwigshafen. Er führt auch ehrenamtlich den europäischen Shōgi-Verband.

Doch wie gesagt, der zweite Platz des elfjährigen Marc-Leon Engelmann ist noch höher einzuschätzen, denn erstens konnte er sich zwischen den beiden 3-dan-Spielern platzieren, und zweitens hatte er die zweitbeste Feinwertung. Und auch sein Bruder konnte mit dem 5. Platz mehr als zufrieden sein.

Die drei stolzen Erstplatzierten von links nach rechts: Frank Rövekamp, Marc-Leon Engelmann, Marco Dietmaier.

Die drei stolzen Erstplatzierten von links nach rechts: Frank Rövekamp, Marc-Leon Engelmann, Marco Dietmaier.

Shôgi Turnier München 2019 08

Alle zufrieden und glücklich am Ende eines spannenden Turniers! Vielleich gibt es ja ein Wiedersehen im nächsten Jahr?

Der Blick auf die Abschlusstabelle verrät, dass Schachgroßmeister nicht auch automatisch starke Shogispieler sein müssen. Es lag aber auch am Auslosungssystem, denn man bekam eben nach einer Niederlage nicht automatisch einen schwächeren Spieler!

Endtabelle (noch ohne Elo-Auswertung)
Endtabelle Shôgiturnier München 2019

Wo kann man Shôgi Materialien kaufen?

Öfters kommt die Frage auf: “Wo kann ich denn eigentlich Shôgi Material kaufen?” Eine berechtigte Frage, denn Shôgisets und -bücher sind in Deutschland nicht ganz so einfach zu bekommen. Nun, für viele ist sicherlich ein bekannter Internethändler Namens A… die erste Wahl. Und dort gibt es tatsächlich eine erkleckliche Auswahl an Shôgisets und einige Bücher sind dort auch zu finden. Alles allerdings relativ teuer, zum Teil auch einfach überteuert. Manchmal hat man aber auch Glück und kann ein richtiges Schnäppchen machen.

Eine erste andere Anlaufstelle in Deutschland ist ganz klar der Hebsacker-Verlag. Hier habe ich auch das meiste meiner Shôgisachen gekauft. Der Hebsacker-Verlag ist eigentlich auf Gô spezialisiert, vertreibt aber auch eine gut sortierte Auswahl an Shôgi Materialien. Da vieles aus Japan importiert wird, ist es jedoch recht teuer. Die Shôgiszene in Europa ist einfach so klein, dass sich auch in absehbarer Zeit nichts daran ändern wird.

Eine weitere Möglichkeit ist “Der Shogi-Laden”, der von Jochen Drechsler betrieben wird. Drechsler bietet eine kleine Auswahl an Shôgi Materialien direkt im Shop an. Darunter auch höherwertige Steine. Dazu bietet er individuelle Beratung und kann auch Sonderwünsche erfüllen.

Fündig wird man auch im normalen Schachfachhandel, bei denen unter anderem auch Shôgi Materialien zu erstehen sind. Hier sind z.B. Schach Niggemann und topschach.de zu nennen. Beide bieten fast ausschließlich Bücher an.

Dann gibt es noch den niederländischen Versand schaakengo.nl, der auch ein gut sortiertes Angebot hat, vor allem auch an Shôgi Sets, allerdings z.T. recht teuer ist.

Für Frankreich ist Konjaku die erste Adresse mit einer kleinen, aber ausreichenden Auswahl. Vor allem finden sich hier auch französischsprachige Shôgibücher, die sonst praktisch nicht erhältlich sind. Der Shop ist komplett auf Französisch.

Zu guter letzt gibt es die Möglichkeit, direkt aus Japan zu bestellen:

Das Paket von Nekomado mit der kompletten Glance Shogi Series.

Das Paket von Nekomado mit der kompletten Glance Shogi Series.

Alle vier Bücher sind in einwandfreiem Zustand angekommen. Die Lieferzeit betrug gute drei Wochen.

Alle vier Bücher sind in einwandfreiem Zustand angekommen. Die Lieferzeit betrug gute drei Wochen.

Nekomado, eine Firma, die sich darauf spezialisiert hat, Shôgi weltweit zu fördern, verlegt nicht nur Shôgibücher auf Englisch, sondern hat auch einen eigenen internationalen Shop auf Englisch. Dort gibt es die Shôgbücher des Verlags und günstige Sets zu kaufen. Bezahlt wird via Paypal und ist wirklich einfach. Der Versand erfolgt per SAL und in zwei bis vier Wochen kommt der Postbote mit dem Paket Zuhause vorbei. Durch den geringen Yen-Kurs kann es sich trotz Versandkosten lohnen, bei Nekomado zu bestellen, es können jedoch Zollgebühren anfallen.

Tatsächlich habe ich gerade eine Bestellung bei Nekomado ausprobiert und alles hat einwandfrei funktioniert (s.li.). Nekomado kann ich also nur empfehlen.

Weitere Möglichkeiten aus Japan zu bestellen, sind z.B. Amazon Global oder Honto (nur Bücher). Während Amazon Global immerhin auf Englisch ist, sind die Versandkosten recht hoch. Honto hingegen ist komplett auf Japanisch, aber es gibt im Internet Anleitungen, um dort trotzdem zu bestellen.
Daneben gibt es noch Lieferservices, die allerdings recht teuer sind.

Fabian Krahe

Tsume #005

Tsume #005

Wow. Das ist schon mein fünftes Tsume. Ich hoffe, ihr habt Spaß dabei. Es ist wieder ein 7-Zügiges geworden, aber etwas schwieriger als das Vorige.

7手詰

Tsume_005_Start


Lösung zu Tsume #004:

Tsume_004_Lösung

☗2四金 ☖同 玉 ☗3六桂 ☖1三玉 ☗2三金 ☖1四玉 ☗2四金
まで7手で先手の勝ち

Der zweite Gold kann auch auf 2四 eingesetzt werden. Es folgt ☖1二玉 ☗2三金 oder ☖2二玉 ☗2三金. Wichtig ist, dass der erste Gold mit ☗2四金 geopfert wird, um den Springer ins Spiel zu bringen.

Shôgi im Japanischen Teehaus 2019

Die Verfechter der schönsten aller Schachvarianten haben auch in diesem Sommer wieder den Japanischen Garten in Planten un Blomen unsicher gemacht. An drei Sonntagen kamen zahlreiche Besucher und lernten das königliche Spiel Japans näher kennen. Wie so oft waren nicht nur zahlreiche Hamburger interessiert, auch viele Touristen, die nur zufällig vorbeikamen, blieben gerne für ein halbes Stündchen, um sich die Regeln erklären zu lassen. So wird das Japanschach nicht nur in Hamburg immer bekannter, sondern auch in Dänemark, Spanien oder der Ukraine. Hamburg ist und bleibt das Tor zur Welt – auch in Sachen Shôgi.

2019-06-02 Shôgi Jap Teehaus_005

2019-06-02 Shôgi Jap Teehaus_002

2019-07-07 Shôgi Jap Teehaus_003

Wir freuen uns auch darüber, dass in diesem Jahr abermals in Deutschland residierende Japaner vorbeikamen, um mit uns eine Partie Shôgi zu spielen.

2019-08-04 Shôgi Jap Teehaus_009

Wir danken allen, die diese Sonntage wieder zu einem vollen Erfolg gemacht haben. Darunter Ishii Masaomi, Rolf Müller, Anton Borysov, Alexandra Bumagina, Nagahori Yuki, Wolfgang Reher, René Gralla und Fabian Krahe. Unser Dank geht auch an die zahlreichen Gô-Spieler, allen voran und stellvertretend Peter Splettstößer, mit denen es wie immer ein Vergnügen war, die Nachmittage zu verbringen. Außerdem danken wir Planten un Blomen, dass sie uns wieder die Möglichkeit gaben, an diesem wundervollen Ort das japanische Schach zu präsentieren.

Bis im nächsten Jahr
Fabian Krahe
2019-08-04 Shôgi Jap Teehaus_007

Postscriptum von René Gralla

… übrigens kam während des Auftakts der Sommersaison 2019 für abgezockte Strategen im Japanischen Teehaus am ersten Junisonntag (2.6.2019) neben Shogi und Go sogar noch ein weiteres fernöstliches Boardgame zum Einsatz, nämlich das “Xiangqi” aus dem Reich der Mitte …

Spaß beim Mattsetzen nach jenem Regelwerk, das schon Chinas hochverehrter Kong Fu Zi aka Meister Konfuzius (ca. 551 - 479 v. Chr.) empfohlen hat: Liang Peiyun (vorne rechts) mit René Gralla (li. stehend) und Xiangqi-Brett (links neben Liang Peiyun auf der Bank). Foto: Rolf Müller.

Spaß beim Mattsetzen nach jenem Regelwerk, das schon Chinas hochverehrter Kong Fu Zi aka Meister Konfuzius (ca. 551 – 479 v. Chr.) empfohlen hat: Liang Peiyun (vorne rechts) mit René Gralla (li. stehend) und Xiangqi-Brett (links neben Liang Peiyun auf der Bank). Foto: Rolf Müller.

… eine spontane Erweiterung des Angebots aus der Schatztruhe asiatischer Kombinationskunst und zugleich ein schönes Beispiel dafür, dass gemeinsames Spiel auch angeblich unüberwindbare kulturelle Antagonismen locker auflösen kann.

Sind auch in diesem Shogi-Sommer wieder die unverzichtbaren Stützen des Orga-Teams im Japanischen Teehaus gewesen: Hamburgs Sensei Masaomi Ishii (li.) und der Webmaster von Shogi Hamburg, Fabian Krahe (re.). Foto: Rolf Müller.

Sind auch in diesem Shogi-Sommer wieder die unverzichtbaren Stützen des Orga-Teams im Japanischen Teehaus gewesen: Hamburgs Sensei Masaomi Ishii (li.) und der Webmaster von Shogi Hamburg, Fabian Krahe (re.). Foto: Rolf Müller.

Anton stürmt Europas Spitze

Ein Riesenerfolg für Norddeutschlands Supertalent Anton Borysov: Der 14-jährige Shooting Star, der bei Wettkämpfen für die Ukraine antritt, schloss die diesjährigen Jugendeuropameisterschaften vom 28. bis 30. Juni 2019 im polnischen Wroclaw in der U-15-Konkurrenz als Dritter ab und holte Bronze hinter dem Erstplatzierten Denis Titov (Russland) und dem Silbermedaillengewinner Michal Mordarski (Polen). Das dürfte den nächsten Sprung in der Ratingtabelle bedeuten! Go, Anton, go!

René Gralla

Schon ganz vorne unter Europas Rising Shogi-Stars: Anton Borysov (1. Reihe, 2. v. re.).

Schon ganz vorne unter Europas Rising Shogi-Stars: Anton Borysov (1. Reihe, 2. v. re.).

Tsume #003

Tsume Nr. 3:

5手詰

Tsume_003_Start


Lösung zu Tsume #002

5手詰

Tsume_002d_Lösung

☗2二金 ☖同 玉 ☗3四桂 ☖1二玉 ☗2二金
まで5手で詰み

Wie im vorigen Tsume ist der Schlüssel, dass 歩3三 durch den Läufer gefesselt wird.
Schlägt man nach ☗2二金 ☖同 玉 mit dem Silber 歩3三, dann folgt ☖同 銀 ☗3四桂 ☖3二玉. Spielt man nun ☗2二金 entkommt der König über ☖4三玉, spielt man ☗4二金 ist es auch nach einigen Zügen Matt, aber kein Tsume mehr.

Tsume #002

Und hier gibt’s mein zweites Tsume:

5手詰
Tsume_002d_Start


Lösung zu Tsume #001
5手詰

Tsume_001_Lösung
☗4二銀 ☖2二玉 ☗3一角 ☖1二玉 ☗2四桂
まで5手で詰み

☗3一角 verhindert, dass der König über 1三 und dann 2四 entkommen kann. Daher muss zuerst mit dem Silber Schach gegeben werden, erst dann mit dem Läufer. Zu beachten ist auch, dass der Silber eine Flucht des Königs über 3三 verhindert. Mit einem Gold würde dies also nicht funktionieren.

Tsume #001

Ich habe beschlossen mein Endspiel zu verbessern. Das Mittel der Wahl? Tsume Shôgi 詰将棋!
Ich habe zwei, drei Tsumebücher, die ich gerne zwischendurch zur Hand nehme. Aber nachdem ich einige Dutzend Mattprobleme gelöst hatte, dachte ich, ich könnte doch selbst einmal ein Tsume erstellen. Folgend also mein erstes eigenes Tsume:

5手詰 (5-Züge Tsume)
Tsume_001_Start

Die Auflösung gibt’s dann nächste Woche. Mal gucken, ob ich es wirklich schaffe, jede Woche ein Tsume einzustellen.

Tsume Shôgi Regeln

  1. Schwarz zieht zuerst.
  2. Der Schwarz König ist nicht auf dem Brett. Sonst ist es ein Sôgyoku-tsume Shôgi (双玉詰将棋).
  3. Alle Züge von Schwarz müssen Schach geben. Sonst ist es ein Hisshi (必至, auch 必死).
  4. Für Schwarz ist eine Zuganzahl vorgegeben, in der er Weiß mattsetzen muss. Diese darf nicht überschritten werden.
  5. Schwarz setzt alle seine Steine ein, die er auf der Hand hat. Auch alle, die er noch durch das Schlagen weißer Steine, auf die Hand bekommt.
  6. Weiß muss so ziehen, dass es ein Matt möglichst lange hinauszögert.
  7. Weiß hat alle nicht auf dem Brett oder in der Hand von Schwarz befindlichen Steine auf der Hand, außer dem schwarzen König.
  8. Weiß kann jeden dieser Steine einsetzen, um ein Schachmatt zu verzögern oder zu verhindern.

Shôgi in Müllers Garten: Zum Gedenken an den Wiederaufbau des professionellen Shôgi vor 150 Jahren in Japan – Das “Ôhashi Soyo Shôgi Memorial 2019″ in Lübeck

Von René Gralla

Zum Turnierergebnis unten

Bunte Fahnen vor blauem Sommerhimmel. Eine Holzkonstruktion, von der lange weiße Tücher als Sichtblenden und Schattenspender hängen, rahmt die Terrasse. Wo auf Tischen helle Bretter warten, über deren Planquadrate sich fünfeckige Plättchen verteilen, die markiert sind mit asiatischen Schriftzeichen.
Eine Szene wie aus einem Samuraifilm. Und tatsächlich wird hier in einem idyllischen Lübecker Garten fernöstliche Art of War vom Feinsten zelebriert. Und niemand würde sich wohl wundern, wenn Tokugawa Ieyasu himself gleich um die Ecke gebogen käme, um den ihm gebührenden Platz auf dem Feldherrnhügel einzunehmen. Schließlich hat der legendäre Shôgun, der die Nation nach langen Bürgerkriegswirren 1600 befriedete, gerne und häufig das Schach seiner Samurai gezockt.

Ôhashi Soyo Shôgi Memorial 2019 008

Eine gute Zeit mit Shôgi: Turniergastgeberin Ritsuko Müller (hinten re. stehend) mit Supporterin Mayumi Kamaguchi (hinten li. stehend); an den Brettern der spätere Turniersieger Yuki Nagahori (li. vorne sitzend), der Zweitplatzierte Fabian Krahe (re. vorne sitzend), der Drittplatzierte Uwe Frischmuth (hinten sitzend als zweiter von li.) und Hamburgs Shôgi-Urgestein Masaomi Ishii (hinten sitzend als zweiter von re.). Foto: Rolf Müller

Und deswegen ist es natürlich Ehrensache, dass die Mattkunst aus dem Reich des Tennô auch im traditionsbewussten deutsch-japanischen Haushalt der Müllers ihren festen Platz einnimmt. “Shôgi führt Ausländer spielerisch an Japans faszinierende Kultur heran”, schwärmt der 55-jährige Rolf Müller, im Hauptberuf ein diplomierter Maschinenbauingenieur. Folgerichtig veranstalteten Ritsuko Müller und Ehemann Rolf bereits Ende Februar 2016 im Katharineum einen ersten Shôgi-Wettkampf im einstigen Epizentrum des Kaufmannsbundes Hanse (und der damals neunjährige Filius Markus Müller schnappte sich locker den Cup in der Jugendkonkurrenz). Im Juli 2017 baten die Japanschach-Enthusiasten zu einem Workshop mit lecker Grillen in ihre Grüne Oase in Lübecks Quartier St. Jürgen. Und nun am 22. Juni 2019 der dritte Streich, dazu in einem nicht alltäglichen Format: ein Hausturnier bei Müllers an der Ratzeburger Allee.

Die stolzen Gastgeber des Ôhashi Soyo Shôgi Memorial 2019: Ritsuko und Rolf Müller

Die stolzen Gastgeber des Ôhashi Soyo Shôgi Memorial 2019: Ritsuko und Rolf Müller

Vor einem besonderen historischen Hintergrund: Japans organisiertes Shôgi trudelte 1869 in eine schwere Krise, als Kollateralschaden radikaler Reformen, mit denen Tokio damals Anschluss an die Moderne suchte. Der energische Meister Ôhashi Soyo, 7 Dan, wollte nicht tatenlos zugucken: Der improvisationsbegabte Mann startete vor genau 150 Jahren eine Serie von Matches in seinem privaten Anwesen, das sich auf diese Weise zur Geburtsstätte des neuformierten Shôgisports auf den Inseln unter dem Sonnenbanner mauserte.
Eine epochale Initiative, die gewürdigt worden war in einem Artikel, den das (längst eingestellte) englischsprachige Magazin “Shôgi” im November 1984 veröffentlicht hatte.

Besagte Publikation grub der Autor René Gralla per Zufall in einem Hamburger Antiquariat aus und leitete den Fund weiter an das Shôgiteam Müller. Und das wiederum hat jetzt die Aktivisten Ritsuko und Rolf zu einem stilgerechten eigenen Event inspiriert: ein würdiges “Ôhashi Soyo Shôgi Memorial 2019″ in intimer Atmosphäre an einem lauschig-warmen Samstagnachmittag, gut gelaunt und chillig und trotzdem rockend mit Herz und Schweiß, zur Freude der Schlachtenbummler aus Lübecks Nippon-affiner Community.

Ôhashi Soyo Shôgi Memorial 2019 010

Shôgi makes Friends! Gastgeberin Ritsuko Müller (re.) von der Ohashi-Soyo-Shôgi-Memorial-Orga mit Supporterin Mayumi Kamaguchi (2.v.re.), Schlachtenbummler Dietrich Bollmann (2.v.li.), Schiedsrichter Wolfgang Reher (4.v.li.) sowie den Turnierteilnehmern Masaomi Ishii (li.), Yuki Nagahori (3.v.li.), Fabian Krahe (4.v.li.) und Uwe Frischmuth (3.v.re.). Foto: Rolf Müller

“Im ersten Moment wirkt das Spielgeschehen etwas verwirrend”, meint der 53-jährige Informatiker Dietrich Bollmann, lässt sich alsbald jedoch vom Shôgivirus infizieren und fiebert mit bis zum Finale. Desgleichen die Dermatologin Mayumi Kamaguchi: “Super, dass auch Deutsche unser Shôgi lieben! Das hätte ich nicht erwartet.” Die promovierte Wissenschaftlerin aus Sapporo forscht momentan an der Uni Lübeck.

Shôgi is fun! Turniersieger Yuki Nagahori (2.v.li.) mit Hamburgs unverwüstlichem Masaomi Ishii (3.v.li.) sowie Gastgeber Rolf Müller (re.), Zuschauer Dietrich Bollmann (2.v.re.) sowie Shôgi-Autor René Gralla (li.). Foto: Ritsuko Müller

Shôgi is Fun! Turniersieger Yuki Nagahori (2.v.li.) mit Hamburgs unverwüstlichem Masaomi Ishii (3.v.li.) sowie Gastgeber Rolf Müller (re.), Zuschauer Dietrich Bollmann (2.v.re.) sowie Shôgi-Autor René Gralla (li.). Foto: Ritsuko Müller

Sechs Kandidaten messen sich im Round Robin-Modus, als Schiedsrichter agiert der Segeberger Haudegen Wolfgang Reher, 4 Kyu, gewohnt kompromisslos und meinungsstark.

Nicht nur als Referee aktiv, sondern in den Pausen auch ein engagierter Shôgi-Lehrer: Schiedsrichter Wolfgang Reher (hinten re.) brieft die neuen Fans Mayumi Kamaguchi (vorne li.) und Dietrich Bollmann (vorne re.), Hausherrin Ritsuko Müller von der Turnier-Orga sekundiert (hinten li.). Foto: Rolf Müller

Nicht nur als Referee aktiv, sondern in den Pausen auch ein engagierter Shôgi-Lehrer: Schiedsrichter Wolfgang Reher (hinten re.) brieft die neuen Fans Mayumi Kamaguchi (vorne li.) und Dietrich Bollmann (vorne re.), Hausherrin Ritsuko Müller von der Turnier-Orga sekundiert (hinten li.). Foto: Rolf Müller

Überraschend entwickeln sich dagegen die Rundenkämpfe: Topfavorit Uwe Frischmuth, 3 Kyu, muss zwei herbe Klatschen einstecken, eine davon verabreicht von Shôgi-Hamburg-Webmaster Fabian Krahe, 6 Kyu, der in der Travemetropole ein sensationelles Comeback feiert.

Holt respektlos den Knüppel raus: Fabian Krahe (hinten li., teilweise verdeckt) feilt an einem gemeinen Plan, gegen den Uwe Frischmuth (hinten re.) kein Rezept finden wird; im Vordergrund das Duell der japanischen Expatriates Masaomi Ishii (li.) gegen Yuki Nagahori (re.). Foto: Ritsuko Müller

Holt respektlos den Knüppel raus: Fabian Krahe (hinten li., teilweise verdeckt) feilt an einem gemeinen Plan, gegen den Uwe Frischmuth (hinten re.) kein Rezept finden wird; im Vordergrund das Duell der japanischen Expatriates Masaomi Ishii (li.) gegen Yuki Nagahori (re.). Foto: Ritsuko Müller

Am Ende triumphiert freilich ein Native Player: der 30-jährige Yuki Nagahori, aufgewachsen in Chiba nahe Tokio und aktuell Sales-Planer bei einem Norderstedter Unternehmen.

Ôhashi Soyo Shôgi Memorial 2019 011

Der Gewinner des Ohashi Soyo-Shôgi-Memorial-Pokals Yuki Nagahori (re.) nach souveränem Durchmarsch mit Shôgi-Autor René Gralla (li.) bei der Siegerehrung. Foto: Rolf Müller

Die Ehre der Ausrichterstadt Lübeck wird tapfer verteidigt von Rolf Müller, der unverdrossen die Stellung hält auf dem sechsten Rang und sich als Lohn freuen darf auf die avisierte Beförderung zum 14. Kyu.

Das Erinnerungsfoto zum Abschluss des "Ohashi Soyo Shôgi-Memorial 2019": in der ersten Reihe Turniersieger Yuki Nagahori (Mitte), der Zweitplatzierte Fabian Krahe (re.) und der Drittplatzierte Uwe Frischmuth (li.); in der hinteren Reihe (von li. nach re.) Lübecks Vertreter und Gastgeber Rolf Müller (Rang 6 und Promotion zum 14. Kyu), Gastgeberin Ritsuko Müller, Shôgi-Autor René Gralla (4. Platz), Masaomi Ishii (5. Platz und Promotion zum 11. Kyu), Schiedsrichter Wolfgang Reher.

Das Erinnerungsfoto zum Abschluss des “Ôhashi Soyo Shôgi Memorial 2019″: in der ersten Reihe Turniersieger Yuki Nagahori (Mitte), der Zweitplatzierte Fabian Krahe (re.) und der Drittplatzierte Uwe Frischmuth (li.); in der hinteren Reihe (von li. nach re.) Lübecks Vertreter und Gastgeber Rolf Müller (Rang 6 und Promotion zum 14. Kyu), Gastgeberin Ritsuko Müller, Shôgi-Autor René Gralla (4. Platz), Masaomi Ishii (5. Platz und Promotion zum 11. Kyu), Schiedsrichter Wolfgang Reher.

Ein hoch verdienter Schritt nach vorn, der passend unterstrichen wird durch einen Special Award, den René Gralla bei der Siegerehrung an die gastgebenden Ritsuko und Rolf Müller überreicht: eine von Gralla in Studententagen angefertigte Farbstiftzeichnung, die er entdeckt hat im Nachlass seiner 2017 verstorbenen Mutter Ingrid Gralla, die stets eine begeisterte Förderin der Schachkultur war.

Schachkulturliebhaberin Ingrid Gralla (1930 - 2017; hier auf einem Bild, das im August 1991 aufgenommen wurde auf der Wanderdüne Rubjerg Knude nördlich von Lökken in Jütland, Dänemark), aus deren Nachlass zum Lübecker Shogi-Event 2019 der Special Award beigesteuert worden ist für Ritsuko und Rolf Müller, die das "Ohashi Soyo-Memorial"-Turnier perfekt organisiert haben. Reproduktion des Fotos: Wolfgang Geise

Schachkulturliebhaberin Ingrid Gralla (1930 – 2017; hier auf einem Bild, das im August 1991 aufgenommen wurde auf der Wanderdüne Rubjerg Knude nördlich von Lökken in Jütland, Dänemark), aus deren Nachlass zum Lübecker Shogi-Event 2019 der Special Award beigesteuert worden ist für Ritsuko und Rolf Müller, die das “Ôhashi Soyo Memorial”-Turnier perfekt organisiert haben. Reproduktion des Fotos: Wolfgang Geise

Das Motiv der Komposition – eine Hommage an die berühmten Steinfiguren von der Osterinsel, die auf dem pazifischen Eiland entschlossen in die Ferne schauen – bringt die ehrgeizigen Pläne von Ritsuko und Rolf Müller optisch auf den Punkt: Lübeck soll endlich fit gemacht werden für Shôgi. Dem unvergessenen Ôhashi Soyo (um 1835 – 1881) würde das gewiss gefallen …

Der Special Award für Ritsuko und Rolf Müller: eine von Shôgi-Autor René Gralla mit Farbstiften geschaffene Zeichnung aus den frühen 1970-er Jahren, die nicht ganz zufällig an die Osterinsel erinnert … . Foto: Rolf Müller

Der Special Award für Ritsuko und Rolf Müller: eine von Shôgi-Autor René Gralla mit Farbstiften geschaffene Zeichnung aus den frühen 1970-er Jahren, die nicht ganz zufällig an die Osterinsel erinnert … . Foto: Rolf Müller

… während es vom gestrengen Sensei garantiert Schelte gesetzt hätte für den Verfasser dieses Textes. Denn René Gralla war offenbar die Genugtuung darüber, das Ôhashi Soyo Shôgi Memorial 2019 mitverantwortlich auf den Weg gebracht zu haben, dermaßen zu Kopf gestiegen, dass er in Serie lächerlich patzte und Partien derbe versemmelte.

Da ahnt er noch nicht, dass er auch diese Partie in die Tonne treten wird: René Gralla (li.) rumpelt in seine dritte Pleite (gegen Uwe Frischmuth, re.). Foto: Rolf Müller

Da ahnt er noch nicht, dass er auch diese Partie in die Tonne treten wird: René Gralla (li.) rumpelt in seine dritte Pleite (gegen Uwe Frischmuth, re.). Foto: Rolf Müller

So dass sich inzwischen ernsthaft die Frage stellt, ob der Autor im schönen Shôgisport vielleicht doch schon sein Pulver verschossen hat.

Das persönliche Limit ausgereizt?! Womöglich hat sich die total erschlaffte Atmosphäre auf diesem Bild aus einer frühen Phase seiner Biographie, als Shôgi-Autor René Gralla dienstverpflichtet war zu einer intellektuell kaum fordernden, dafür aber handfesten Version der Martial Arts (ein Schnappschuss während des Grundwehrdienstes im Juli 1973 in der Liliencron-Kaserne Kellinghusen), viereinhalb Jahrzehnte später als nachgerade prophetisch herausgestellt: THE DUDE RULES … . Reproduktion des Fotos: Wolfgang Geise

Das persönliche Limit ausgereizt?! Womöglich hat sich die total erschlaffte Atmosphäre auf diesem Bild aus einer frühen Phase seiner Biographie, als Shôgi Autor René Gralla dienstverpflichtet war zu einer intellektuell kaum fordernden, dafür aber handfesten Version der Martial Arts (ein Schnappschuss während des Grundwehrdienstes im Juli 1973 in der Liliencron-Kaserne Kellinghusen), viereinhalb Jahrzehnte später als nachgerade prophetisch herausgestellt: THE DUDE RULES … . Reproduktion des Fotos: Wolfgang Geise


Ohashi Soyo-Shogi-Memorial 2019, Lübeck, Germany : 2019-06-22 Result

Nr Name Vorname Nat Grade ELO 1 2 3 4 5 Pts +/-
1 Nagahori Yuki JP NN 1698* 4+ 3+ 5+ 6+ 2+ 5 *
2 Krahe Fabian DE 6 Kyu 1178 6+ 4+ 3+ 5+ 1- 4 79
3 Frischmuth Uwe DE 3 Kyu 1443 5+ -1 -2 4+ 6+ 3 -17
4 Gralla René DE 5 Kyu 1274 -1 -2 6+ -3 5+ 2 -13
5 Ishii Masaomi JP 12 Kyu 731 -3 6+ -1 -2 4- 1 31
6 Müller Rolf DE 15 Kyu 515 -2 -5 -4 -1 3- 0 23

Promoting Ishii Masaomi to 11 Kyu
Promoting Müller Rolf to 14 Kyu

Partie: Yuki Nagahori vs. Fabian Krahe am 22. Juni 2019 auf dem Ôhashi Shôgi Memorial 2019

先手 (Schwarz): Yuki Nagahori (N.N.)
後手 (Weiß): Fabian Krahe (6k)
Datum: 2019-06-22
Ergebnis: 1-0
Anzahl Züge: 93

Dieses Spiel war de facto das Finale unseres Round-Robin Turniers in Lübeck im Juni. Yuki und ich hatten bereits jeweils vier Siege errungen, bevor wir in der fünften Runde des Turniers aufeinander trafen. Für Yuki war es das erste Shôgi-Turnier hier in Deutschland und er hatte mit seinen Siegen über René und Uwe bereits gut vorgelegt. Der Sieger dieses Spiel würde also den ersten Platz erringen.

☗歩7f ☖歩3d ☗歩6f ☖歩8d ☗飛6h ☖歩8e ☗角7g. Gegen den ranging rook von Schwarz spiele ich mit weiß einen static rook.

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Wir beginnen beide zu castlen mit ☖王4b ☗玉4h ☖金5b↖ ☗玉3h ☖王3b ☗歩1f ☖歩1d ☗玉2h ☖歩5d ☗銀7h ☖銀4b ☗銀3h ☖銀6b ☗金5h↗ Yuki baut ein Mino castle gegen das ich zunächst ein Boat castle baue.

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und mit ☖銀5c↗ starte ich meine Rapid Attack. Mit ☗歩6e öffnet Yuki die Läuferdiagonale. Mit ☖歩7d ignoriere ich das Angebot zum Läufertausch und Yuki stärkt mit ☗歩4f den Schwachpunkt seines Mino castles. Mit ☖歩4d schließe ich die Läuferdiagonale wieder, vor allem um ihm den Vanguard Pawn ☗歩4e zu verwehren. So erwidert Yuki mit ☗歩3f und beginnt sein castle in ein High Mino castle umzubauen, während ich ebenso mein castle weiter stärke mit ☖金4c ☗桂3g ☖桂3c ☗銀6g ☖銀7c ☗金4g

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Mit ☖角3a versuche ich meinen Läufer zur Unterstützung meines Angriffs wieder ins Spiel zu bringen, während Yuki mit ☗飛7h ebenfalls seinen Angriff vorbereitet. ☖歩6d ☗歩6d ☖銀6d↗. Mit ☗歩4e macht Yuki einen für mich unerwarteten Angriff, den ich mit ☖銀5e abzuwehren versuche.

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Der Zug war schlecht, schließlich hätte Yuki einfach mit ☗歩5f meinen Silber angreifen können, gedeckt durch den Gold auf 4g, hätte ich mich mit meinem Silber zurückziehen müssen. Doch Yuki entscheidet sich mit ☗歩4d anzugreifen. Mit ☖銀4d nehme ich den Bauern und nach ☗銀5f gehe ich mit ☖銀5c wieder in Deckung.

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Mit ☗飛6h beginnt Yuki seine schweren Geschütze aufzufahren. ☖歩6d ☗桂4e lässt mich unachtsamerweise dazu verleiten mit ☖桂4e meine Läuferdiagonale zu öffnen, was ich auch gleich bitter zu bezahlen habe mit ☗馬1a. Ich biete meinen Läufer zum tausch ☖角2b ☗馬2b und nehme mit meinem König ☖王2b.

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Die Stellung ist ohne Frage hervorragend für Yuki. Mit ☗銀4e staubt er auch noch gleich meinen Springer mit ab. ☖角5e ist hier richtig, bedroht er doch den schwarzen König und die schwarze Lanze auf 9h während er gleichzeitig meinem König weitere Deckung gibt. Doch beginnt Yuki langsam, seinen Vorsprung wieder aus der Hand zu geben. Statt Yukis ☗香4f wäre ☗桂4f besser gewesen, um einen Angriff mit ☗銀3d zu unterstützen. Mit ☗香4f zielt er zwar auf meine beiden Gold, aber ich blocke des Angriff relativ einfach mit ☖歩4d ab. Auch sein Angriff ☗歩5f auf meinen Läufer ist nicht von großem Erfolg gekrönt, da ich einfach mit ☖馬9i die Lanze nehme und weiterhin meinen Bauern auf 4d decke.

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Yukis Tauschgebot ☗角7g ☖馬7g ☗桂7g akzeptiere ich und versuche meinen König mit ☖金3b wieder etwas besser zu schützen. Yuki testet mit ☗歩6e ☖飛6b meine Konzentrationsreserven und versucht es dann über die Flanke mit ☗歩1e ☖歩1e ☗歩1d.

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Da Yuki nur noch einen Springer und einen Läufer zum einsetzen hat, nehme ich mir erstmal mit ☖歩4e seinen Silber, ohne weiter gegen den Flankenangriff zu verteidigen. Mit ☗角6f greift Yuki wieder meinen König an. Hier wäre wohl ☗角1c besser gewesen, auch wegen der Möglichkeit später auf 4f den Läufer zu befördern. Ich blocke nun mit ☖歩5e ☗香4e ☖歩4d ☗角5e ☖金5d und Yuki opfert seinen Läufer ☗角4d ☖銀4d.

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Yuki nimmt mit ☗香4d und ich blocke mit ☖香4c, da ich keinen Bauern mehr auf der Hand habe und verhindern möchte, dass Yuki in mein Lager eindringt. An dieser Stelle wäre ein Angriff z.B. mit ☖桂1f nicht fehl am Platz gewesen, aber mein castle erschien mir einfach zu schwach, um dieses Risiko tatsächlich schon einzugehen. Yuki greift mit ☗歩5e an und ich bin mit ☖金4d zu gierig, sodass die Gabel ☗銀5c geradezu unvermeidlich kommt.

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Ich entscheide, dass meine Stellung so gut ist, dass ich meinen Turm geben kann mit ☖金5e ☗全6b ☖銀6b. Yuki opfert mit ☗歩4d einen Bauern, damit durch ☖香4d meine Lanze nicht länger mit meinem Gold verbunden ist. Und es folgt der Drop ☗飛4a, der auf meine Lanze zielt und den Fluchtweg meines Königs abschneidet. Ich decke meine Lanze mit ☖銀5c und Yuki bereitet mit ☗桂2e eine Wiederaufnahme seines Flankenangriffs vor. Die Mattdrohung – ich bin zu dem Zeitpunkt schon längst im 30 Sekunden Byoyomi – übersehen ich leider vollkommen. Daher greife ich endlich mit ☖桂1f an, statt mit ☖金4b→ oder ☖金3a* zu verteidigen. Es folgt ☗香1f und ich übersehe mit ☖歩1f immer noch das Matt ☗と1c ☖Tsumi

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Fazit: Wir haben beide eher defensiv und langsam gespielt, wahrscheinlich weil es die letzte Runde war, und wir beide schon einen Gutteil unserer Kräfte in vorherigen Spielen verbraucht hatten. Während das Spiel die ersten 30 bis 40 Züge annähernd ausgeglichen war, konnte sich Yuki dann einen starken Vorteil herauspielen. Diesen konnte er auch relativ gut über die nächsten 20 Züge halten, bis er diesen durch einige zweifelhafte Züge wieder abgab. Zu diesem Zeitpunkt gelang es mir sogar das Spiel zu meinem Vorteil zu drehen, jedoch war ich zu übervorsichtig, meinen leichten Stellungs- und Materialvorteil auch für einen Angriff auszunutzen. So konnte sich Yuki wieder ins Spiel bringen. Als ich mich endlich zum Angriff entschied, hatte ich bereits meine Zeit- und Kraftreserven erschöpft, sodass ich völlig blind das Matt ☗と1c übersah.

Zum Nachspielen der Partie am Computer, stelle ich hier die Partie als usf-Datei und als kif-Datei zur Verfügung.

Alle Grafiken habe ich mit BCM Shogi von Bernard C. März erstellt. Die Analyse habe ich mit ShogiGUI und der GPSfish 検討用 Engine vorgenommen.

Partie: Uwe Frischmuth vs. Fabian Krahe am 22. Juni 2019 auf dem Ôhashi Shôgi Memorial 2019

Von Fabian Krahe

先手 (Schwarz): Uwe Frischmuth (3k)
後手 (Weiß): Fabian Krahe (6k)
Datum: 2019-06-22
Ergebnis: 0-1
Anzahl Züge: 64

Das zweite Spiel, welches ich gerne vorstellen möchte, habe ich gegen Uwe Frischmuth in der dritten Runde des Ôhashi Soyo Shôgi Memorial gespielt. Zunächst noch einigermaßen ausgeglichen, hat Uwe im Verlauf des Spiels sich einen recht deutlichen Vorteil rausgespielt, jedoch fand das Spiel ein von uns beiden unerwartetes Ende.

Uwe hat mit ☗歩5f eröffnet und damit ziemlich klar angezeigt, dass er einen central rook spielen möchte. Da ich nicht wirklich einen Plan habe, wie ich gegen central rook zu spielen habe, versuche ich ihm mit ☖歩5d die Kontrolle über das Zentrum zu verwehren. Es folgt der central rook ☗飛5h und ich lege mich mit ☖金5b↖ früh auf einen static rook fest.20190623-0125 Frischmuth - Krahe n_0004

Wir spielen beide noch defensive und beginnen zu castlen mit ☗玉4h ☖歩3d ☗銀3h ☖王4b ☗歩9f ☖王3b ☗玉3i. Hier beginne ich in die Offensive zu gehen mit ☖歩8d ☗玉2h und ☖歩8e. Ich drohe mit einem Angriff auf den Kopf von Uwes Läufer. Da Uwe bisher nicht ☗歩7f gespielt hat, entscheidet er sich zur Verteidigung mit ☗銀7h. Der Zug ist eher zweifelhaft, der er mir noch immer erlaubt meinen Angriff fortzusetzen.

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Es folgt ☖歩8f ☗歩8f ☖飛8f ☗角9g ☖飛8b ☗歩8f ☖銀4b ☗銀8g und Weiß steht leicht besser.

20190623-0125 Frischmuth - Krahe n_0023

Statt beherzt weiter anzugreifen, bereite ich mich langsam weiter vor mit ☖銀6b während Uwe jetzt in den Gegenangriff übergeht mit ☗銀7f ☖銀5c↗ ☗歩8e ☖歩9d ☗角7e und ich zwinge den Läufer mit ☖歩7d ☗角4h zum Rückzug.

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Hier hätte ich jetzt mit ☖歩7e den Silber angreifen können. Nimmt er mit dem Silber oder zieht sich mit ihm zurück, kann ich den Bauern auf 8e mit meinem Turm nehmen. Nimmt er mit dem Läufer greife ich mit ☖銀6d weiter an. Mache ich nur leider nicht, sondern baue langsam meine Stellung weiter aus und gebe so meinen Vorteil aus der Hand. ☖銀7c ☗飛8h ☖歩8c ☗歩3f ☖歩1d ☗歩1f ☖銀6d↗. Der Zug war nicht besonders gut, da mich Uwe mit ☗歩6f ☖銀5c einfach wieder zuücktreibt.

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☗金6h Jetzt verliere ich die Nerven und versuche mit ☖角1c ☗金5g ☖歩2d Druck aufzubauen, was Uwe aber nur einen Seitenangriff ☗歩1e ermöglicht. Statt mit ☖歩1e zu nehmen und eine Verteidigung gegen den Angriff zu versuchen, nehme ich ihn einfach mit ☖歩2e hin, um weiter Druck aufzubauen. Unzweifelhat ein schlechter Zug. Es folgt ☗歩1d

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und ich muss mich mit ☖角2d zurückziehen. Der Bauer am Kopf meines Läufers ist nun völlig ungeschützt und Uwe greift mit ☗桂3g an. Ich bringe mit ☖銀4d meinen Silber zur Verteidigung hinzu. ☗金4f Mit ☖桂3c will ich meinen Bauern auf 2e schützen, erlaube dadurch aber, das Uwe mit ☗と1c bei mir einbricht. Der Zug war eher schlecht. Die Position ist nun wieder einigermaßen ausgeglichen.

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Ich wehre mich mit ☖香1c ☗歩1d ☖香1d ☗香1d ☖歩1c und die Position bleibt ausgegelichen.

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Uwes Angriff mit ☗桂2e ist eher zweifelhaft. Besser wäre es gewesen, wenn er mit ☗香1c seinen Angriff fortgesetzt hätte. So erhalte ich mit ☖桂2e nicht nur einen Materialvorteil, sondern auch eine vorteilhafte Stellung. Mit ☗歩2f greift Uwe meinen Springer an. Besser wär ☗香1h gewesen, um einen Springer drop auf 1f zu verhindern und gleichzeitig den Seitenangriff wieder aufzunehmen.

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Ich ignoriere den Angriff und nehme mit ☖角4f Uwes Gold. Er ist zu gierig, übersieht die Mattdrohung und nimmt mit ☗歩4f ☖桂1f ☗Resign

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Fazit: Ein sehr interessantes Spiel. Uwe drohte, mich mit seinem Seitenangriff zu überwältigen. Obwohl ich zu dem Zeitpunkt die Nerven verloren hatte, konnte ich mich durch zwei schlechte Züge von Uwe wieder ins Spiel bringen und tatsächlich noch gewinnen.

Zum Nachspielen der Partie am Computer, stelle ich hier die Partie als kif-Datei und als usf-Datei zur Verfügung.

Alle Grafiken habe ich mit BCM Shogi von Bernard C. März erstellt. Die Analyse habe ich mit ShogiGUI und der GPSfish 検討用 Engine vorgenommen.

Partie: Fabian Krahe vs. René Gralla am 22. Juni 2019 auf dem Ôhashi Shôgi Memorial 2019

Von Fabian Krahe

Ich habe mir vorgenommen, in Zukunft meine Partien mitzuschreiben und zu analysieren. Die Ergebnisse werde ich z.T. hier veröffentlichen. Die erste Partie, die ich hier veröffentlichen möchte, habe ich gegen René auf einem Einladungsturnier in Lübeck, dem Ôhashi Soyo Shôgi Memorial 2019 gespielt. Die Partie halte ich insofern für bemerkenswert, dass wir uns beide relativ einig waren, Yamadas Jôseki zu spielen, das Hidetchi auf seinem YouTube-Kanal vorgestellt hat. Nicht, dass wir uns wirklich an die vorgeschlagenen Züge gehalten hätten, aber wir hatten beide ungefähr denselben Plan, wo es hingehen sollte.

先手 (Schwarz): Fabian Krahe (6k)
後手 (Weiß): René Gralla (5k)
Datum: 2019-06-22
Ergebnis: 1-0
Anzahl Züge: 65

Ich zeige mit ☗歩2f an, dass ich einen static rook spielen möchte. René geht mit ☖歩3d darauf ein. Es folgen ☗歩7f ☖歩4d ☗歩2e ☖角3c ☗玉6h ☖銀3b. Mit ☗金5h↖ bereite ich mein Boat castle vor, während sich René mit ☖飛4b für einen fourth file rook entscheidet.

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☗玉7h ☖王6b ☗銀4h ☖王7b ☗銀6h ☖王8b. Mit ☗歩5f mache ich den Weg für meine beiden Silber frei und ermögliche 4f zu verteidigen.

20190623-0124 Krahe - Gralla neu analyse_0017

Während René mit ☖銀7b und ☖金5b↗ sein Mino castle vervollständigt, bereite ich mit ☗銀5g↗ und ☗歩3f meinen Angriff vor. Dieser Angriff nennt sich Yamada’s Jôseki, Oblique Climbing Silver. Die Idee ist einen Bauerntausch auf der dritten Linie zu forcieren und anschließend mit dem Silber dort und nachfolgend auf der zweiten Linie durchzubrechen.

20190623-0124 Krahe - Gralla neu analyse_0021

René entscheidet sich zunächst dazu, mit ☖歩9d seinem König einen Fluchtweg aufzumachen. Ich erwidere mit ☗歩9f und vervollständige mein Boat castle. Mit ☖歩6d verstärkt René den Schwachpunkt des Mino castles. ☖歩7c wird auch King’s Temple genannt und stellt einen Schwachpunkt des Mino dar. Mit ☗歩3e gehe ich endlich zum Angriff über. René nimmt mit ☖歩3e meinen Bauern und ich setze mit ☗銀4f nach. René spielt ☖歩3f um seinen Bauern zu behalten. Der übliche Zug an dieser Stelle wäre eher ☖歩4e gewesen, um gleichzeitig meinen Silber und meinen Läufer anzugreifen.

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Hier zeigt sich aber dennoch, warum es wichtig ist mit dem linken Silber statt dem Rechten anzugreifen. Mein Silber auf 4h verhindert ☖歩3g+, während ich mit ☗銀3e beherzt Renés Verteidigung angreifen kann. Es droht ☗歩3d und damit ein Angriff auf ☖角3c, was bei der aktuellen Position des Turms einen Rückzug auf ☖角2b bedeuten würde, und mir einen Durchbruch mit ☗歩2d ermöglichen würde. Statt 3d mit ☖銀4c zu verteidigen, entscheidet sich René mit ☖歩4e seine Läuferdiagonale zu öffnen. Ich akzeptiere den Läufertausch ☗馬3c ☖銀3c und da ich keinen Bauern auf der Hand habe, greife ich mit ☗歩2d weiter an. René kann nicht erlauben, dass ich seinen Bauern auf 2c nehme, da ein tokin zu mächtig wäre. Also nimmt er mit ☖歩2d und es folgt ein Silbertausch ☗銀2d ☖銀2d ☗飛2d.

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Es droht ☗飛2a+. René entscheidet sich mit ☖角3c meinen Turm und meine Lanze zu bedrohen. Hier wäre wohl ☖銀2b oder ☖歩2b besser gewesen. Ich ignoriere also die Drohung und spiele ☗竜2a. René bietet mit ☖飛2b einen Turmtausch, auf den ich mit ☗竜2b eingehe und biete meinerseits nach ☖角2b mit ☗角7g einen Läufertausch. Es folgt ☖馬7g ☗桂7g und René bringt so schnell wie möglich wieder seinen Turm ins Spiel mit ☖飛2g.

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Ich entscheide mich die Drohung auf meinen Springer zu ignorieren. Mit ☗桂4d greife ich an. Mit ☖金6c ermöglicht mir René mit ☗銀5b eine Gabel, die auch tatsächlich meine Idee mit dem Angriff gewesen ist. René nimmt den Silber mit ☖金5b und ich gebe mit ☗圭5b meinen Springer durch ☖竜2i. Mit ☗金6b erhalte ich nicht nur den Druck aufrecht, sondern drohe auch mit ☗角7a ☖王9b ☗金9c ☖桂9c ☗金8b#. Es folgt ☖金6b ☗圭6b und die Drohung bleibt bestehen.

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René entscheidet sich hier nicht weiter zu verteidigen, sondern versucht mich vorher Matt zu setzen mit ☖銀8i ☗玉6h ☖金7h. Hier wäre wohl ☖角2d besser gewesen, um mir den Fluchtweg nach 5g abzuschneiden. Ich schlage mit ☗金7h ☖全7h und fliehe tatsächlich mit ☗玉5g. Hier besiegelt René mit ☖全7g endgültig sein Schicksal. Da er mir nicht länger Schach gibt, erlaubt er mir ☗角7a und es folgt ☖王9b ☗金9c ☖Resign.

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Fazit: Ein relativ ausgeglichenes Spiel. René und ich haben uns jeweils kleinere Unachtsamkeiten erlaubt, woraus aber keiner einer wirklich entscheidenden Vorteil ziehen konnte. Es durch meine Gabel ☗銀5b erhielt ich einen deutlicheren Vorteil, den ich schließlich auch einigermaßen auspielen konnte. Hätte René allerdings ☗角7a mit einer Verteidigung verhindert, hätte er mir das Lebens ganz schön schwierig machen können. Auch wenn ich gegen Ende etwas besser stand, ging jedoch meine Zeit langsam zur Neige. Mir wäre dann sicherlich noch der ein oder andere Patzer passiert, aus dem er hätte Kapital schlagen können.

Persönliche Blianz von René: Aber ob Weiß wirklich noch hätte die Partie drehen können?! Das dürfte wohl höchstens ein theoretisch denkbarer alternativer Ausgang gewesen sein … weil nach meinem pomadigen Patzer ☖金6c – als völlig lächerliche “Antwort” auf den Drop ☗桂4d – die Partie in höherem Sinn bereits verloren war. Und nachdem ich als Ergebnis meiner finalen Bluff-Attacke endgültig mein Pulver verschossen hatte, war es dann bloß konsequent, mit dem völlig vertrottelten ☖全7g zur Mattsetzung einzuladen …

… bleibt nur zu hoffen, dass diese fiese Klatsche nicht ein Indiz dafür ist, dass ich im schönen Shogisport überhaupt schon meine letzten Reserven an Pulver verballert habe …

Zum Nachspielen der Partie am Computer, stelle ich hier die Partie als kifu-Datei und als usf-Datei zur Verfügung.

Alle Grafiken habe ich mit BCM Shogi von Bernard C. März erstellt. Die Analyse habe ich ebenfalls mit dem Programm vorgenommen, sowie mit Hidetchis YouTube-Kanal.

Ausschreibung: 3. Shogi-Turnier im Zentrum Münchens

Unsere Shôgi-Freunde an der Isar haben beschlossen erneut ein kleines 2-Tage-Turnier im Shôgi auszurichten. Hamburg ist zwar bekanntlich die schönste Stadt Deutschlands, aber München auf jeden Fall Deutschlands Hauptstadt der Herzen und ein Ort unvergleichlich entspannter Lebensart, gerade im Sommer in den Biergärten oder im Englischen Garten. Und um so mehr ist das ein Grund, sich das zweite Juli-Weekend freizuschaufeln und zu einem Kurztrip in die Hauptstadt Bayerns aufzubrechen, um am 13. und 14. Juli 2019 in der Münchener Schachakademie am 3. Shôgi-Turnier im Centrum Münchens teilzunehmen!
Weiß-blauer Himmel, Weißwurst, Bier und Musi … und ZÜNFTIGES SHOGI …
… DES IS SAUGUAD!!!


3. Shogi-Turnier im Zentrum Münchens
am 13. und 14. Juli 2019

Wo: In der Münchener Schachakademie, Zweibrückenstraße 8 / Rückgebäude A4, 80331 München, Tel. 089/95 89 43 30. Anfahrt MVV: S-Bahn Isartor, Ausgang Zweibrückenstraße (Eingang neben der Räuberhöhle bzw. dem Lidl)

Modus: 5 Runden Schweizer System oder Mac Mahon System, Bedenkzeit 40 Minuten/Spieler + 30 Sekunden Byoyomi.

Zeitplan:
Samstag, 13.07.2019

12:30 – 13:00 Uhr, Registrierung
13:00 – 14:30 Uhr, Runde 1
15:00 – 16:30 Uhr, Runde 2
17:00 – 18:30 Uhr, Runde 3
19:00 Uhr, Gemeinsames Abendessen im Lokal Braunauer Hof (im Biergarten)

Sonntag, 14.07.2019
09:00 – 10:30 Uhr, Runde 4
11:00 – 12:30 Uhr, Runde 5
13:00 Siegerehrung

Startgeld:
10 Euro Erwachsene
8 Euro Mitglieder eines Shogiverbands der FESA
5 Euro Ermäßigter Beitrag (Kinder, Studenten, Rentner, Arbeitslose)

Preise:
1. Platz 100,- Euro
2. Platz 70,- Euro
3. Platz 30,- Euro

Anmeldung: An Gerald Hertneck, bitte nur per Mail an gh@mucschach.de.
Max. 20 Teilnehmer zugelassen!

Material: Grundausstattung an Brettern und Figuren sowie digitalen Schachuhren mit Shogi-Modus ist vorhanden. Die Teilnehmer werden vorsorglich gebeten, eigenes Spielmaterial mitzubringen (Shogi Sets und Byoyomi Uhren).

Wertung: Das Turnier wird bei der FESA zur ELO-Auswertung eingereicht.

Übernachten: http://www.muenchen.de/uebernachten.html
Rechtzeitige Buchung wird empfohlen!

Ausschreibung: 3. Shogi-Turnier im Zentrum Münchens am 13. und 14. Juli 2019 als PDF

3rd Shogi-Tournament in centre of Munich, 13 – 14 July 2019, English Version as PDF